Audi A3 Sportback gegen BMW 1er
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Am Anfang herrschte noch wenig Eigenständigkeit. Als BMW im Jahr 1994 mit dem Compact in der gleichlautenden Pkw-Kategorie Fuß fassen wollte, setzten die Münchner kurzerhand die Blechschere an und stellten eine verkürzte Schrägheck-Version der 3er-Baureihe auf die Beine. Zwei Jahre später zog Audi mit dem ersten A3 nach und konnte sich dabei im Technikregal des klassenprägenden Konzern-Bruders Golf bedienen.
Heute stehen sich zwei bayerische Kompakte in vierter (Audi A3) und dritter Generation (BMW 1er) gegenüber, die im Laufe ihrer jeweiligen Modellgeschichte so manche Wandlung erlebt haben. Zuletzt bedeutete das für den A3 vor allem die Streichung der dreitürigen Karosserievariante mit zwei Einstiegen für Passagiere und großer Heckklappe. Neben der Stufenheck-Limousine übrig geblieben ist einzig der Fünftürer namens Sportback. Auch beim 1er fiel die Version mit zwei Türen an der Seite dem Rotstift zum Opfer. Bei dessen aktueller Auflage griff BMW mit der Umstellung von Heck- auf Frontantrieb sogar deutlich tiefer in den Modellcharakter ein. Beiden gemeinsam blieb, dass sie Anmutung und Funktionsvielfalt der Mittel- und Oberklasse in die Welt der kompakten Fünftürer transportieren.
Gehobene Kompaktklasse
Wir sprechen also von einem hohen Niveau. Das zeigt sich in den Basispreisen von 27.250 Euro für den Audi A3 Sportback (30 TFSI mit 81 kW/110 PS) und 26.850 Euro für den BMW 1er (116i mit 80 kW/109 PS), aber auch bei der Materialgüte und Verarbeitungsqualität. Die gedruckten Sonderausstattungslisten umfassen beim BMW 74 Seiten. Stattliche 144, jedoch luftig gestaltete Seiten sind es beim Audi. Das ist üppig, der Unterschied darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich beide in Sachen optische Individualisierung, Luxus und Technologie im Grunde kaum etwas schenken. Bei den gängigen Fahrerassistenzsystemen neigt BMW eher dazu, sie in thematisch gebundenen Ausstattungspaketen zusammenzufassen, während beim Audi Optionen wie etwa eine Rückfahrkamera auch einzeln buchbar sind.
Unterschied bei Antrieben
Bei den Automatikgetrieben hat Audi welche mit sechs oder sieben Stufen im Programm. Die Automaten bei BMW hingegen schalten je nach Motorisierung mit sieben oder acht Stufen. Dem setzt der A3 Sportback eine deutlich größere Antriebsvielfalt entgegen. Während der 1er nur Benzin- und Dieselaggregate zu bieten hat, ergänzt Audi die A3-Palette um zwei Plug-in-Hybride mit jeweils rund 60 Kilometern rein elektrischer Reichweite sowie ein Erdgas-Modell. Noch in diesem Jahr soll ein neuer RS3 die Kundenwünsche nach brachialer Leistungsstärke erfüllen.
Wie es in dieser Preisklasse fast schon üblich ist, sind in beiden Fahrzeugen auf Wunsch verschiedene Fahrprofile wählbar, die Autos lassen sich sozusagen auf Knopfdruck eher energieeffizient, sportlich oder komfortabel abstimmen. Unterm Strich wirkt der BMW eine Spur straffer ausgerichtet als der komfortorientierte Audi.
Verschiedene Charaktere
Vor Jahrzehnten – wir schlagen den Bogen zurück in die Neunziger – stand BMW für besondere Fahrerorientierung. Diesem Anspruch wird auch der aktuelle 1er gerecht. Doch das damalige Alleinstellungsmerkmal, ein im Mittelteil zum Fahrerplatz hin angewinkeltes Cockpit, hat BMW schon länger nicht mehr exklusiv. Der A3 setzt denselben Kniff ein. Mit seinen kantigen Konturen, scheinbar unzähligen spitzen und stumpfen Winkeln sowie glatten Flächen im Innenraum verströmt der Audi viel technokratische Kühle, die in gewisser Weise Distanz zwischen Mensch und Maschine erzeugt. Eigenwillig wirken die rechts und links des Kombiinstruments platzierten Lüftungsdüsen-Satelliten. Der BMW orientiert sich bei Innenraumdesign und Bedienbarkeit an der 3er-Reihe. Besonderer Clou ist die Gestensteuerung (300 Euro). So lässt sich etwa die Lautstärke des Radios per Drehbewegung des Zeigefingers in der Luft regulieren. Funktioniert hervorragend, ist aber eher nett als nötig. Mit seinen weicheren Linien wirkt der 1er wohnlicher. Am Ende bleibt es aber Geschmackssache.
Auf den vorderen Sitzen überzeugt der BMW durch das angenehmere Raumgefühl. Denn im Vergleich beansprucht die Mittelkonsole des Audi viel mehr Platz. Diese Scharte wetzt der Ingolstädter im Fond wieder aus. Wer häufig mit mehr als zwei Personen unterwegs ist, wird den A3 Sportback schätzen. Die bequemere Rückbank, viel Kniefreiheit und größere Einstiegsöffnungen sind entscheidende Pluspunkte.
Technische Daten Audi A3 Sportback
| Länge x Breite x Höhe: | 4,34 x 1,82/1,98 x 1,45 m |
| Radstand, Wendekreis: | 2,64 m, 11,1 m |
| Kofferraum: | 380–1.200 l (Quattro 325–1.145 l, e TFSI 280–1.100 l) |
| Leergewicht, Zuladung: | 1.295–1.660 kg, 415–480 kg |
| Anhängelast: | 1.300–1.600 kg |
| Stützlast, Dachlast: | 80 kg, 75 kg |
| Tankinhalt: | 45–55 l (e TFSI 40 l) |
| Auswahl Basis-Serienausstattung: | Sechs Airbags, digitales Kombiinstrument, Klimaanlage manuell, 16-Zoll-Leichtmetallräder, Notbremsassistent, aktiver Spurhalteassistent, Ausweichassistent, Abbiegeassistent, Rücksitzlehne geteilt umlegbar |
Technische Daten BMW 1er
| Länge x Breite x Höhe: | 4,32 x 1,80/2,08 x 1,44 m |
| Radstand, Wendekreis: | 2,67 m, 11,4 m |
| Kofferraum: | 380–1.200 l |
| Leergewicht, Zuladung: | 1.365–1.600 kg, 455–485 kg |
| Anhängelast: | 1.100–1.500 kg |
| Stützlast, Dachlast: | 75 kg, 75 kg |
| Tankinhalt: | 42–50 l |
| Auswahl Basis-Serienausstattung: | Sechs Airbags, Klimaautomatik, 16/17/18-Zoll-Leichtmetallräder (außer 116i/116d), Aufmerksamkeitsassistent, Notbremsassistent, aktiver Spurhalteassistent, Verkehrszeichenassistent, LED-Scheinwerfer (außer 116i/116d), Fahrlichtautomatik, Rücksitzlehne geteilt umlegbar |
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