Fahrbericht: Opel Astra – Kann er als elektrischer Kombi punkten?
3 min
Volvos neues Fließheckmodell ES90 ist etwas für Reisende mit Hang zu Leistung und Genuss. Im aktuellen PS-starken Elektrozeitalter, zu dem sich Volvo konsequent bekennt, rollt jetzt die erste vollelektrische Limousine des schwedischen Autobauers unter den Fittichen des chinesischen Geely-Konzerns zu den Händlern.
Neues Logo und Matrix-HD-Scheinwerfer: Mit diesem Lichtkonzept erhellt der Astra die Nacht
Der Blitz leuchtet – nicht am Horizont, dafür an der Front des Opel Astra. In der Mitte eines Fadenkreuzes wird das Markenlogo zum dauerhaft illuminierten Kompass. Nicht nur mit dem neuen Opel Vizor will der in Rüsselsheim entwickelte und gebaute Kompakte aus der Menge herausleuchten – er erhellt selbst mit den serienmäßigen LED-Lichtern die Nacht mehr als zuvor. Zum Vorreiter in der Kompaktklasse wird der Astra mit dem optional erhältlichen HD-Matrix-Licht (1.500 Euro): Über 25.000 Elemente pro Scheinwerfer lassen sich einzeln ansteuern, leuchten den Straßenrand aus, lassen den Lichtkegel andere Fahrzeuge umfließen und steuern die Helligkeit so, dass Verkehrszeichen nicht mehr blenden. Es werde Licht!
Antriebe, Akku und Reichweite: So viele Kilometer schafft der Kombi
Opel bietet mit dem Facelift des Astra L – wie gewohnt als fünftürige Schrägheck-Variante sowie als Kombi namens Sports Tourer erhältlich – eine breite Antriebspalette an: Diesel, Mild-Hybrid, Plug-in-Hybrid oder Elektro. Wir haben bei unserer Testfahrt den Astra Sports Tourer Electric genauer unter die Lupe genommen. Dieser kommt nun mit einem etwas größeren 58-kWh-Akku, der eine Reichweite bis zu 445 Kilometer verspricht. Bisher zeigten sich die Reichweiten-Prognosen der E-Autos aus dem Stellantis-Konzern als nicht ganz so zuverlässig. Auf unserer Testfahrt in Kroatien unter Idealbedingungen wurden uns vollgeladen nur 356 Kilometer angezeigt – was auch eher der Realität entspricht. Immerhin ist die Neuauflage serienmäßig mit einer Wärmepumpe und drei Rekuperations-Stufen versehen. Damit lässt sich im Alltag sicherlich noch ein bisschen mehr aus dem Akku herauskitzeln.
Vorbereitet ist der Astra Electric auch für bi-direktionales Laden mit einem 11-kW-Onboard-Charger, womit zum Beispiel ein E-Bike aufgeladen werden könnte. Die DC-Ladeleistung verspricht mit 100 kW eine Ladezeit von 32 Minuten von 20 auf 80 Prozent der Akkukapazität. Trotz der begrenzten Reichweite macht sich der Astra mit seinem praktischen Kombi-Kofferraum (ab 39.490 Euro) als einer der wenigen seiner Art zum elektrischen Reisefreund. Platz ist ja genug.
Technische Daten Opel Astra (Sports Tourer)* Electric
| Motoren | Elektro: 115 kW/156 PS, 270 Nm |
| Normverbrauch | 15,3–15,5 (15,6–15,8) kWh, 0 g CO2/km (WLTP) |
| L x B x H | 4,37 (4,64) x 1,86/2,06 x 1,48–1,49 (1,46–1,50) m |
| Kofferraum | 352 (516)–1.268 (1.553) l |
| Zuladung | 447 (435) kg |
| Anhängelast | keine |
| Stützlast | 60 kg |
| Akku-Kapazität | 58 kWh |
| Reichweite lt. Hersteller | 432–454 (422–445) km |
| Preis ab | 37.990 (39.490) € |
*Daten in Klammern gelten für den Sports Tourer
Gepäck, Komfort und Anhängelast: Womit der Astra glänzen kann und womit nicht
Gewohnt schluckt der Kombi ordentlich Gepäck für die ganze Familie. Und auch der Innenraum ist geräumig wie bequem. Sogar in der Basisvariante sitzen Fahrer und Beifahrer auf ergonomischen Sitzen, die besonders komfortabel für die Lendenwirbelsäule gestaltet sind. In höheren Ausstattungsvarianten sind von der Aktion Gesunder Rücken (AGR) zertifizierte, mehrfach verstellbare Vordersitze teils optional erhältlich.
Was der elektrische Astra allerdings nicht mitbringt: eine Anhängelast. Der Rüsselsheimer mit dem 115 kW/156 PS starken Motor kann nicht mal einen kleinen Anhänger aus dem Baumarkt ziehen. Zumindest bietet er als Sports Tourer eine Stützlast von 60 Kilogramm.
Plug-in-Hybrid, Akku und Ladeleistung: Diese Reichweite bietet der Astra als PHEV
Interessant ist auch der neu entwickelte Plug-in-Hybrid der Opelaner mit 144 kW/196 PS: Mit einer rein elektrischen Reichweite von bis zu 84 Kilometern (im Stadtverkehr: 101 km) fällt er unter die Förderrichtlinien für die E-Auto-Kaufprämie und fährt mit Verbrennungsmotor bei entladenem Akku sparsam wie ein Diesel (5,6 l/100 km laut WLTP als Sports Tourer). Auf unserer Testfahrt in Kroatien waren wir eher gemütlich unterwegs und konnten 61 Kilometer rein elektrisch zurücklegen, bevor deutlich hörbar der Verbrenner ansprang.
Will man dann nachladen, dauert das länger als eine Kaffee- oder gar Einkaufspause: Der Onboard-Charger liefert eine maue Ladeleistung von 7,4 kW – da muss der Astra schon zwei bis drei Stunden an die Steckdose, bevor es mit einem vollen 17,2-kWh-Akku rein elektrisch weitergehen kann …
Technische Daten Opel Astra (Sports Tourer)* PHEV
| Motoren | Plug-in-Hybrid: 1,6-l-Turbo-Benziner, 110 kW/150 PS, 250 Nm + E-Motor 92 kW/125 PS, 118 Nm – Systemleistung 144 kW/196 PS, 360 Nm |
| Normverbrauch | 2,2–5,5 (2,3–5,6) l S, 49–51 (51–53) g CO2/km (WLTP) und 12,6–12,8 (12,8–13,0) kWh, 0 g CO2/km (WLTP) |
| L x B x H | 4,37 (4,64) x 1,86/2,06 x 1,46–1,47 (1,44–1,48) m |
| Kofferraum | 310–1.236 (466–1.483) l |
| Zuladung | 438 (434) kg |
| Anhängelast | 1.380 (1.330) kg |
| Stützlast | 75 kg |
| Akku-Kapazität | 17,2 kWh |
| Reichweite lt. Hersteller | 83–84 (82–83) km |
| Preis ab | 38.460 (39.960) € |
*Daten in Klammern gelten für den Sports Tourer
Diesel, Hybrid und Preise: Das kosten Kombi und Viertürer
Für den PHEV müssen Käufer jeweils 470 Euro mehr hinlegen als für die Elektro-Variante. Die Preise für den Fünftürer beginnen bei 38.460 Euro, die für den Kombi bei 39.960 Euro.
Nach 90 Jahren Kompaktklasse-Geschichte, die 1936 mit dem Kadett begann, möchte Opel aber immer noch die breite Masse mitnehmen. Deswegen ist der Astra L auch als Vollhybrid mit 107 kW/145 PS (ab 32.990 Euro) und als Diesel mit 96 kW/130 PS (ab 36.140 Euro) zu haben. Der Sports Tourer kostet jeweils 500 Euro mehr.
„Ich bin ein großer Kombi-Fan, aber ein bisschen mehr Reichweite dürfte es beim E-Astra schon sein. Der Plug-in-Hybrid hat mich aber mit seiner elektrischen Reichweite überzeugt. Das reicht für die meisten Kurzstrecken im Alltag. Allerdings ist die Ladeleistung sehr mau.“
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