Fahrbericht: KGM Actyon Hybrid – Sparsames SUV mit Vollhybrid-Technik und viel Platz
3 min
Modellzuwachs in der koreanischen KG Group: Die spritsparende Vollhybrid-Version soll mit einem WLTP-Verbrauch um sechs Liter für Kaufimpulse beim Mittelklasse-SUV Actyon sorgen. Das Fahrzeug ist einzig in höchster Ausstattung und als Fronttriebler erhältlich.
KGM Actyon Hybrid:
Mittelklasse-SUV setzt auf Vollhybrid statt reine E-Mobilität
Seit April 2025 fahren die einstigen Ssangyong-Modelle unter dem neuen Firmenlogo KGM an den Start. In etwa zur gleichen Zeit kam das Mittelklasse-SUV Actyon auf den Markt, das neben einer klassischen Verbrenner-Version auch in einer Hybrid-Ausführung mit Otto- plus Elektromotor im Angebot ist. Nicht jeder Neuwagenkauf mündet gleich in einen kompletten Elektriker. Und so haben die Autohersteller ein Interesse daran, das technologische Potenzial bei Verbrennern weiter auszureizen, statt nur auf batterieelektrische Fahrzeuge zu setzen.
Vollhybrid ohne Ladekabel:
So funktioniert der KGM Actyon Hybrid
Die Grundidee bei einem solchen Vollhybriden ist es, für den Kunden eine möglichst unkomplizierte Möglichkeit anzubieten: die Fortbewegung mit Hilfe von Benzin und Strom zu kombinieren und dabei ordentlich Sprit zu sparen – alles ohne Ladevorgänge mittels Stecker und ohne Reichweitenzweifel. Die elektrische Energie wird an Bord gewonnen – sowohl durch Bremsenergierückgewinnung als auch mithilfe des 110 kW/150 PS leistenden 1,5-Liter-Ottomotors mit Turboaufladung. Der treibt nicht nur die Vorderräder an, er erzeugt zudem Strom für den 130 kW/177 PS starken Elektromotor. Im Falle des Actyon Hybrid, der sich von seinem herkömmlichen Benzin-Bruder äußerlich nicht unterscheidet, entsteht auf diese Art eine ausgesprochen kraftvolle Systemleistung von 150 kW/204 PS.
Das vom chinesischen Autohersteller BYD zugelieferte Hybridsystem arbeitet mit einer 1,83 kWh starken Antriebsbatterie. Wie bei solchen Systemen üblich, kann das Fahrzeug bis Tempo 100 elektrisch fahren. Das heißt, der Actyon Hybrid rollt als Stromer los. Oftmals schaltet sich wegen der vergleichsweise kleinen Batterie schon früh der Verbrenner dazu – demnach sind die rein elektrischen Strecken nicht allzu lange durchhaltbar.
Fahreindruck im Alltag:
Leise unterwegs, aber akustisch nicht immer einwandfrei
Es war während der Testfahrten in der Stadt und über Land sehr angenehm, leise surrend das im Leerzustand gut 1,7 Tonnen wiegende Gefährt auf Trab zu bringen. Je nach Beschleunigung und mit zunehmenden Kilometern kommt der Benziner selbstverständlich zum Einsatz. Doch selbst mit sehr maßvoll eingesetztem Gasfuß fiel auf Dauer auf, dass zwischen komplettem Strombetrieb und unterstützendem Ottomotor eine gewisse Unruhe herrschte. Im gefühlten Vergleich zu manch anderem Vollhybriden meldete sich der Benziner häufiger und wahrnehmbarer zu Wort als erwartet. Vielleicht würde auch eine etwas ausgefeiltere Geräuschdämmung helfen. Ruckeln während der Fahrt war allerdings nicht spürbar; die Hybrid-Automatik vermittelte jene Souveränität, die man sich von einem Mittelklasse-SUV wünscht.
Verbrauch und Reichweite: Der Vollhybrid spart deutlich Kraftstoff
Eine deutliche Sprache hat am Ende der Bordcomputer gesprochen: Mit einem Testverbrauch von 6,1 Litern Super (138 g CO2/km) lagen wir exakt auf dem WLTP-Normwert. An der Tankstelle kann der Neue zweifellos punkten: Der frontgetriebene Actyon ohne Hybrid – mit Automatikgetriebe – steht ihm mit 8,5 Litern (194 CO2/km) gegenüber. Zugegebenermaßen haben wir auf der Autobahn an der möglichen Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h nicht mal gekratzt – schneller als Tempo 120 war aufgrund der Verkehrsdichte nicht drin.
Fahrwerk und Komfort: Eher entspannt als sportlich abgestimmt
Beim Fahrwerk dürfte es einen Tick straffer zugehen, aber wer nicht gerade leidenschaftliche Slalomübungen bevorzugt, bekommt von der tendenziell leichten Neigung zum Wanken nichts mit.
Innenraum und Bedienung:
Viel Platz, aber komplexe Menüführung
Im Cockpit ist man zunächst von Schaltern auf dem großen Lenkrad erfreut – ist heutzutage ja keine Selbstverständlichkeit mehr, überhaupt noch jenseits der Bildschirme drücken und drehen zu können. Insgesamt erscheint es aber hier etwas überladen. Prima: Spiegel- und Fensterbewegungen sind wie gewohnt direkt an der Türinnenseite zu bewerkstelligen. Für unseren Geschmack ist die Menüführung im Bordinfomonitor und rechts daneben im Zentral-Touchscreen ein wenig kompliziert. Aber daran mag man sich im Laufe der Zeit gewöhnen. Schade nur, dass es keine nahegelegene Schalterleiste zum Klima-Direktzugriff gibt. Diese Einheit rechts außen auf dem Hauptbildschirm liegt nicht griffgünstig.
In der zweiten Reihe kann man über mangelnde Kopf- oder Beinfreiheit nicht klagen, im Kofferraumabteil steht mit mindestens 668 Litern reichlich Stauplatz zur Verfügung – alles in allem kein Wunder bei einem 4,74 Meter langen Wagen.
Preis, Ausstattung und Antrieb des KGM Actyon Hybrid
Der KGM Actyon Hybrid wird über ein solide ausgebautes Händlernetz angeboten. Er steht nur in der höchsten Ausstattungsvariante Lux ab 44.890 Euro mit einer ganzen Armada von Komfort- und Sicherheitssystemen zur Verfügung. Aber hoppla: Auch wenn er anders aussieht, das Vollhybrid-SUV ist grundsätzlich ein Fronttriebler. Allradantrieb gibt’s im Actyon nur mit der reinen Benziner-Motorisierung ohne E-Unterstützung.
Technische Daten KGM Actyon Hybrid
| Motoren | Vollhybrid: 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner, 110 kW/150 PS, 220 Nm; |
| Normverbrauch | 6,1 l S, 138 g CO2/km (WLTP) |
| L x B x H | 4,74 x 1,91/k. A. x 1,68 m |
| Kofferraum | 668–1.568 l |
| Zuladung | 565 kg |
| Anhängelast | 1.300 kg |
| Stützlast | 60 kg |
| Preis ab | 44.890 € |
„Der Actyon Hybrid hinterlässt bei mir ein zwiespältiges Gefühl – überzeugend im Verbrauch und beim Raumkonzept, aber mit zu unruhigem Hybridantrieb und zu verspielt im Cockpit.“
Impressionen
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