Fahrbericht: Kia K4 – Was der Ceed-Nachfolger besser macht
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Mitten im Elektroboom setzt Kia weiterhin auch auf konventionelle Antriebe. Der kompakte K4 beerbt den Ceed und startet mit vier Turbobenziner-Varianten. Den Einstieg markiert ein 1,0-Liter-Dreizylinder mit 85 kW/115 PS, der ausschließlich in der Einsteiger-Ausstattungslinie Vision erhältlich ist. Mit manueller Sechsgang-Schaltung kostet er ab 29.990 Euro. Wer die gleich starke Mildhybrid-Version mit Siebenstufen-Doppelkupplungsgetriebe wählt, zahlt 2.600 Euro mehr. Darüber positionieren sich zwei 1,6‑Liter‑Vierzylinder mit 110 kW/150 PS und 132 kW/180 PS, jeweils serienmäßig mit Doppelkupplungsgetriebe ausgestattet.
Karosserieformen:
Fünftürer jetzt, Kombi folgt später
Erhältlich ist der K4 seit November 2025 als klassischer Fünftürer mit Fließheck, ab Mai 2026 folgt zusätzlich ein Kombi. Ob auch die viertürige Limousine den Weg nach Deutschland finden wird, ist derzeit noch offen.
Fahrverhalten:
Agil, aber mit Anfahrschwäche
Bei unserer ersten Ausfahrt nahmen wir die zweitstärkste Variante mit 110 kW/150 PS unter die Lupe. Auf den kurvigen Bergstraßen rund um Barcelona zeigte sich der K4 agil und spurtfreudig, legte im unteren Drehzahlbereich jedoch eine deutliche Anfahrschwäche an den Tag. Um sie zu kaschieren, braucht es einen kräftigen Tritt aufs Gaspedal, was der K4 meist mit hektischem Herunterschalten quittiert. Bei normaler Fahrt liegt der WLTP-Verbrauch laut Hersteller bei 6,9 Litern Super. Auf der Autobahn sinkt er nur minimal auf 6,8 Liter, während er im innerstädtischen Kurzstreckenbetrieb auf bis zu 8,9 Liter ansteigen kann.
Komfortables Fahrwerk, viel Platz im Innenraum
Das Fahrwerk wirkt straff, ohne unkomfortabel zu werden, und bügelt selbst harte Stöße auf holprigen Landstraßen zuverlässig aus. Durch das Plus an Länge, Breite und Radstand genießen fünf Personen vorne wie hinten spürbar mehr Raum. Lange Sitzschienen und eine weit verstellbare Lenksäule ermöglichen selbst groß gewachsenen Fahrern eine angenehm entspannte Sitzposition. Auch beim Kofferraumvolumen setzt sich der K4 vom Vorgänger ab: 438 Liter stehen zur Verfügung – beim Mildhybrid aufgrund der Batterie im Fahrzeugboden aber satte 110 Liter weniger. Praktischer Nebeneffekt für Großgewachsene: Die manuell öffnende Kofferraumklappe schwingt so hoch auf, dass man sich beim Beladen so schnell nicht den Kopf stoßen sollte.
Eigenständiges Design, modern und auffällig
Bei den inneren wie äußeren Werten sammelt der neue K4 also in fast allen Disziplinen Pluspunkte. Wer das eigenständige Design mit seiner tiefen Dachlinie und den schmalen, nach unten gezogenen LED-Scheinwerfern schätzt, dürfte am neuen Modell Gefallen finden. Wem die Kofferraumgröße nicht ausreicht, sollte auf den im Mai folgenden Kombi warten, der bei Kia traditionell Sportswagon heißt. Dieser lockt mit einem Kofferraumvolumen von mindestens 604 Litern, das zählt mit zur Spitze in der Kompaktklasse.
Ausstattung:
Schon die Basisversion ist üppig bestückt
Preislich positioniert sich der K4 in der Fließheck-Variante auf dem Niveau seiner direkten Verbrenner-Konkurrenten Opel Astra oder VW Golf. Schon die Basisversion Vision wartet mit einer bemerkenswert umfangreichen Ausstattung auf: LED-Scheinwerfer mit Fernlichtassistent, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Sitzheizung vorne, ein beheiztes Multifunktionslenkrad samt beheizter Außenspiegel, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Rückfahrkamera mit Parksensoren vorn und hinten, Navigationssystem sowie zwei großzügig dimensionierte Touchscreens. Smartphones lassen sich kabellos via Android Auto oder Apple CarPlay einbinden. In der mittleren Ausstattungslinie Spirit (ab 35.890 €) kommt zusätzlich unter anderem eine induktive Ladestation in der Mittelkonsole hinzu. Bei der Topversion GT Line (ab 37.290 €) kann das Smartphone zudem als digitaler Fahrzeugschlüssel genutzt werden.
Assistenzsysteme: Viel Technik, aber nervige Warntöne
Natürlich sind auch zahlreiche Assistenzsysteme wie Spurhalte- oder Totwinkelassistent an Bord. Weniger erfreulich sind sich überlagernde Warntöne mehrerer Assistenten ohne erkennbare Erklärung. Wenn Warnsignale ertönen, ohne dass der Grund ersichtlich ist, sorgt das eher für Verwirrung als für Aufmerksamkeit. Immerhin lassen sich die Assistenzsysteme entweder über Untermenüs im Display oder per Tastendruck am Lenkrad deaktivieren.
„Der neue Kia K4 präsentiert sich als überzeugender Nachfolger des erfolgreichen Ceed und unterstreicht, dass moderne Verbrennungsmotoren im Kompaktsegment weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Mit effizientem Verbrauch, agilem Fahrverhalten, umfangreicher Ausstattung und attraktiven Preisen hat der Kompakte das Potenzial, eine breite Käuferschaft anzusprechen.“
Technische Daten Kia K4
| Motoren | Benziner: 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbo, 85 kW/115 PS, 200 Nm (auch als 48-Volt-Mildhybrid); 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbo, 110 kW/150 PS, 250 Nm; 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbo, 132 kW/180 PS, 265 Nm |
| Normverbrauch | 5,8–6,9 l S, 132–155 g CO2/km (WLTP) |
| L x B x H | 4,44 x 1,85/k. A. x 1,44 m |
| Kofferraum | 438–1.217 l (Mildhybrid: 328–1.107 l) |
| Zuladung | 435–455 kg |
| Anhängelast | 710–1.410 kg |
| Stützlast | 75 kg |
| Preis ab | 29.990 € |
Impressionen
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