Zwei Nissan Leaf stehen auf einem Parkplatz am Meer.

Fahrbericht: Nissan Leaf – Der einstige E-Pionier startet neu durch

3 min

25.09.2026Gundel Jacobi

Die dritte Generation des langjährigen Bestsellers Nissan Leaf hat mit neuer Karosserie, größeren Batterien und erhöhter Reichweite einen ordentlichen Sprung nach vorne gemacht. 

 

Ihr Browser unterstützt keine SVGs.

ARCD bei Google bevorzugen


Es braucht nur wenig Phantasie für die Erkenntnis, dass die 2024 eingestellte Leaf-Produktion mit der rasanten Weiterentwicklung neuer Stromer zu tun hatte. Der über zwei Generationen hinweg erfolgreiche Japaner war einfach in die Jahre gekommen. Nun ist es so weit: Ein neuer Leaf steht bereit. 

Neuer Nissan Leaf: 
Aus dem Pionier wird ein Crossover

Er ist nicht vollkommen eigenständig entstanden, Nissan hat sich einer Plattform des Kooperationspartners Renault bedient, womit er technisch mit dem Mégane und Scenic E-Tech Elektrisch verwandt ist. Äußerlich gehört der Leaf zur sogenannten Crossover-Kaste: leicht aufgebockt, mit wuchtigem Bug und coupéartiger Dachlinie, die in einem kurzen Heck mit langer Kofferraumklappe endet. Mit anderen Worten – die beiden Vorgänger haben keinerlei Erbe hinterlassen. 

 

Das Cockpit des Nissan Leaf.
Das Cockpit zeigt eine noch verträgliche Bildschirmlandschaft mit zwei getrennten Monitoren. Foto: Nissan

Nissan Leaf mit modernem Innenraum und cleveren Extras

Der 4,35 Meter lange Kompaktwagen hält im Inneren erst mal keine Überraschungen bereit. Mit einem schon beinahe als klassisch einzustufenden zweigeteilten Digitalbildschirm stehen links die Tachometer- und Bordcomputerinfos bereit, wohingegen rechts das komplette Infotainment untergebracht ist. Eine Etage tiefer lassen Softtastflächen die direkte Klimabedienung zu. Sogar ein Drehschalter zur Lautstärkeregelung befindet sich an der Mittelkonsole – keineswegs mehr selbstverständlich. Wer lieber an der Menüführung am Lenkrad herumfummelt, mag dies dort mit einer ganzen Armada an Schaltern zum Drehen und Drücken tun. 

Kommen wir zu den Besonderheiten: In höheren Ausstattungen (ab Advance) kann man sich Fahrinformationen aufs Head-up-Display vor der Windschutzscheibe spielen lassen. Ebenso möglich sind Lautsprecher in den Kopfstützen oder ein Panoramaglasdach, das sich über integrierte Flächen schrittweise dimmen lässt. 

 

Blick auf die Rücksitze des Nissan Leaf.
Im Fond ist der Abstand zwischen Sitzfläche und Boden vergleichsweise gering. Foto: Nissan

Wie viel Platz bietet der neue Nissan Leaf?

Bei der Sitzprobe im Fond gibt’s bis zu einer Körpergröße von 1,70 Meter keinerlei Probleme; wer größer ist und gern sehr aufrecht sitzt, könnte auf Tuchfühlung mit Dach gehen. Dass der im Unterboden verbaute Stromspeicher zwangsläufig zu einem erhöhten Bodenniveau führt, was die Knie deutlich anwinkeln lässt, ist normal. Aber keine Sorge: Man sitzt nicht wie ein Affe auf dem Schleifstein. 

Blick in den Kofferraum des Nissan Leaf.
Der Kofferraum fasst 437 Liter und lässt sich durch Umklappen der Rückbanklehne auf über einen Kubikmeter erweitern. Foto: Nissan

Der Kofferraum mit der großen Klappe ist über eine mit 77 Zentimetern recht hohe Ladekante zu befüllen. Insgesamt sind unter der Abdeckung 437 Liter unterzubringen, wenn man das Fach unter dem Gepäckraumboden noch mitzählt. Ein Staufach unter der Fronthaube (Frunk) gibt es nicht. 

Nissan Leaf: 
Batterie, Reichweite und Ladeleistung

Wie hat sich der einst elektrisierende Pionier Nissan nun mit dem neuen Leaf bezüglich Batterien (netto 52,9 oder 75,1 kWh), Ladeleistung (max. 105 oder 150 kW) und Reichweite (bis zu 436 oder 624 km) aufgestellt? Natürlich ist alles um Klassen besser als gehabt, zu Rekordmeldungen reicht es allerdings nicht. Das war vermutlich auch nicht gewollt. Denn der frontgetriebene Leaf soll offenbar die Fähigkeiten eines vorzeigbaren Kompromiss-Allrounders vereinen – und das ist gelungen. Mit der Wahl zwischen den beiden E-Motoren mit 130 kW/176 PS oder 160 kW/217 PS ist genügend Leistung vorhanden. Mit Entscheidung für den stärkeren Motor geht automatisch die größere Batterie samt gewachsener Reichweite einher. 

 

Nissan Leaf fährt auf einer Landstraße.
Trotz des hohen Leergewichts von 1,9 Tonnen bleibt der Nissan Leaf sparsam. Foto: Nissan

Im Test: 
Verbrauch, Fahrkomfort und Laden

Für eine erste Testtour über Land mit geringem Autobahnanteil stand uns der stärkere Leaf mit dem Beinamen Long Range zur Verfügung. Unser Durchschnittsverbrauch von 15,5 kWh lag zwar auch bei gemäßigtem Druck aufs Fahrpedal klar über dem Normwert von 14,7 kWh, aber für einen Wagen dieser Fahrzeugklasse mit knapp 1,9 Tonnen Leergewicht ist dies ein vergleichsweise gutes Ergebnis. Sicherlich hätten die Techniker eine höhere Ladeleistung mit einbringen können – so ist bei 150 kW Schluss. Damit benötigt der Leaf rund 30 Minuten am Schnelllader von 20 bis 80 Prozent. Das können manch andere inzwischen etwas besser. 

Das flüsterleise Vorankommen gelingt bis Tempo 120, dann nehmen die Windgeräusche deutlich zu. Schade übrigens, dass man zwar mit dem blitzschnell einzustellenden E-Pedal sehr stark rekuperieren kann, aber bis zum Stillstand bringt man den Wagen damit nicht; die Bremse muss gedrückt werden. 

Neuer Nissan Leaf: 
Preise ab 35.950 Euro

Der im britischen Nissan-Werk Sunderland produzierte Leaf steht ab sofort mit der kleinen Batterie (lediglich in Basisausstattung verfügbar) ab 35.950 Euro bei den Händlern. Mit dem großen Akku beginnen die Preise ab 41.200 Euro.

 

Technische Daten Nissan Leaf

Motor130 kW/176 PS, 345 Nm  
160 kW/217 PS, 355 Nm 
Normverbrauch13,5–14,7 kWh, 0 g CO2/km (WLTP)
L x B x H4,35 x 1,81/2,10 x 1,55 m
Kofferraum 437–1.052 l
Zuladung441 kg
444 kg
Anhängelast975 kg
Stützlast75 kg
Akku-Kapazität52,9 kWh 
75,1 kWh (netto)
Reichweite436 km  
624 km
Preis ab35.950 € 
41.200 €


Autorin Gundel Jacobi.

„Sein modernes Aussehen, ein vernünftiger Verbrauch sowie die Langstreckentauglichkeit bei größerem Akku stehen beim Nissan Leaf auf der Habenseite. Zusammen mit seinem langjährigen guten Ruf nimmt er eine zuversichtliche Startposition ein. Aber anders als früher grätschen nun zahlreiche Wettbewerber dazwischen.“   

Gundel Jacobi


Das könnte Sie auch interessieren

Mehr anzeigen

ARCD-Newsletter

Bleiben Sie immer informiert!

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und erhalten Sie informative Beiträge und hilfreiche Tipps rund um Mobilität und Reise direkt in Ihr Postfach.

Außerdem warten attraktive Aktionen und Gewinnspiele auf Sie.
 Wir freuen uns darauf, Sie als Abonnenten willkommen zu heißen!

 

Jetzt anmelden