Testbericht: VW ID.Buzz Pro
3 min
Keine Frage, einen Beitrag zu erschwinglicher Elektromobilität für Familien hat VW mit dem ID.Buzz Pro nicht auf die Räder gestellt. Spannend ist er trotzdem. Wir haben uns den VW Bus des Elektrozeitalters genauer angesehen.
Ein Einstiegspreis von 64.581 Euro und 30 Cent ist zunächst einmal ein harter finanzieller Brocken. Wenn ab dem Jahreswechsel 2023/2024 nur noch Fahrzeuge mit einem Nettolistenpreis des Basismodells bis 45.000 Euro gefördert werden, geht sogar noch die bislang erhältliche E-Auto-Prämie von 3.000 Euro verloren – sofern sich VW nicht zu einer spürbaren Preissenkung durchringt.
Auch an anderer Stelle wird es bei der serienmäßig hochwertig ausgestatteten, vorerst einzigen Personenfahrzeugversion des ID.Buzz teuer. Mit 3.094 Euro lässt sich VW die schicke Zweifarblackierung fürstlich entlohnen. Durch diesen Auftritt sorgte das Auto allerdings bei allen, mit denen wir darüber sprachen, ausnahmslos für Sympathiebekundungen.
Spar-Spaß im E-Bus
Vom Fahrerplatz aus betrachtet glänzt der ID.Buzz mit alten VW-Bus-Tugenden: erhöhte Sitzposition für tolle Übersicht und hervorragender Rundumblick – dank üppiger Scheiben sowie A-Säulen aus je zwei filigranen Streben mit großer Fensterfläche dazwischen. Nur die weit nach hinten gerückte Position der Vordersitze erinnert mehr an einen Van als an einen Bus. Zwischen Lenkrad und Frontscheibe liegt viel Armaturenbrett und in der Poleposition an der Ampel lassen sich die Lichtzeichen wegen der tiefen vorderen Dachkante nur mit Verrenkungen ablesen.
Die Bedienung des klar gegliederten Cockpits erinnert weitgehend an aktuelle VW-Modelle, mit Ausnahme eines bedeutenden Unterschieds. Während bei anderen elektrischen VW wie ID.3, ID.4 oder ID.5 der Drehschalter für die Gangwahl rechts am zentralen Monitor hinter dem Lenkrad angebracht ist, setzt der ID.Buzz auf eine Lenkstockhebellösung. Das ist erwähnenswert, weil es die Handhabung enorm erleichtert.
Die für E-Autos wichtige Effizienz schienen die 20-Zoll-Felgen (464,10 Euro) unseres Testwagens mit breiten Walzen (235/50 vorne, 265/45 hinten) zunächst zu konterkarieren. Mit 17,8 kWh/100 km auf allen Straßenkategorien haben wir den Normverbrauch (21 kWh) jedoch überraschend deutlich und problemlos unterboten. Der dafür genutzte Eco-Modus überzeugte mit angenehmem Fahrgefühl, Kraft für Zwischenspurts und klasse Kühlleistung der Klimaautomatik bei hochsommerlichen Außentemperaturen. 400 Kilometer tatsächliche Reichweite mit einer Akkuladung waren kein Kunststück. Bei etwa 25 Prozent Ladestand des 77-kWh-Akkus schaffte der Bus das Maximum von 170 kW Ladeleistung für schnelles Weiterkommen. So macht E-Mobilität Spaß – wenn man sie sich leisten kann.
Technische Daten VW ID Buzz Pro
| Motor: | E-Motor, 150 kW/204 PS, 310 Nm |
| Antrieb, Getriebe | Heck, Ein-Gang automatisch |
| 0–100 km/h, Spitze: | 10,2 s, 145 km/h |
| Normverbrauch: | 21,0 (WLTP)/ 17,8 kWh |
| CO2-Ausstoß Norm/Test: | 0 (WLTP)/77* g/km |
| Länge x Breite x Höhe: | 4,71 x 1,99/2,21 x 1,95 m |
| Radstand, Wendekreis: | 2,99 m, 11,1 m |
| Kofferraum: | 1.121–2.123 l |
| Leergewicht, Zuladung: | 2.471 kg, 529 kg |
| Anhängelast: | 1.000 kg |
| Stützlast, Dachlast | 75 kg, 100 kg |
| Akkukapazität | 77 kWh (brutto: 82 kWh) |
| Typklassen KH/VK/TK: | 17/20/24 |
| Kfz-Steuer pro Jahr: | 0 Euro |
| Grund-, Testwagenpreis: | 64.581,30 Euro, 73.483,69 Euro |
| Modell verfügbar ab: | 64.581,30 Euro |
| Auswahl Basis-Serienausstattung: | Sieben Airbags, LED-Matrix-Scheinwerfer, LED-Rückleuchten, Spurhalteassistent, Notbremsassistent, Müdigkeitserkennung, Verkehrszeichenerkennung, Einparkassistent mit Einparkhilfe, Abstandsregeltempomat, elektrische Heckklappe, zwei Schiebetüren (rechts und links), Navigationssystem, Klimaautomatik, Gepäckraumabdeckung, Frontscheibe beheizbar, Außenspiegel beheizbar |
* gemäß dt. Strommix 2022 geschätzt lt. Umweltbundesamt: 434 g CO2/kWh
Impressionen
Alle Fotos: Thomas Schreiner
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