Fahrbericht: Citroën Holidays mit Max-Paket – ein flinker Camper mit Preisvorteil
3 min
Hübschen Standort suchen, Motor aus, Dach hoch: Fertig ist die mobile Freizeitlaube mit Küchenzeile und vier Schlafplätzen. Die Sehnsucht nach Reisefreiheit im eigenen Bett sowie die Lust auf einen Kurztrip oder einen längeren Urlaub scheint ungebrochen. Ford Nugget, VW California und Mercedes Marco Polo – in dieser nach Kaufpreis aufsteigenden Folge hat sich mittlerweile ein weiterer Camper von Citroën hinzugesellt, der in der handgeschalteten Diesel-Version (110 kW/150 PS) einen vergleichsweise unschlagbaren Einstiegspreis von 50.290 Euro bietet. In der hier getesteten stärkeren Ausführung (132 kW/180 PS) mit Achtgang-Automatik kostet er ab 53.290 Euro zuzüglich wunschgemäßer Max-Paket-Ausstattung für weitere 6.800 Euro, womit er die 60.000-Euro-Grenze knackt.
Knapp fünf Meter ist der Citroën-Camper lang – in der Breite und Höhe streckt sich der Max-Holidays auf gute zwei Meter. Das flößt auf den ersten Blick durchaus Respekt ein, und man tastet sich langsam an enge Durchfahrten heran. Auch der Wendekreis von 12,9 Metern will in der Praxis erprobt werden. Da bleibt ein Zurücksetzen bei manchem Manöver unausweichlich. Und dennoch: Der Holidays lässt sich erstaunlich leichtfüßig rangieren. Was sofort auffällt und auch nach unserer 2.000-Kilometer-Tour (Testverbrauch 9,4 l Diesel) gilt: Ob auf der Autobahn oder auf kurvenreichen Bergstrecken, selbst in beängstigend schmalen Dorfgassen – in seinem ganzen Fahrverhalten bewegt sich der Wagen auf komfortablem Pkw-Niveau. Übliche Komponenten wie Klimaautomatik, Berganfahrhilfe, Tempomat und USB-Anschlüsse sind serienmäßig an Bord, weitere Helfer können hinzugebucht werden.
Der Motor mit 180 Pferdestärken und 400 Newtonmetern zeigt sich erwartungsgemäß durchzugskräftig, die Achtstufen-Automatik wechselt die Gänge unauffällig, das Fahrwerk dämpft milde, die Lenkung ist feinfühlig. Sogar nach einem langen Achtstunden-Tag im Freizeitmobil entlassen einen die Sitze ohne nennenswerte Verspannungen in den Beinen und der Wirbelsäule bis in die Schultern hinein.
Dann folgt die zweite Etappe: das häusliche Einrichten. Zugegeben, so richtig Lust aufs Hin- und Herräumen hat man dann nicht mehr. Aber möglichst schnell soll die innere Stehhöhe durch Hochklappen des Daches erreicht werden; selbiges lässt sich im Holidays übrigens nur manuell erledigen, elektrisch ist dies nicht vorgesehen. Im Prinzip sind die Handgriffe – Schlaufen lösen, Klemmen entriegeln, Zapfen rausdrücken – rasch erledigt, sofern es nicht klemmt. Mehrheitlich gab es jedoch offenbar gewisse Verspannungsprobleme – auf einer Seite des Öffnungsmechanismus. Diese lösten sich auch nach gut drei Dutzend Mal Öffnen und Schließen nicht in Luft auf. Mit einem beherzten Bügelstoß drückt man dann das Dach hoch; sobald es in Bewegung ist, helfen die Gasdruckfedern.
Klimaeinheit, Steckdosen, Standheizungszentrale und Infos zum Wasserstand sind an der seitlichen Schrankwand direkt im Anschluss an die Küche angebracht. Jene Küchenzeile ist zweckmäßig aufgebaut und gut zugänglich mit großem Spülbecken, zweiflammigem Gasherd und 16 Liter fassendem Kühlschrank. Von der linken Fahrzeugseite lässt sich dank zweier serienmäßiger Schiebetüren die Wasser- und Gasversorgung unter der Küchenzeile bequem von außen managen. Einen Durchstieg nach innen hat man dort nicht vorgesehen, für schmale Persönchen ist das aber trotzdem machbar.
Dank der drehbaren Vordersitze und der zweisitzigen verschiebbaren Rückbank ist ein gemütliches Beisammensein der maximal vier Passagiere möglich. In der Mitte steht bei Bedarf der Tisch zum Einhaken in die Küchenzeile. Allerdings hat er nur einen Standfuß, sodass man ihn draußen nicht frei aufstellen kann. Schränke und Schubladen sind im Rahmen der Raumverhältnisse vorhanden – auch wenn man vermutlich immer noch mehr Stauraum brauchen könnte.
Nach Flachlegen der Rückbank entsteht unten ein Doppelbett mit einer Breite von immerhin 1,15 Meter (Länge 1,90 m). Dessen beide Verlängerungspolster müssen unter der Sitzfläche der Rückbank hervorgeholt und eingehakt werden. Im Oberstübchen schläft man auf 1,20 x 1,95 Meter. Zwar ist die dortige Auflagenmatte auf Tellerfedern relativ dünn, trotzdem ermöglicht sie erholsames Liegen, sobald man nach oben geklettert ist. Fensteröffnungen in drei Richtungen sorgen für Licht- und Luftzufuhr. Eine Leselampe mit USB-Zugang befindet sich ebenfalls im ersten Stock.
Apropos Licht: Die hinteren Fensterflächen sind im Max-Paket stark verdunkelt, was neugierige Blicke auch tagsüber abwehrt. Nächtliche Privatheit bei Kunstlicht im Inneren lässt sich durch keinerlei fest installierte Rollos an den Fensterscheiben erzeugen. Dafür gibt es nur einzelne Abdeckmatten.
Das Max-Paket enthält
- 17-Zoll-Leichtmetallfelgen „Phoenix“ Silber-Schwarz glanzgedreht mit Sommerreifen
- Connect Paket inkl. MyCitroën Drive
- Einparkhilfe hinten und vorne akustisch
- Rückfahrkamera 180° Rundumsicht
- Heckscheibe separat zu öffnen
- Heck- und Seitenscheiben hinten, extra-dunkel getönt
- Induktions-Ladung für Smartphones
- 2 Schienen für Seitenmarkise
- Thermomatten (Windschutzscheibe und Kabine)
- Programmierbare Zusatzheizung
- Außendusche (18 l Kaltwasser)
- Herausnehmbare Toilette
- Herausnehmbare Küchenzeile
- 230-V-Steckdose innen
- 230-V-Steckdose außen (Stromeingang)
- Sonnenkollektor auf dem Dach (120 W)
Technische Daten Citroën Holidays 180 Automatik Max
| Motoren | 2,2-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel, 132 kW/180 PS, 400 Nm |
| Normverbrauch | 7,3 l D, 193 g CO2/km (WLTP) |
| L x B x H | 4,98 x 2,01/2,20 x 2,01 m |
| Kofferraum | k. A. |
| Zuladung | 702 kg |
| Anhängelast | 2.000 kg |
| Stützlast | 100 kg |
| Preis ab | 60.090 € |
„Der Citroën Holidays hat unter den Campern durchaus Potenzial, denn er punktet preislich und platztechnisch, auch wenn manche Funktion etwas umständlich zu bedienen ist. Das zusätzliche Max-Paket hat sich in der Praxis als höchst hilfreich erwiesen.“
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