Junge Frau betrachtet in einer Apotheke Salbentube, die sie aus einer Kartonverpackung herausgenommen hat.

Medikamentenkauf im Urlaub: So vermeiden Reisende gefälschte Arzneimittel

3 min

07.10.2026Simone Eber

Wer im Urlaub Medikamente benötigt, sollte beim Kauf besonders vorsichtig sein. Gefälschte oder minderwertige Arzneimittel können die Gesundheit gefährden. Wir erklären, worauf zu achten ist.

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Es gibt viele Gründe, Medikamente erst am Urlaubsort zu kaufen: etwa vergessene Arzneimittel, eine ungeplante Verlängerung der Reise oder eine plötzlich auftretende Erkrankung. Besonders in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen besteht dabei ein erhöhtes Risiko, an minderwertige oder gefälschte Medikamente zu geraten. 
Das CRM Centrum für Reisemedizin empfiehlt deshalb, notwendige Dauermedikamente möglichst vollständig aus Deutschland mitzunehmen und Arzneimittel vor Ort ausschließlich in lizensierten Apotheken oder etablierten Gesundheitseinrichtungen zu erwerben.

Gefälschte Medikamente können der Gesundheit schaden

Gefälschte oder minderwertige Arzneimittel können erhebliche gesundheitliche Folgen haben. Häufig enthalten sie zu wenig oder keinen Wirkstoff oder setzen diesen unzureichend frei. Bei Antibiotika kann dies zudem die Entstehung antimikrobieller Resistenzen begünstigen. 
„Viele Reisende denken bei Medikamentenfälschungen vor allem an gefährliche Inhaltsstoffe. Tatsächlich besteht das größte Risiko aber darin, dass Arzneimittel ihre therapeutische Wirkung nicht oder nur unzureichend entfalten“, erklärt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin.

Medikamente im Ausland: Wo besondere Vorsicht gilt

Gefälschte und qualitativ mangelhafte Medikamente kommen weltweit vor. Besonders häufig werden sie jedoch in Ländern Zentral- und Westafrikas sowie in Südostasien gefunden. 
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen außerdem, dass Arzneimittel auf informellen Märkten deutlich häufiger Qualitätsmängel aufweisen als Produkte aus offiziell betriebenen Apotheken und staatlichen oder kirchlichen Gesundheitseinrichtungen. Wer Medikamente im Reiseland benötigt, sollte Straßenhändler, Marktstände und andere informelle Verkaufsstellen daher konsequent meiden.

Originalverpackungen schützen vor gefälschten Medikamenten

Tabletten und Kapseln aus großen Sammelbehältern sind häufiger von Qualitätsmängeln oder Fälschungen betroffen als original verschlossene Blisterpackungen. Zusätzliche Hinweise können Rechtschreibfehler auf der Verpackung, beschädigte Packungen, fehlende Beipackzettel oder nicht nachvollziehbare Herstellerangaben sein. 
Lassen sich Herkunft oder Hersteller eines Arzneimittels nicht eindeutig überprüfen, empfiehlt das CRM, auf die Einnahme zu verzichten und fachlichen Rat einzuholen. Denn: „Laien können Fälschungen in der Regel nicht erkennen“, so Professor Jelinek.

Medikamente für Kinder: Sirupe unbekannter Herkunft meiden

Besondere Vorsicht gilt bei Arzneimitteln für Kinder. Verunreinigte Sirupe haben in den vergangenen Jahren wiederholt schwere Vergiftungen und Todesfälle verursacht. Pädiatrische Sirupe unbekannter Herkunft sollten deshalb grundsätzlich gemieden werden.

Reiseapotheke: Medikamente für den Urlaub richtig vorbereiten

Eine sichere Versorgung mit Medikamenten auf Reisen beginnt daher bereits vor der Abreise. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte diese möglichst vollständig aus Deutschland mitbringen. Müssen Arzneimittel dennoch vor Ort gekauft werden, empfiehlt das CRM, original verschlossene Blisterpackungen zu bevorzugen und bei Zweifeln an Qualität oder Echtheit auf die Einnahme zu verzichten und medizinischen Rat einzuholen.

Checkliste: Medikamente auf Reisen

  • Notwendige Dauermedikamente möglichst vollständig aus Deutschland mitnehmen
  • Arzneimittel im Reiseland ausschließlich in offiziell betriebenen Apotheken oder etablierten Gesundheitseinrichtungen kaufen – Straßenhändler und informelle Verkaufsstellen meiden
  • Original verschlossene Blisterpackungen bevorzugen, keine losen Tabletten kaufen
  • Verpackung auf Rechtschreibfehler, Beschädigungen und vollständige Angaben prüfen, im Zweifel medizinischen Rat einholen
  • Bei Kindern Sirupe unbekannter Herkunft grundsätzlich vermeiden
  • Bei Zweifeln an Qualität oder Echtheit das Arzneimittel nicht einnehmen und ärztlichen oder pharmazeutischen Rat einholen

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