Fahrbericht: Kia EV2 – Warum das SUV der richtige Schritt zu bezahlbarer Elektromobilität ist
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Wussten Sie, dass Musik und Hintergrundgeräusche den Geschmackssinn signifikant beeinflussen können? Dieses „akustische Würzen“ wurde in Studien bestätigt. Auf unserer Fahrt mit dem Kia EV2 durch das Rhein-Main-Gebiet hörten wir außer den hin und wieder piepsenden Assistenzsystemen erst einmal nicht viel – was für die exzellente Dämmung des kleinen Stromers spricht. Erst als wir beim Taste-and-Sound-Erlebnis die Lautsprecher der optionalen Harman/Kardon-Anlage aufdrehten und dazu verschiedene Pralinen naschten, bekamen wir eine Ahnung, was akustische Würzung bedeutet.
Design, Scheinwerfer und Gimmicks: Was der EV2 von den großen Geschwistern geerbt hat
Aber auch fern von diesem Experiment bietet der EV2 Eindrücke für alle Sinne. Optisch reiht sich der in Europa entwickelte und gebaute Koreaner nahtlos in die EV-Reihe von Kia ein: leicht kantige Form, markante Scheinwerfer, die an Sternbilder erinnern sollen, versenkbare – aber mechanisch zu öffnende – Türgriffe. Im Innenraum fühlen sich die Materialien hochwertig an und kleine Gimmicks wie ein „Have a nice day“-Schriftzug im Türgriff versüßen die Laune.
Reichweite, Ladezeiten und Akkus: Der EV2 schafft mindestens 300 Kilometer
Und auch antriebstechnisch macht der EV2 vieles genauso richtig wie seine Schwestermodelle: Auf unserer knapp 300 Kilometer langen Testfahrt konnten wir den kleineren 42,2-kWh-Akku fast leer fahren und hatten dabei dennoch keine Reichweitenangst. Der „Driving Range Guide“ informierte uns über die minimal und maximal erzielbare Reichweite – je nach Fahrstil. So kamen wir mit 17 Prozent Ladestand an unserem Ziel in Frankfurt an. Offiziell schafft der EV2 mit dem 108 kW/146 PS starken E-Motor 317 Kilometer, was einem Verbrauch von 15,5 kWh/100 km (bei 16-Zoll-Reifen) entspricht. Drei Rekuperationsmodi unterstützen bei der Energie-Rückgewinnung. Ab der zweiten Ausstattungsstufe Air ist auch ein Batterievorheizsystem Serie.
Rekuperation, Ladeplanung und Preisliste: So wird der EV2 schnell teuer
Wird der Stromer mit einem fest eingebauten Navigationssystem bestellt, kann das Rekuperationssystem nach Betätigung der Schaltwippe am Lenkrad auch intelligent agieren: Es nutzt die Navigations- und Routeninformationen, um Bremskraft und Geschwindigkeit frühzeitig anzupassen. Eine Krux in der Preispolitik eröffnet sich aber erst bei einem ganz genauen Blick in die Tabellen: Möchte man das Navigationssystem (600 Euro) mit der wirklich hervorragenden Ladeplanung, muss man mindestens die zweite Ausstattungsstufe wählen. Außerdem müssen die Wärmepumpe für die Innenraumheizung (990 Euro) sowie das Winterpaket (300 Euro) angeklickt werden – schwer nachzuvollziehen, was beides mit dem Navi zu tun haben soll. Macht insgesamt ein Plus von 4.280 Euro im Vergleich zur Basisversion.
Größerer Akku, mehr Reichweite: Der EV2 kann auch Langstrecke
Ein größerer Akku mit 61 kWh in Kombination mit einem 99,5 kW/135 PS starken Motor ist ab Juli 2026 erhältlich. Damit soll das B-SUV 453 Kilometer zurücklegen können, der vom Hersteller angegebene Verbrauch liegt bei 15,9 kWh/100 km (18 Zoll). Überzeugend ist auch die Ladeleistung des EV2. Mit 118 kW ist der Akku an einer DC-Ladesäule in 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent wieder geladen. Serienmäßig zapft der EV2 Wechselstrom mit 11 kW, 22 kW sind optional ab der dritten Ausstattungsstufe Earth bestellbar. Bi-direktionales Laden und ein Vehicle-to-load-Anschluss sind bereits vorbereitet.
Innenraum, Kofferraum und Anhängelast: Verschiebbare Rücksitzbank schafft Flexibilität
Den Fahrgastraum können Kunden nach ihren Wünschen gestalten. So ist der EV2 standardmäßig mit zwei umklappbaren Rücksitzlehnen ausgestattet. Möglich sind aber auch drei Sitzplätze oder zwei einzelne Rücksitze, die sich um 80 Millimeter verschieben lassen und die neigungsverstellbar sind. So kann der Gepäckraum von 362 auf 403 Liter erweitert werden. Wer noch mehr transportieren möchte, hat ab der zweiten Ausstattungsstufe Air die Möglichkeit, einen Anhänger bis 750 Kilogramm an den Haken zu nehmen. Für einen Fahrradtransport auf der Anhängekupplung stehen sogar 100 Kilogramm Stützlast zur Verfügung. Zudem kann mit der serienmäßigen Dachreling (ab Air) eine Dachbox aufgeschultert werden.
Preise und Verfügbarkeit: So viel kostet der EV2
Was angenehm für die Sinne ist, wirkt sich positiv auf die Seele aus. Dazu gehört auch der Preis, den Kia für den EV2 aufruft. Mit einem Basisangebot von 26.600 Euro abzüglich E-Auto-Förderung liefert der Stromer mit dem kleineren Akku gute Argumente für einen Einstieg in die Elektromobilität. Der größere Akku kostet 33.490 Euro und ist ab Juli 2026 verfügbar. Serienmäßig an Bord sind viele Assistenzsysteme und Technik aus höheren Klassen. Manche praktische und sinnvolle Extras muss man aber zusätzlich bezahlen. Da lohnt sich ein genauer Blick in die Preisliste.
„Der EV2 bietet nicht nur eine bezahlbare Einstiegsmöglichkeit in die Elektromobilität, sondern liefert auch Technik und Sicherheit aus höheren Fahrzeugklassen.“
Technische Daten Kia EV2
| Motoren | Elektro: 99,5 kW/135 PS, 250 Nm und 108 kW/146 PS, 250 Nm |
| Normverbrauch | 15,2–16,3 kWh und 15,1–15,5 kWh |
| L x B x H | 4,06–4,07 x k. A./1,80 x 1,58–1,59 m |
| Kofferraum | 362–1.201 l + 15 l (Frunk) |
| Zuladung | 400–475 kg |
| Anhängelast | 750 kg |
| Stützlast | 100 kg |
| Akku-Kapazität | 61 kWh und 42,2 kWh |
| Reichweite lt. Hersteller | 413–453 km und 308–317 km |
| Preis ab | 33.490 € und 26.600 € |
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