Fahrbericht: Suzuki eVitara – Wie gut ist das erste reine E-Auto der Marke?
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Das nagelneue Kompakt-SUV eVitara ist das erste komplett stromernde Fahrzeug von Suzuki. Als Fronttriebler kostet es ab 29.990 Euro, mit Allradantrieb steht es ab 39.490 Euro in der Preisliste.
Langsam surren die letzten Hersteller aus ihrer elektrofreien Zone. Zu ihnen gehörte bislang auch Suzuki – ein traditionsreicher Allrad-Spezialist, der nun sein erstes vollelektrisches Modell im Programm hat. Zwar ist das Kompakt-SUV Vitara längst kein Unbekannter mehr, aber der 4,28 Meter lange eVitara rollt auf eigener Elektro-Plattform. Äußerlich wirkt er im Reich der glattgebügelten Stromer erfrischend kantig. Gleichzeitig ist er mit feinen Wölbungen versehen. Wem das Äußere und die Technik vom Toyota Urban Cruiser bekannt vorkommen, liegt richtig: Die beiden Hersteller kooperierten hier engstens.
Innenraum und Kofferraum: Flexible Rückbank im Suzuki eVitara
Im Innenraum punkten im Fond die drei einzeln umlegbaren Rückenlehnen sowie die im Verhältnis 1:2 um 16 Zentimeter verschiebbare Sitzbank. Zudem überzeugt die stufenlose Ladefläche, wenn alle Lehnen umgeklappt sind. 238 Liter Kofferraumvolumen sind nicht üppig – bei vorgeschobenen Sitzen sind es immerhin 310 Liter.
Bedienung und Rekuperation: Kritik an der Praxis im Elektro-Alltag
Im Cockpit herrscht eine gelungene Mischung aus Schaltern, Knöpfen und dem Bildschirm zum Wischen und Tippen. Taucht man ein in die Funktionen, führt vor allem die Rekuperationsbedienung zu Stirnrunzeln. Denn die drei unterschiedlichen Stufen zur Rückgewinnung von Bremsenergie können nur über den Bildschirm und im Stand verändert werden – das ist praxisfern und wäre im Fahrbetrieb über Schaltwippen problemlos zu verbessern.
Motoren, Akku und Ladezeit: Variantenvielfalt mit Einschränkungen
Gut aufgehoben dürfte man sich beim Motoren-Antriebsmix fühlen. Die Wahl unter drei vernünftigen Leistungsstufen (106 kW/144 PS, 128 kW/174 PS, 135 kW/183 PS) und zwei Akkugrößen (49 oder 61 kWh) sowie die Entscheidungsmöglichkeit zwischen Front- oder Allradantrieb (nicht bei 49-kWh-Akku mit 106 kW/144 PS) erlaubt eine gewisse Mischung der Spielarten. Mit einer Schnellladezeit von 45 Minuten von 10 bis 80 Prozent bei allen Varianten (DC-Ladung: max. 55 kW beim kleineren und 68 kW beim größeren Akku) gehört der eVitara jedoch nicht zu den vorbildlichen Ladekünstlern.
Suzuki eVitara in Fahrt: Verbrauch, Reichweite und Allrad-Performance
Zu einer ersten Testfahrt stand uns die Allgrip-e-Spitzenversion mit 135 kW/183 PS samt großem 61-kWh-Akku zur Verfügung. Der Wechsel zwischen den Fahrprogrammen Eco, Normal und Sport veränderte die Beschleunigung spürbar. Aufgrund niedriger Temperaturen um den Gefrierpunkt lag der Verbrauch bei 20 kWh, womit die verlautbarten 395 Kilometer Reichweite des Lithium-Eisenphosphat-Akkus nicht zu erreichen gewesen wären. Eindrucksvoll bestätigte der Allradantrieb mit eingeschaltetem Trial-Modus im leichten Gelände, dass er bei drohendem Durchdrehen eines Rades elektronisch gegensteuert und somit die Kraftverteilung blitzschnell der Situation anpasst.
„Der Suzuki eVitara ist ein wendiger Kompakt-Stromer – ohne herausragende Ladeleistung, aber mit alltagstauglichen Werten bei der Reichweite. Toll ist die Wahlmöglichkeit zwischen Front- und Allradantrieb.“
Technische Daten Suzuki eVitara
| Motoren | Elektro: 106 kW/144 PS, 193 Nm; 128 kW/174 PS, 193 Nm; 135 kW/183 PS, 307 Nm |
| Normverbrauch | 14,9–16,6 kWh, 0 g CO2/km (WLTP) |
| L x B x H | 4,28 x 1,80/k. A. x 1,64 m |
| Kofferraum | 238/310–1.052 l |
| Zuladung | 405–425 kg |
| Anhängelast | 750 kg |
| Stützlast | 75 kg |
| Akku-Kapazität | 49 kWh und 61 kWh |
| Reichweite lt. Hersteller | 344 km und 426 km (Allrad 395 km) |
| Preis ab | 29.990 € |
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