Fahrbericht: KGM Musso Diesel – Kerniger Pick-up in zwei Längen
3 min
Was für ein Auftritt! Ein Pick-up beeindruckt naturgemäß schon durch seine massige Erscheinung. Wenn er dann wie der KGM Musso auch noch wegen verschiedener Längen in doppelter Ausführung mit ausgeprägt kastiger Bugpartie gezeigt wird, dann hält man einen Augenblick lang automatisch den Atem an. Beeindruckend verbindet ein LED-Band oberhalb des Kühlergrills die ebenfalls auffälligen Tagfahrlichter. Tatsächlich ist der Musso dergestalt eine Rarität in seiner Nische mit offener Ladefläche. In der Standardversion zieht er sich 5,15 Meter in die Länge oder er bietet als Musso Grand eine Außenlänge von 5,46 Meter. Jene 31 Zentimeter mehr kommen der Ladefläche zugute: Beim Musso misst sie 1,30 x 1,57 Meter, beim Musso Grand ist sie auf 1,61 x 1,57 Meter vergrößert. Kaum der Rede wert? Doch, das macht einiges aus – sowohl für die Ladung als auch bei der Parkplatzsuche.
KGM Musso: Diesel, Allrad und bis zu 3,5 Tonnen Anhängelast
Die Koreaner von KGM bauen weiterhin einen klassischen Leiterrahmen-Pick-up, der auf robuste Einsätze abzielt. Beim Antrieb setzt der Hersteller auf seinen 148 kW/202 PS leistenden 2,2-Liter-Diesel. Er bringt den Zweitonner zuverlässig voran – entweder als Sechsgang-Handschalter oder in der Ausführung mit Sechsstufen-Automatik. Ob entlang asphaltierter Routen oder im Gelände, mit einer Gesamt-Zuladung bis zu 865 Kilogramm (1.085 Kilogramm in der Langversion) kommt er problemlos zurecht.
Die Ladefläche alleine trägt maximal 400 Kilo. Obendrein nimmt er in Verbindung mit dem Sechsstufen-Automatikgetriebe 3,5 Tonnen an den Haken. Das ist nicht nur für Boots- und Pferdeanhänger das Maß aller Dinge. Der handgeschaltete Musso muss sich mit 2,8 Tonnen im Schlepptau begnügen. Für ganz Hartgesottene, die mit entsprechendem Untergrund konfrontiert sind, steht neben dem zuschaltbaren Allradantrieb mit Untersetzung wie gehabt auch ein Sperrdifferenzial zur Verfügung – alles per Drehschalter auf der Mittelkonsole einstellbar.
Auf den ersten Blick nicht sichtbar: Gegenüber der Vorgängergeneration verfügt der Musso nun über rund drei Zentimeter mehr Bodenfreiheit – 24,5 Zentimeter beim Musso und 24,8 Zentimeter beim Musso Grand. Praktische Alltagshelfer wie acht Verzurrösen, LED-Laderaumbeleuchtung und zwei Trittstufen, die auch bei geöffneter Klappe das Besteigen der hinteren Fläche vereinfachen, sind für den mobilen Lademeister grundsätzlich an Bord.
Bietet der KGM Musso als Pick-up auch Pkw-Komfort?
Was spielt sich im Inneren der fünfsitzigen Doppelkabine ab? Hier herrscht Pkw-Flair, das heißt, sobald die erhöhte Sitzposition erklommen ist, kann man sich dem vor dem Steuer positionierten digitalen Bordcomputer widmen. Rechts daneben wartet auf der Mitte der Armaturentafel der 12,3-Zoll-Touchscreen, auf dem man sich schnell zurechtfindet. Darunter sind die Lüftungsdüsen und sehr gut zu bedienende Klima-Drehschalter sowie eine Etage tiefer ein paar Softflächen zum raschen Aktivieren von Umluft oder Scheibenheizung. Im vorderen Teil der Mittelkonsole befindet sich die Ladeschale fürs kabellose Mobiltelefon. Gleich daran anschließend gibt es passend zum Charakter des Fahrzeugs einen massiven Knüppel zum Wechseln der Schaltstufen. Ebenfalls griffbereit: das schon erwähnte 2H-4H-4L-Drehmodul samt Sperrdifferenzialbedienung, um ein Durchdrehen der Hinterräder zu vermindern.
KGM Musso im Test: So fährt sich der Diesel-Pick-up
Auf einer ersten Testfahrt mit dem Automatik-Musso, bei der die Straßentauglichkeit im Vordergrund stand, kam eindeutig sein bäriges Drehmoment von 441 Newtonmeter (Schaltgetriebe: 400 Nm) zur Geltung. In einer Elektro-Zeit, in der Selbstzünder eher verpönt sind, mutet das Motorgrollen aus der Tiefe des Musso-Maschinenraums beinahe seltsam, wenn auch absolut stimmig an. Spätestens im Hinblick auf die vielschichtigen Einsatzzwecke mit hohen Lasten und auf mitunter unwegsamem Untergrund erscheint einem diese Antriebsvariante mit ihrer hohen Durchzugskraft schier unumgänglich.
Das Fahrwerk zeigt unmissverständlich, dass der Musso ein kerniger Bruder ist. Sagen wir mal so: Stöße durch Bodenunebenheiten werden ziemlich ungeniert in die Doppelkabine weitergeleitet. Die Lenkung hat eine gewisse Tendenz zur Schwammigkeit, wobei: Das ist es ja gerade, was den Pick-up zum etwas anderen Gefährten als all die vollverschalten SUV-Lastesel macht. Denn im Gelände wäre ein Gokart-Gefühl völlig fehl am Platze. Aber damit kein falscher Eindruck entsteht: Grobschlächtig ist der Musso keinesfalls. Im Gegenteil: Fahrassistenten und Komfortmerkmale sind je nach Ausstattungsvariante bestellbar. Dann sind etwa nicht nur beheizte, sondern auch kühlende Sitze eine Option.
Was kostet der KGM Musso?
Handgeschaltet steht der KGM Musso ab 40.990 Euro bei den bundesweit 140 Händlern. Der Musso Grand kostet ab 42.490 Euro. Die Automatik schlägt jeweils mit 2.000 Euro zu Buche – oder ist in der teuren Lux-Ausstattung (ab 49.490 Euro) bereits enthalten. Durchforstet man die Preislisten der Pick-up-Wettbewerber, deren derzeit in Deutschland angebotene Menge auf eine einstellige Zahl geschrumpft ist, liegt der Südkoreaner zweifellos im attraktiven Euro-Feld.
Technische Daten KGM Musso
| Motoren | 2,2-l-Vierzylinder-Diesel 148 kW/202 PS, 400 Nm (Automatik: 441 Nm) |
| Normverbrauch | 9,1 l, 238 g CO2/km (Automatik: 9,6 l, 252 g) (WLTP) |
| L x B x H | 5,15 x 1,95/k. A. x 1,87 m |
| Ladefläche | 1,30 x 1,57 m |
| Zuladung | 789-865 kg (Ladefläche: 400 kg) |
| Anhängelast | 2.800 kg (Automatik: 3.500 kg) |
| Stützlast | k. A. |
| Preis ab | 40.990 € |
„Das Konzept ist stimmig für einen arbeitswilligen Pick-up mit weit oben angesiedelten Belastungsgrenzen diesseits und jenseits der Straße. Der KGM Musso Diesel ist eben kein Schickimicki-Modell – und schon gar kein Schaf im Wolfspelz.“
Impressionen
Das könnte Sie auch interessieren
-
Test- und Fahrberichte Fahrbericht: KGM Musso Diesel – Kerniger Pick-up in zwei Längen
Der KGM Musso Diesel hat eine umfassende Modellerneuerung erhalten. Es gibt den Selbstzünder-Pick-up stets als Doppelkabine.
-
Camping Test- und Fahrberichte Fahrbericht: Citroën Holidays mit Max-Paket – ein flinker Camper mit Preisvorteil
Citroën mischt mit bei den Campern. Auf Basis des Spacetourer kommt der Holidays stets frontgetrieben, mit Dieselmotor und Aufstelldach daher
-
Test- und Fahrberichte Fahrbericht: Subaru Uncharted – Darum setzen die Japaner nicht mehr nur auf Allrad
Der Subaru Uncharted startet als neues Elektro-SUV mit Allrad, ordentlicher Reichweite und Offroad-Kompetenz – erstmals auch mit Frontantrieb.
-
Test- und Fahrberichte Fahrbericht: Haval Jolion Pro – China-SUV mit viel Ausstattung zum kleinen Preis
Der Haval Jolion Pro ist ein Kompakt-SUV aus China. Trotz eines Einstiegspreises von unter 25.000 Euro bietet er eine umfangreiche Ausstattung, einen kräftigen Turbobenziner und eignet sich sogar für den Anhängerbetrieb.
-
Test- und Fahrberichte Fahrbericht: Renault 4 E-Tech – So fährt sich die Elektro-Neuauflage der Auto-Ikone
Der Renault 4 E-Tech bringt den Kultklassiker als Elektro-SUV zurück. Erste Testfahrt, Preise, Reichweite, Ladezeit, Ausstattung und Fahreindruck im Überblick.
-
Test- und Fahrberichte Fahrbericht: BYD Dolphin G DM-i – Kleinwagen mit Plug-in-Hybrid
Der BYD Dolphin G DM-i ist das erste Plug-in-Hybrid-Modell im Kleinwagensegment. Mit großem Akku hat er eine elektrische Reichweite bis zu 105 Kilometer, insgesamt kann er bis zu 1.040 Kilometer weit kommen.
ARCD-Newsletter
Bleiben Sie immer informiert!
Melden Sie sich für unseren Newsletter an und erhalten Sie informative Beiträge und hilfreiche Tipps rund um Mobilität und Reise direkt in Ihr Postfach.
Außerdem warten attraktive Aktionen und Gewinnspiele auf Sie.
Wir freuen uns darauf, Sie als Abonnenten willkommen zu heißen!