Fahrbericht: Nissan Ariya Evolve Pack – Stiller Teilhaber
3 min
Verglichen mit traditionell gezeichneten SUV sieht der Nissan Ariya aus, als käme er direkt aus der Zukunft. Bullige Front, eine scharfe Linienführung, schmale Voll-LED-Scheinwerfer und große Räder kennzeichnen das 4,60 Meter lange, vollelektrische SUV, das es wahlweise mit Front- oder Allradantrieb gibt.
Unser Testwagen in der dritthöchsten Ausstattungsstufe Evolve Pack verfügt über Frontantrieb, den schwächsten Motor mit 160 kW/218 PS und den kleinsten Akku mit 63 Kilowattstunden (kWh). Alle Ausstattungsstufen besitzen einen Schnellladestecker (CCS), mit dem sich an öffentlichen Ultraschnellladesäulen mit einer maximalen Ladeleistung von 130 kW Strom zapfen lässt.
Bei kalten Witterungsbedingungen wie im Testzeitraum konnte eine dreistellige Zahl aber nicht realisiert werden. Ohne Vorkonditionierung des Akkus, für das die Aktivierung einer Funktion in den Tiefen des Infotainmentsystems notwendig ist, kamen wir bestenfalls auf etwa 55 kW. Mit Vorkonditionierung stieg die Ladeleistung bei Temperaturen an der Null-Grad-Grenze kurzfristig auf etwa 80 kW an. Knackpunkt ist die Akku-Temperatur. Fällt diese zu niedrig aus, regelt das Batteriemanagement die Ladeleistung herunter, um dauerhafte Schäden der Zellen zu vermeiden. Ladestopps verlängern sich dadurch im Winter aber deutlich. Bei der Reichweite verspricht Nissan 403 Kilometer – mehr als 300 waren bei uns aber nicht drin.
Leiser Fahrbetrieb
Und die können auch schneller schmelzen: Trotz überwiegendem Eco-Modus und relaxter Fahrweise übertrafen wir den Normverbrauch von 18,1 kWh mehrheitlich. Bei mindestens 15,6 und maximal 30,3 waren es im Test durchschnittlich 20 kWh.
Dem Fahrvergnügen tut das aber keinen Abbruch. Flüsterleise gleitet der Ariya über Straßen und lässt Poltergeräusche beim Überfahren von Unebenheiten trotz Winterreifen mit aufpreispflichtigen 20-Zoll-Rädern (1.000 Euro) weitestgehend im Dämmmaterial verklingen. Auch wenn man dem E-SUV die Sporen geben kann, eignet sich der Ariya mit dem kleinsten Motor doch eher für eine gediegene Fahrweise, gerade weil ein durchgetretenes Fahrpedal sofort die angezeigte Reichweite purzeln lässt.
Das futuristische Außendesign setzt sich auch im Innenraum fort. Sicherlich ein Hingucker: die elektrisch verschiebbare Mittelkonsole. Sie dient entweder dem Fahrer, sein rechtes Bein entspannt anzulehnen, oder den Passagieren im Fonds als Ablage. Ausreichend Kopf- und Beinfreiheit gibt es auf allen Plätzen, insbesondere auf der Rückbank fühlt man sich wie in Abrahams Schoß.
Technische Daten Nissan Ariya Evolve Pack
| Motor: | E-Motor, 160 kW/218 PS, 300 Nm |
| Antrieb, Getriebe | Front, Ein-Gang automatisch |
| 0–100 km/h, Spitze: | 7,5 s, 160 km/h |
| Normverbrauch: | 18,1 (WLTP)/20 kWh |
| CO2-Ausstoß Norm/Test: | 0 (WLTP)/84* g/km |
| Länge x Breite x Höhe: | 4,60 x 1,85/2,17 x 1,66 m4,69 x 1,86/2,18 x 1,65 m |
| Radstand, Wendekreis: | 2,78 m, 10,8 m |
| Kofferraum: | 468–1.350 l |
| Leergewicht, Zuladung: | 1.980 kg, 420 kg |
| Anhängelast: | 750 kg |
| Stützlast, Dachlast | 75 kg, 75 kg |
| Akkukapazität: | 63 kWh |
| Typklassen KH/VK/TK: | 15/26/22 |
| Kfz-Steuer pro Jahr: | 0 Euro |
| Grund-, Testwagenpreis: | 56.490 Euro/58.490 Euro |
| Modell verfügbar ab: | 47.490 Euro |
| Auswahl Basis-Serienausstattung: | Sechs Airbags, 2-Zonen-Klimaautomatik, LED-Scheinwerfer, Alarmanlage, Einparkhilfe vorne und hinten, adaptiver Tempomat, Rückfahrkamera, Notbremsassistent vorne und hinten, aktiver Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung, Totwinkelassistent, Navigationssystem, Wärmepumpe, Mode-3-Ladekabel (22 kW) |
* gemäß dt. Strommix 2021 geschätzt lt. Umweltbundesamt: 420 g CO2/kWh
Impressionen
Alle Fotos: Wolfgang Sievernich
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