Fahrbericht: Leapmotor B10 Hybrid EV – Benzin nur für die Stromerzeugung
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Der chinesische Hersteller Leapmotor ist mit dem Stellantis-Konzern finanziell verflochten und bietet seinen B10 im hart umkämpften Segment der Mittelklasse-SUV nicht nur als komplett batterieelektrisches Modell an: Nun kommt der B10 als Hybrid EV. Hier dient ein Ottomotor als Generator zur Stromerzeugung und sorgt für eine Reichweite von rund 900 Kilometer.
Hybrid EV erklärt: So funktioniert der Leapmotor B10 mit Range Extender
Es ist ein Spagat im Zeitalter der Elektrifizierung: Wegen nach wie vor vorhandener Lücken im Ladesäulen-Netz, der Sorge der Kundschaft um Reichweite und vor neuartiger Technologie greift Leapmotor zu einer Erweiterung seiner Angebote: Neben dem 4,74 Meter langen C10 mit benzinbetriebenem Reichweiten-Verlängerer soll es nun auch den zwanzig Zentimeter kürzeren Bruder B10 in ähnlicher Ausführung geben. Die Besonderheit liegt hinter seiner Bezeichnung Hybrid EV, die auf die Kombination aus Verbrenner und Elektromotor hinweist – wobei der Benzinmotor einzig als Generator zur Stromerzeugung dient. Es gibt also keine Verbindung zwischen Benziner und Antriebsachse.
900 Kilometer Reichweite: Warum der B10 Hybrid EV Langstrecken kann
Mit seinem 50-Liter-Tank liefert der Verbrenner über einen 18,8-kWh-Akku die notwendige Energie für den E-Motor. Das heißt, der Hecktriebler B10 Hybrid EV fährt grundsätzlich leise surrend elektrisch. Bei voll geladener Batterie reicht der beispielsweise per Ladestecker gebunkerte Strom bis zu 86 Kilometer weit. Geht selbiger zur Neige, produziert der Benziner laufend Nachschub. Solcherart ausgerüstet kann man bei entsprechender Fahrweise bis zu 900 Kilometer weit kommen. Dies entspricht in etwa einer Reichweite, wie sie Dieselfahrer kennen.
Intelligentes Antriebsmanagement: Das Wechselspiel zwischen Strom und Benzin
Im Prinzip muss man sich um die technischen Vorgänge nicht kümmern, denn das Motormanagement startet automatisch die vom Verbrenner erzeugte Stromproduktion – spätestens, wenn nur noch 25 Prozent Ladung im Akku vorhanden ist. Wer mag, kann aber auch mittels verschiedener Fahrprogramme nach Bedarf eingreifen. Zum Beispiel lässt sich der Stromvorrat bis auf 15 Prozent ausreizen, danach ist aber Schluss: Dann startet unumgänglich der Benziner. Andersherum besteht auch die Möglichkeit, sozusagen auf Teufel komm raus den Verbrenner anzuschalten; dieser Fall könnte vorliegen, wenn man unbedingt zusätzlichen Strom für die Batterie erzeugen möchte und weit und breit keine Lademöglichkeit in Sicht ist.
Flexibles Laden: Plug-in-Hybrid-Funktion mit AC- und DC-Option
Denn diese Spielart ist eine weitere Alternative: Der B10 Hybrid EV kann auch wie ein klassischer Plug-in-Hybrid ans Ladenetz gestöpselt werden, entweder an den AC-Wechselstromstecker oder sogar an die DC-Schnellladestation. Letzteres erlaubt ein Stromschlürfen von 30 bis 80 Prozent binnen 30 Minuten mit einer maximalen Ladeleistung von 46 kW. Das alles klingt auf den ersten Blick ein wenig kompliziert, eröffnet aber jenseits von standardisierten Alltagssituationen einige sinnvolle Anwendungsbereiche.
Auf Testfahrt im Leapmotor B10 Hybrid EV: Verbrauch und Reichweite in der Praxis
Auf einer ersten Testfahrt über 150 Kilometer – mit vollem Tank und ebensolchem Akku – probierten wir die unterschiedlichen Fahrprogramme aus und konnten uns von der Möglichkeit des manuellen Eingriffs zum Verbrennerstart oder dessen Ausschalten überzeugen. Auch die Bremsenergie-Rückgewinnung ließ sich je nach gewünschter Stärke einstellen (drei Stufen plus One-Pedal-Drive). Am Schluss der gemischten Stadt-Land-Strecke wies der Bordcomputer eine verbleibende Reichweite von 723 Kilometer und einen Batteriestand von 39 Prozent aus. Der durchschnittliche Stromverbrauch betrug 18,6 kWh, und die Benzinanzeige meldete einen Durchschnitt von 6,3 Litern auf 100 Kilometer. Aufgrund tempobegrenzter Autobahnabschnitte konnten wir an der Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h nicht einmal kratzen, Tempo 130 war genug.
Leise unterwegs: Verbesserte Geräuschdämmung im Leapmotor B10 Hybrid EV
Was im Vergleich zu unserer Ausfahrt beim verwandten C10 auffiel: wie erstaunlich zurückhaltend der Verbrennungsmotor wahrzunehmen war. Hier müssen die Ingenieure noch einmal kräftig Hand angelegt haben, möglicherweise gab es auch weitere Dämmungsmaßnahmen.
„Ich kann dem hybriden EV-Konzept etwas abgewinnen – vor allem, wenn man mit vielen Kurzstrecken unter 90 Kilometern komplett batterieelektrisch unterwegs ist. Ansonsten bleibt’s halt beim fossilen Treibstoff.“
Technische Daten Leapmotor B10 Hybrid EV
| Motoren | Benziner: 1,5-Liter-Vierzylinder, 65 kW/88 PS, 125 Nm; Elektro: 160 kW/218 PS, 240 Nm |
| Normverbrauch | 12,0 kWh + 2,4 l S, 54 g CO2/km (WLTP) 6,1 l S, 142 g CO2/km (bei entladenem Akku) |
| L x B x H | 4,53 x 1,89/k. A. x 1,66 m |
| Kofferraum | 334–1.600 l |
| Zuladung | 360–369 kg |
| Anhängelast | 750 kg |
| Stützlast | 30 kg |
| Akku-Kapazität | 18,8 kWh |
| Reichweite lt. Hersteller | elektrisch 86 km, gesamt 900 km |
| Preis ab | 32.400 € |
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