Fahrbericht:Hyundai Ioniq 6 – Gemeinsam anders
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Auch wenn es auf den ersten Blick nicht danach aussieht: Mit dem elektrischen Ioniq 6 bietet Hyundai nach 13 Jahren Pause erstmals wieder eine Limousine in Deutschland an. Eine, die aufgrund ihrer stromlinienförmigen Karosserie nicht gleich als solche zu erkennen ist.
In einer Zeit, in der Hersteller bei E-Autos immer noch häufig auf das SUV-Konzept setzen, um kapazitätsstarke Antriebsakkus unterzubringen, duckt sich der Ioniq 6 mit 141 Millimetern Bodenfreiheit und eineinhalb Metern Höhe eher flach über der Straße. In weitem Bogen spannt sich die Dachlinie von der A-Säule über das Passagierabteil bis zum Heck. Doch anders, als es bei coupéartigen Limousinen häufig der Fall ist, schwingt beim Öffnen des Kofferraums nicht die gesamte Heckscheibe hoch. Die steht fest, nur der kleine blecherne Deckel mit dem aus aerodynamischen Gründen doppelt aufgesetzten Heckspoiler klappt auf. Die Zugangsöffnung zum niedrigen, 401 Liter fassenden Gepäckabteil bleibt vergleichsweise klein. Für den Transport längerer Gegenstände lassen sich die Lehnen der Rückbank per Hebelzug umlegen. Die heckgetriebenen Versionen des Ioniq 6 bieten im sogenannten Frunk unter der Fronthaube einen weiteren Stauraum von 45 Litern, der bei Allradantrieb auf 15 Liter schrumpft.
Trotz der windschlüpfigen Form bleibt auf knapp 4,90 Metern Länge genug Platz für Stromspeicher. Zwei Kapazitäten sind wählbar: 53 sowie 77,4 kWh. Allradantrieb ist dem großen Akku vorbehalten. Als auf dem Papier reichweitenstärkste Antriebsversion ist die mit 77,4 kWh, 168 kW/229 PS, Heckantrieb und 18-Zoll-Felgen zu empfehlen. 614 Kilometer nach WLTP sollen laut Datenblatt zu schaffen sein, im reinen Stadtverkehr sogar 777. Wer sich aus optischen Gründen für 20-Zoll-Räder (800 Euro) entscheidet, muss etwas häufiger auf maximal 350 kW Ladeleistung zurückgreifen. Alleine die größeren Räder schlagen mit einem satten Norm-Mehrverbrauch von bis zu 1,8 kWh je 100 Kilometer zu Buche.
Eigenständiges Design
Innerhalb der Dachmarke Hyundai fassen die Koreaner unter der Bezeichnung Ioniq künftig alle Elektroautos zusammen. Den kantigen 5 gibt es schon seit zweieinhalb Jahren, nun der 6er. Anfang 2024 wird der Ioniq 7 als SUV erwartet. Allen gemeinsam ist, dass sie sich optisch vollkommen voneinander unterscheiden. Die einzige Verbindung sind, wenn man so will, in Klötzchenoptik gestaltete LED-Leuchtelemente – eine ungewöhnliche Entscheidung.
Und wie fährt sich der Ioniq 6? Nach den ersten Kennenlern-Kilometern auf Landsträßchen über leichte Hügel im Rheingau mit der Top-Motorisierung (239 kW/325 PS) lässt sich das Fahrverhalten als komfortabel-geschmeidig bis unauffällig charakterisieren. Die nominelle Leistung fühlte sich nach weniger an, als die bloßen Zahlen suggerieren. Trotz 20-Zöllern pendelte sich die Verbrauchsanzeige aber bei rund 16 kWh ein. Daran mag das eigenwillige, effizienzorientierte Design seinen Anteil haben.
Technische Daten Hyundai Ioniq 6
| Motor: | E-Motor: 111 kW/151 PS, 350 Nm; 168 kW/229 PS, 350 Nm; 239 kW/325 PS, 605 kW (Dual Motor) |
| Antrieb, Getriebe | Heck/Allrad, Ein-Gang automatisch |
| 0–100 km/h, Spitze: | 5,1–8,8 s, 185 km/h |
| Normverbrauch: | 13,9–16,9 kWh, 0 g CO2/km lokal* (WLTP) |
| Länge x Breite x Höhe: | 4,86 x 1,88/2,14 x 1,50 m |
| Radstand, Wendekreis: | 2,95 m, k. A. |
| Kofferraum: | 401 l |
| Leergewicht, Zuladung: | 1.850–2.113 kg, 349–430 kg |
| Anhängelast: | 750–1.500 kg |
| Stützlast, Dachlast | 100 kg, 80 kg |
| Akkukapazität, Reichweite: | 53 kWh, 429 km; 77,4 kWh, 583–614 km (WLTP) |
| Preis ab: | 43.900 Euro |
* entspricht 58–71 g CO2/km gemäß dt. Strommix 2021 geschätzt lt. Umweltbundesamt: 420 g CO2/kWh
Impressionen
Alle Fotos: Hyundai
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