BYD Dolphin G DM-i Test – Fahrt durch die Stadt.

Fahrbericht: BYD Dolphin G DM-i – Kleinwagen mit Plug-in-Hybrid

3 min

17.07.2026Gundel Jacobi

Der BYD Dolphin G DM-i ist das erste Plug-in-Hybrid-Modell im Kleinwagensegment. Mit großem Akku hat er eine elektrische Reichweite bis zu 105 Kilometer, insgesamt kann er bis zu 1.040 Kilometer weit kommen. Der chinesische Hersteller stellt damit seinem reinen Stromer Dolphin Surf nun ein Fahrzeug mit kombiniertem Verbrenner-Elektro-Antrieb zur Seite.
 

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Volltreffer, wenn auch mit einem etwas sperrigen Namen: Der BYD Dolphin G DM-i ist eine echte Überraschung. Während sich viele namhafte Hersteller aus dem Kleinwagensegment zurückziehen, bringt BYD den ersten Plug-in-Hybrid (PHEV) der Vier-Meter-Klasse auf den Markt, der sowohl an der Steckdose geladen als auch mit Benzin betrieben werden kann.

BYD Dolphin G DM-i: Plug-in-Hybrid als Kleinwagen-Neuheit

Das Ziel ist unverkennbar – soll doch die gerade in Europa noch stark vorhandene Scheu genommen werden, sich der batterieelektrischen Mobilität zu nähern. Hier sehen die Verkaufsstrategen einen Pluspunkt, wenn mit rund 100 Kilometern elektrischer Reichweite in Ballungsgebieten mancher Zweifler verführt werden kann – bei insgesamt 1.000 Kilometern Radius, ohne nachzutanken. Offenbar zeigt der Blick in die Kristallkugel, dass der europäische Kontinent weiterhin ein offenes Ohr für Kleinwagen hat. Jedenfalls bietet BYD den Dolphin G DM-i einzig hier an.
 

BYD Dolphin G DM-i Test – Blick in das Cockpit.
Die Bedienbarkeit der Fahrzeugfunktionen ist im BYD Dolphin G DM-i eingängiger, als man es derzeit von einem chinesischen Hersteller erwarten würde. Foto: BYD

Innenraum: Gelungene Mischung aus Touchscreen und klassischen Tasten

Schmale Leuchtengrafik und sparsame Kanten, die das Fahrzeug vor allem breit erscheinen lassen sollen, sowie viele glattgebügelte Flächen: Dies wirkt brav und gewollt unauffällig. Vor dem Einsteigen hält man unwillkürlich die Luft an, da die Chinesen bekanntermaßen viel Freude an Animationsspielereien auf dem Bildschirm haben und die Bedienung von Cockpit-Funktionen weitestgehend auf den Touchscreen verlagern. Aber oh Wunder: Das Konzept sieht eine angenehm ausgewogene Kombination von Wischereien einerseits und Tasten-Schalter-Bedienung andererseits vor. Überall findet man sich schnell zurecht. Da der Hebel zum Einstellen der Fahrstufen an der Lenksäule sitzt, gibt es auf der Mittelkonsole genügend Ablageflächen. 

BYD Dolphin G DM-i Test – Ansicht von hinten.
Mit seinem sehr glattflächen Karisseriedesign eckt der BYD Dolphin G DM-i im wahrsten Sinne des Wortes nicht an. Foto: BYD

Kofferraum des BYD Dolphin G DM-i überrascht 
mit viel Platz

In der zweiten Reihe sind kleinwagenbedingt keine großen Sprünge zu machen, aber man kann auch als erwachsene Person eine ordentliche Sitzposition einnehmen. Klar, die Schenkelauflage ist nicht allzu lang, auch die Füße passen gerade so unter den Vordersitz, und allzu aufrechtes Sitzen ist wegen der Dachhöhe begrenzt. Nach einem Blick in den Kofferraum erscheint einem der Fokus auf Ladekapazität deutlich: Mit 425 Litern Volumen geht richtig was rein; sofern die Rücksitzlehnen umgeklappt werden, entsteht allerdings eine zu erwartende mächtige Stufe. 

So fährt sich der BYD Dolphin G DM-i im Alltag

Spannend wird es nach dem Druck auf den Motorstartknopf. Bei unserer Testfahrt meldet der Bordcomputer 99 Prozent Stromladung für 100 Kilometer, der Benzintank reicht für 834 Kilometer. Der kleine Dolphin mit dem etwas größeren Akku (18,3 kWh) startet elektrisch, surrt leise während der Testfahrt in der Stadt und über Land. Es gibt auf der Mittelkonsole einen Kippschalter, mit dem man zwischen Strom (EV) und Hybrid (HEV) wählen kann. Wählt man HEV, entscheidet das Motormanagement über die Antriebsverteilung selbstständig. Wobei: In der Regel dient der Benziner sowieso als Generator zur Stromerzeugung. Wenn man auf der Autobahn dem Wagen die Sporen gibt, jault der Ottomotor hörbar mit auf. Ansonsten vernimmt man entlang der Landstraßen eher die Windgeräusche. 
 

BYD Dolphin G DM-i Test – Blick auf den Motor.
Die Systemleistung des Plug-in-Hybrid-Antriebs beträgt 129 kW/176 PS (mit 7,4-kWh-Akku) oder 156 kW/212 PS (mit 18,3-kWh-Akku). Foto: BYD

Antrieb und Fahrprogramme des BYD Dolphin G DM-i

Vier Fahrprogramme von Eco bis Sport sind mittels Kippschalter auf der Mittelkonsole einstellbar. Sinnvollerweise trifft man seine Auswahl vor der Abfahrt, unterwegs ist es irgendwie zu umständlich. Mit den zwei Einstellungen zur Rekuperationsstärke haben wir häufiger experimentiert. Leider ist dies nicht per Schaltwippen am Lenkrad machbar, sondern muss am geöffneten Programm auf dem Monitor per Fingertipp erledigt werden. Letztlich nutzten wir dauerhaft die stärkere Rückgewinnung, die nicht extrem eingreift – und das Auto schon gar nicht zum Stillstand bringt. 

Ein bisschen Zahlensalat ist nicht zu vermeiden, da der Plug-in-Kleinwagen in zwei Akkugrößen bestellbar ist: Einzig in der Basisausstattung Active gibt es die 7,4-kWh-Batterie. Damit beträgt die Systemleistung 129 kW/176 PS, die elektrische Reichweite der vollen Batterie wird mit 40 Kilometer angegeben. In den drei höheren Ausstattungen ist ein 18,3-kWh-Akku an Bord, der bis zu 105 Kilometer elektrische Reichweite liefert. Die Systemleistung steigt in diesem Fall auf 156 kW/212 PS. In beiden Ausführungen sind das ganz schön viele Pferdestärken für einen Kleinwagen! 

Wir haben das Motormanagement als ausgesprochen komfortabel arbeitend empfunden, was man vom Fahrwerk nicht uneingeschränkt behaupten kann. Sobald es kräftigere Bodenunebenheiten gibt, poltert der Kleine merklich und leitet die Stöße ins Innere weiter. Zum Kraftstoffverbrauch: Da die Basisausführung eine geringere elektrische Reichweite hat, liegt deren gewichteter Verbrauch bei 2,6 Litern Super. In Zusammenhang mit dem größeren Akku wird gut ein Liter weniger Super benötigt. Sollte man das Nachladen aus der Steckdose länger ignorieren, also bei komplett entladener Batterie, nennt BYD einen Normverbrauch von rund 4,5 Litern Super.

Preis, Ausstattung und Marktstart des BYD Dolphin G DM-i

Der Dolphin G DM-i kann bei einem der hierzulande rund 200 BYD-Händler bestellt werden. In der Basisausführung mit dem kleinen Akku kostet er ab 28.990 Euro. Mit dem größeren Akku steht er in der nächsthöheren Ausstattungsvariante Boost ab 31.990 Euro in der Preisliste – jeweils vor Förderprämienabzug.

Die Auslieferungen hierzulande sollen ab Herbst 2026 beginnen. Entgegen erster Informationen, der Wagen würde im ungarischen BYD-Werk Szeged produziert, das Ende 2026 in Betrieb gehen soll, läuft der kleine Plug-in-Hybridl erst mal noch in China vom Band und begibt sich bis auf Weiteres auf die Schiffsreise nach Europa.

 

Technische Daten BYD Dolphin G DM-i 

MotorenPlug-in-Hybrid: 
1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner, 70 kW/95 PS, 120 Nm + 
E-Motor 120 kW/163 PS, 210 Nm – 
Systemleistung 129 kW/176 PS, 210 Nm und 156 kW/212 PS, 210 Nm
Normverbrauch2,6 und 1,4 l S, 60 und 32 g CO2/km (WLTP gewichtet)
L x B x H4,16 x 1,83/2,24 x 1,58 m
Kofferraum425–1.225 l
Zuladung485–500 kg
Anhängelast750 kg
Stützlast75 kg
Akku-Kapazität 7,4 und 18,3 kWh
Elektrische Reichweite lt. Hersteller40 und 105 km
Gesamte Reichweite lt. Hersteller 1.020 und1.040 km
Preis ab28.990 € und 31.990 €


Autorin Gundel Jacobi.

„Viel Leistung, viel Kofferraum und ordentlich elektrische Reichweite für Alltagsfahrten mit der stärkeren Batterie, die zudem schnellladefähig ist. Gesamtreichweite 1.000 Kilometer: sehr attraktiv für einen Kleinwagen. Sein Fahrwerk finde ich ein bisschen enttäuschend.“

Gundel Jacobi


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