Fahrbericht: Kia EV9 – ein echter Pfundskerl
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Was für ein Koloss! Der Kia EV9 wirkt, als hätte man ihn aus dem Vollen geschnitzt. Eine erste Begegnung mit dem neuen vollelektrischen Topmodell der Koreaner.
Bullige Front, kantige Linien, massige Radläufe und große Räder kennzeichnen Kias neues rein elektrisches SUV. Auch unter dem fünf Meter langen Blech des Koreaners wird geklotzt: mindestens 2,5 Tonnen schwer, Heck- oder Allradantrieb, Platz für bis zu sieben Personen, 99,8-kWh-Akku, eine Ladeleistung von 210 kW – und mit bis zu 283 kW/385 PS eines echten Flaggschiffs würdig.
Inklusive Außenspiegel kommt der EV9 auf eine stattliche Breite von 2,26 Metern und dürfte damit in Autobahnbaustellen wohl oft mit der rechten Fahrspur vorliebnehmen müssen. Gegen Aufpreis (1.190 Euro) sind in der höchsten Ausstattungsstufe GT-Line auch grazilere digitale Außenspiegel erhältlich, mit denen sich die Fahrzeugbreite um 13 Zentimeter verringern lässt. Das Bild der Außenkameras wird dabei im Innenraum auf zwei Monitoren an den Türen angezeigt.
Trotz seines hohen Gewichts marschiert unser Testwagen mit dem stärksten E-Motor beim Tritt auf das Fahrpedal mit einer Vehemenz voran, die wir dem Dickschiff gar nicht zugetraut hätten. Im Innenraum herrscht dabei gediegene Ruhe, selbst die Reifenabrollgeräusche dringen kaum bis zu den Ohren der Passagiere vor.
Drehbare Sitze
Serienmäßig mit sieben Sitzen in drei Sitzreihen, gibt es den EV9 in der Ausstattungsstufe GT-Line auch als Sechssitzer. Statt auf der Rückbank sitzen die Fahrgäste in der zweiten Reihe gegen Aufpreis (990 Euro im Paket) dann auf zwei Einzelsitzen, die sich um 90 Grad zur geöffneten Tür und um 180 Grad zur dritten Sitzreihe manuell schwenken lassen. Ist diese gleichfalls besetzt, ist die Beinfreiheit allerdings knapp bemessen. Bei aufrechter Position aller Sitzlehnen müssen sich die Insassen bei einem Kofferraumvolumen von 333 Litern in der Gepäckauswahl ziemlich einschränken. Erst wenn die Lehnen der dritten Reihe umgeklappt werden, stehen alltagstaugliche 828 Liter (Sechssitzer) und bei umgeklappten Lehnen der zweiten und dritten Sitzreihe bis zu 2.393 Liter zur Verfügung.
Alltagstauglich fällt auch die Reichweite aus: In der von uns gefahrenen Allradversion EV9 GT-Line (ab 82.380 Euro) gibt Kia mit 21-Zoll-Rädern 505 Kilometer an. Der Normverbrauch soll dabei 22,8 kWh betragen. Auf unserer ersten Testfahrt haben wir auf französischen Autobahnen, Landstraßen und in der Stadt 20,7 kWh verbraucht.
Technische Daten Kia EV9
| Motoren | Elektro: 150 kW/204 PS, 350 Nm; 283 kW/385 PS, 600 Nm (Dual Motor); 283 kW/385 PS, 700 Nm (Dual Motor) |
| Antrieb, Getriebe | Heck oder Allrad, Eingang automatisch |
| 0–100 km/h, Spitze: | 5,3–9,4 s, 185–200 km/h |
| Norm-/Testverbrauch: | 20,2–22,8 kWh, 0 g CO2/km lokal* (WLTP) |
| Länge x Breite x Höhe: | 5,01–5,02 x 1,98/2,26 x 1,76–1,78 m |
| Radstand, Wendekreis: | 3,10 m, 12,4 m |
| Kofferraum: | 333–2.393 l |
| Leergewicht, Zuladung: | 2.501–2.749 kg, 542–615 kg |
| Stützlast, Dachlast: | 45–125 kg, 65–100 kg |
| Anhängelast: | 900–2.500 kg |
| Akkukapazität/Reichweite | 99,8 kWh, 505–563 km (WLTP) |
| Preis: | ab 72.490 Euro |
* entspricht 88-99 g CO2/km gemäß dt. Strommix 2022 geschätzt lt. Umweltbundesamt: 434 g CO2/kWh
Impressionen
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