Fahrbericht: Mazda MX-30 R-EV – die Reanimation
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Lange ist es her, dass Mazda einen Wankelmotor in Deutschland anbot. Kenner erinnern sich an das von 2003 bis 2012 gebaute Sportcoupé RX-8. Nun feiert das Kreiskolben-Aggregat im MX-30 seine Wiedergeburt.
2020 kam der 4,40 Meter lange Crossover MX-30 als erstes eigenständiges E-Auto von Mazda auf den Markt. Dessen WLTP-Reichweite von nur 200 Kilometern mag ein Grund dafür sein, dass der MX-30 bislang noch nicht so richtig Fuß gefasst hat. Eigentlich schade, denn sein schickes Kleid wirkt erfreulich eigenständig im Straßenbild und das Interieur hochwertig. Der Fahrkomfort ist tadellos und das Platzangebot angemessen für zwei Personen, die nur gelegentlich bis zu drei Mitfahrende im knapp geschnittenen Fond chauffieren möchten. Dies aber eben nicht über weite Strecken.
Mehr unterbrechungsfreies Fahrerlebnis will Mazda in der Variante R-EV mit Kreiskolbenmotor als Reichweitenverlängerer (Range Extender) ermöglichen. Für kurze Distanzen im Alltag soll der Strom im Akku genügen und auf Ausflügen kein Ladestopp stören.
Konstruiert ist der Antrieb als serieller Plug-in-Hybrid mit E-Maschine, Kreiskolbenmotor und Generator. Angetrieben werden die Vorderräder in allen Fahrsituationen nur durch den E-Motor. Mit einer Ladung des 17,8-kWh-Akkus im Unterboden schafft der R-EV nach WLTP bis zu 85 Kilometer. Trotz 50-Liter-Benzintank bleibt das Kofferraumvolumen gegenüber dem rein elektrischen MX-30 unangetastet.
Immer Strom am Rad
Wird im EV-Modus gefahren, schaltet sich die Verbrenner-Generator-Einheit automatisch hinzu, wenn der Stromvorrat zur Neige geht, um die zum Fahren nötige Energie zu erzeugen. Vollständig geladen ist ein leerer Akku an einer 11-kW-Box laut Werksangaben in eineinhalb Stunden. DC-Laden ist bis 36 kW möglich.
Im Normal-Modus, der seinen Namen mit Recht trägt, nutzt das Auto so lange Akkustrom, bis der Ladestand auf 40 Prozent absinkt. Erst dann tritt der Wankel wieder von selbst auf den Plan und hält den Stromspeicher bei etwa 45 Prozent. Es steht also immer genug Energie für den Antrieb bereit, das Fahrgefühl ist entsprechend elektrisch.
Besonders sorgsamer Umgang mit Kraftstoff war es nicht, was dem Wankel als Range Extender den Vorzug vor einem ein- oder zweizylindrigen Hubkolbenmotor gab. Vielmehr waren es die platzsparende Bauform und eine im Vergleich ausgeprägtere Laufruhe. Nach unserer ersten Begegnung mit ihm können wir bestätigen: Der Verbrenner läuft vibrationsarm und akustisch dezent. Sein Einsatz kommt unmerklich und fällt eigentlich nur auf, wenn das Radio nicht läuft.
Mehr als nur eine Randnotiz zum Schluss: Mazda bietet den R-EV mit Range Extender zum gleichen Listenpreis ab 35.990 Euro an wie den rein elektrischen MX-30. Zwar treibt immer Strom den R-EV an, verkauft wird er aber als Plug-in-Hybrid. Bei der E-Auto-Förderung geht er also leer aus.
Technische Daten Mazda MX-30 R-EV
| Motoren: | E-Motor: 125 kW/170 PS, 260 Nm; Range Extender (Benziner): 0,83-l-Einscheiben-Kreiskolbenmotor: 55 kW/75 PS, 117 Nm |
| Antrieb, Getriebe | Front, Eingang automatisch |
| 0–100 km/h, Spitze: | 9,1 s, 140 km/h |
| Normverbrauch: | 1,0 l S + 17,5 kWh, 21 g CO2/km lokal* (WLTP) |
| Länge x Breite x Höhe: | 4,40 x 1,80/2,04 x 1,56 m |
| Radstand, Wendekreis: | 2,66 m, 11,4 m |
| Kofferraum: | 350–1.137 l |
| Leergewicht, Zuladung: | 1.853kg, 398 kg |
| Anhängelast: | keine |
| Stützlast, Dachlast | 75 kg, 75 kg |
| Akkukapazität, Reichweite | 17,8 kWh, 85 km (WLTP) |
| Preis: | ab 35.990 Euro |
* entspricht 97 g CO2/km gemäß dt. Strommix 2022 geschätzt lt. Umweltbundesamt: 434 g CO2/kWh
Impressionen
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