Fahrbericht: Mercedes-Benz GLC Elektro – Hoffnungsvoll glänzt der Grill
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Zusätzlich zum seit 2022 angebotenen GLC mit Verbrennungsmotoren (Baureihe X 254) rollt jetzt der elektrische GLC an den Start. Die Baureihe auf der MB.EA-Plattform soll dem Thema Elektro-SUV mit Stern zu neuem Schwung verhelfen. Das ist auch dringend nötig: Denn die bisherigen schwäbischen Vertreter dieser Fahrzeuggattung waren entweder zu plump (EQC), zu teuer (EQE) oder in Sachen Reichweite und Ladeleistung nicht ganz auf der Höhe des technisch Möglichen (EQB).
Starke Leistung im elektrischen Mercedes GLC 400 4-Matic: 800 Volt und Ladeleistung bis 330 kW
Mit einer Gesamtleistung von 360 kW/489 PS macht der allradgetriebene GLC 400 4-Matic den Anfang – zunächst zu Preisen ab 71.281 Euro. Die beiden E-Maschinen stemmen gemeinsam ein Drehmoment von 800 Newtonmeter in den Asphalt und lassen den Benz bis zu 210 km/h schnell werden. Weitaus spannender: die Effizienz des Antriebsstrangs und das Abschneiden beim Stromladen. In diesen Disziplinen leiht sich der GLC die Fähigkeiten des vor einigen Monaten präsentierten CLA: 800-Volt-Technologie, DC-Laden mit bis zu 330 kW, Zweigang-Getriebe und ein cw-Wert, der sich sehen lassen kann (0,26). Ein Beispiel der aerodynamischen Bemühungen: die knapp bemessenen Außenspiegelgehäuse.
Reichweite, Fahrkomfort und Handling: Wie fährt der elektrische Mercedes GLC 400 4-Matic?
Weil Mercedes einen größeren Akku in den Unterboden packt (94 kWh nutzbar), kommt das SUV trotz des Mehrgewichts und der größeren Stirnfläche auf dem Prüfstand fast so weit wie der viertürige CLA: bis zu 715 Kilometer. Auf einer ersten 120 Kilometer langen Testfahrt über Landstraße und Autobahn wich die Bordcomputer-Anzeige recht deutlich vom angegebenen Normverbrauch von 14,9 bis 18,9 kWh ab: 20,7 kWh pro einhundert Kilometer meldete der Bordcomputer.
Das 4,85 Meter lange Elektroauto (also gut zehn Zentimeter länger als der GLC mit Verbrennungsmotor) macht vieles richtig: Die Lenkung arbeitet präzise, ohne zu direkt zu sein, und das Fahrwerk meistert auch rustikale Straßenunebenheiten klaglos.
Elektrischer Mercedes GLC: Mehr Platz als in den GLC-Modellen mit Verbrenner
Acht Zentimeter mehr Radstand als bei den GLC-Geschwistern mit Otto- oder Dieselmotor ermöglichen ein geräumigeres Platzangebot im Innern. Vor allem hinten wächst die Beinfreiheit spürbar, und auch überm Scheitel bleibt mehr Luft als bisher übrig. Teilweise liegt das allerdings am serienmäßigen Panorama-Glasdach, das zwar getönt ist, aber kein Schattenrollo bietet.
Wem die 570 Liter Kofferraum nicht reichen, kann bis zu 2,4 Tonnen an den Haken nehmen. Für ein Elektroauto klingt das viel, allerdings bringt der GLC selbst 2.535 Kilogramm auf die Waage – und dürfte sich somit nicht selbst auf einem Anhänger abschleppen.
Riesenbildschirm, MBUX und Bedienung: Hightech mit Ablenkungspotenzial
Obwohl der Großteil der Bedienung übers Menü des gigantischen Touch-Bildschirms (bis zu 39,1 Zoll Diagonale) abläuft, geht fast alles intuitiv von der Hand. Und sollte man sich doch mal in einem Untermenü verirrt haben, hilft einem die weiterentwickelte Sprach-Assistentin gerne weiter. In der Basisversion und den mittleren Ausstattungen arbeiten unter einem ebenfalls gemeinsamen Deckglas zwei oder drei Bildschirme; dann heißt das Technikwunder nicht Hyper-, sondern Superscreen.
Das MBUX-System der neuesten Generation läuft ruckelfrei und in bestechender Auflösung – doch das Ablenkungspotenzial für den Fahrer steigt mit dem Anwachsen des Bildschirms weiter an. Angenehm: Auf dem Multifunktionslenkrad feiern ein Wippschalter (für den Abstandstempomat) und eine Drehwalze (für die Lautstärke) ihre Renaissance und bilden einen Gegenpol zu den berührungsempfindlichen Tasten und Flächen.
Auf Wunsch glänzt und funkelt der Mercedes GLC vorne wie hinten
Der auf der Münchner IAA 2025 in München enthüllte GLC Elektro ist das erste Mercedes-Modell, das die neue Designsprache auf die Straße bringt. Seine Grundform und die Licht- und Schattenspiele auf den lackierten Flächen fügen sich harmonisch in die von Designer Gorden Wagener geschaffene Modellhistorie ein.
Wer den Neuen mit Chrom-Grill ordert, bekommt allerdings ganz schön viel glänzendes Material am Bug. Gegen Aufpreis wird nicht nur der Zentralstern beleuchtet, sondern auch die 942 eckigen Leuchtpunkte im Grill flackern im Fahrtwind. Am Heck funkeln zusätzlich zum in der Mitte angebrachten Markenzeichen auf jeder Seite zwei stilisierte Sterne rot im Rück- beziehungsweise Bremslicht.
„Während BMW mit dem iX3 sowohl außen als auch innen vieles anders macht als bisher, setzt Mercedes-Benz beim GLC Elektro – abgesehen vom Hyperscreen – auf klassische Tugenden. Dennoch wirkt der Wagen alles andere als altbacken.“
Technische Daten Mercedes-Benz GLC 400 4-Matic mit EQ-Technologie
| Motoren | Elektro: vorn und hinten (Allrad), Systemleistung360 kW/489 PS, 800 Nm |
| Normverbrauch | 14,9–18,9 kWh/100 km, 0 g CO2/km (WLTP) |
| L x B x H | 4,85 x 1,91/k. A. x 1,64 m |
| Kofferraum | 570–1.740 l (plus Frunk: 100 l) |
| Zuladung | 505 kg |
| Anhängelast | 2.400 kg |
| Stützlast | 100 kg |
| Akku-Kapazität | 94 kWh |
| Reichweite lt. Hersteller | 568–715 km |
| Preis ab | 71.281 € |
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