Testbericht: Honda HR-V e:HEV
3 min
Wir haben uns schon gefragt, weshalb Honda mit einem Marktanteil von unter einem Prozent hierzulande ein Nischendasein führt. Dass sich – beispielhaft genannt – das blickgünstig montierte Touchdisplay in der Mittelkonsole des HR-V nicht so reaktionsschnell und auflösungsstark präsentiert wie bei teuren Premiummarken kann nicht der Grund dafür sein. Wir jedenfalls haben in dem 4,34 Meter kurzen SUV viele positive Eindrücke gesammelt.
Diese positiven Eindrücke beziehen sich vor allem auf Bereiche, die wichtig sind, um sich mit einem Auto wohlzufühlen. Angefangen bei der teils wohltuend herkömmlichen Bedienung häufig verwendeter Funktionen wie der Klimatisierung über Tasten und Drehregler bis hin zur feinen Materialauswahl und soliden Verarbeitung. Überzeugend auch die Raumausnutzung mit großzügigen Platzverhältnissen vor allem in der zweiten Reihe.
Was uns aber besonders gefallen hat, sind die schlauen Lösungen im Detail. Da wäre die Kofferraumabdeckung, die fix mit der Heckklappe verbunden ist, mit dieser nach oben schwingt und somit beim Beladen nicht stört. Oder die praktischen vertieften Ablagefächer in den Armlehnen der Fondtüren. Oder der unauffällige, aber wirkungsvolle Türschwellerschutz. Oder der faszinierende, serienmäßige Klappmechanismus der 60:40 geteilten Rückbank, von Honda „Magic Seats“ getauft. Wird die Lehne nach vorne geklappt, schiebt sich die Sitzfläche in den Fußraum und die Lehne legt sich streng horizontal darüber. So entsteht bis zu den Vordersitzen eine topfebene Ladefläche, auf der sich gefühlt jedes Haushaltsgroßgerät mühelos verstauen ließe. Einzig die stark geneigte Heckscheibe schränkt den Stauraum etwas ein. Dafür kommt ihr flacher Winkel der Silhouette der Karosserie mit betont kurzen Überhängen zugute.
Ungewöhnlicher Antrieb
Der einzige für dieses Modell verfügbare Antrieb ist ein Vollhybrid mit drei Betriebszuständen (Testverbrauch: 5,3 l). Der HR-V fährt immer elektrisch an, gespeist aus einem 1,1 kWh kleinen Akku. Bei höherem Kraftbedarf folgt der unmerkliche Wechsel in den Hybridmodus, der Benziner erzeugt als Generator Strom für den Vortrieb durch den E-Motor. Bei hoher Last wirkt der Benziner als alleiniger Antrieb auf die Vorderräder. Das alles funktioniert angenehm bei zurückhaltender Fahrweise, über das Fahrpedal ist das Wechselspiel in der Stadt und auf Landstraßen feinfühlig dosierbar. Steile Anstiege oder Beschleunigungen quittiert der Verbrenner jedoch mit lautem Dröhnen. Auf der Autobahn wird die Geräuschkulisse unangenehm. Vielleicht ist es das, was deutsche Käufer vor Hondas Hybrid zurückschrecken lässt.
Technische Daten Honda HR-V e:HEV Advance
| Motoren: | Benziner: 1,5-l-Vierzylinder (Atkinson), 79 kW/107 PS, 131 Nm; E-Motor: 96 kW/131 PS, 253 Nm |
| Antrieb, Getriebe | Front, e-CVT Direktantrieb |
| 0–100 km/h, Spitze: | 10,7 s, 170 km/h |
| Norm- /Testverbrauch: | 5,3 (WLTP)/5,3 l S |
| CO2-Ausstoß Norm/Test: | 122 (WLTP)/124 g/km |
| Länge x Breite x Höhe: | 4,34 x k. A./2,03 x 1,58 m |
| Radstand, Wendekreis: | 2,61 m, 11,3 m |
| Kofferraum: | 319–1.289 l |
| Leergewicht, Zuladung: | 1.452 kg, 418 kg |
| Anhängelast: | keine |
| Stützlast, Dachlast | keine, 45 kg |
| Tankinhalt | 40 l |
| Typklassen KH/VK/TK: | 17/25/21 |
| Kfz-Steuer pro Jahr: | 85 Euro |
| Grund-, Testwagenpreis: | 36.000 Euro/36.790 Euro |
| Modell verfügbar ab: | 33.900 Euro |
| Auswahl Basis-Serienausstattung: | Sechs Airbags, Fernlichtassistent, adaptiver Tempomat ACC, aktiver Spurhalteassistent, Bergabfahr-/Berganfahrhilfe, Notbremsassistent, Verkehrszeichenerkennung, Navigationssystem (9 Zoll), Einparkhilfe vorne und hinten, Klimaautomatik, LED-Scheinwerfer, Rückfahrkamera, Sitzheizung vorne, Außenspiegel beheizbar, 18-Zoll-Leichtmetallfelgen |
Impressionen
Alle Fotos: Thomas Schreiner
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