Blick aus der Vogelperspektive auf Kirchtürme und Dächerlandschaft Göteborgs

Göteborg: Wo Schwedens Sommer am schönsten ist

3 min

27.07.2026Martina Katz

 

Göteborg tut viel für seine Gäste: Der Botanische Garten und das Freibad im Fluss Göta Älv sind kostenfrei nutzbar, das Wissenschaftsmuseum überrascht mit interaktiver KI und auch kulinarisch gibt’s einiges zu entdecken. Hinzu kommt die lässige Lebensart der Einheimischen.
 

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Botanischer Garten Göteborg: 
20.000 Pflanzenarten entdecken

„Der Botanische Garten Göteborg ist noch recht jung. Er ist erst hundert Jahre alt“, sagt Stina Weststrand. Die 38-jährige Biologin, die einen Doktortitel in Pflanzensystematik hält, ist Mitarbeiterin im wissenschaftlichen Kuratorenteam des auch Botaniska genannten Parks. „Wir entscheiden darüber, welche Pflanzen angebaut und wie die Sammlungen genutzt werden sollen“, ergänzt sie. 
 

Junge Frau in T-Shirt und Jeans vor Baum mit grünen Blättern.
Stina Weststrand ist Kuratorin im Botaniska, dem größten Botanischen Garten Schwedens. Foto: Martina Katz

Mit einer Fläche von gut 75 Fußballfeldern ist der Botaniska der größte Botanische Garten in Schweden. Rund 20.000 Pflanzenarten gedeihen hier in Steingärten, auf der japanischen Lichtung oder im Rhododendron-Tal. Die günstige Topografie mit geschützten Tälern macht einen Anbau vieler Arten aus verschiedenen Teilen der Welt möglich. Damit auch die Optik stimmt, sind rund 30 Gärtner im Einsatz. 

„Eine Besonderheit ist, dass der Park keiner Universität gehört, sondern der Provinz Västra Götaland. Sie speichert die Herkunft und Historie der Pflanzen in einer Datenbank und treibt die Wissensvermittlung an die Menschen voran“, sagt Stina und zeigt auf eine Reihe bunt blühender Sträucher, von denen jeder ein eigenes Namenschild hat. 

Saluhallen und Gustaf-Adolf-Platz: 
Rund um die Königsstraße

Västra Götaland ist nach Stockholm die bevölkerungsreichste Provinz Schwedens. In deren Hauptstadt Göteborg fährt man mit Hybridbussen, der blauen Tram oder dem Rad. Wer gut zu Fuß ist, spaziert die Königsstraße entlang, die vor hundert Jahren nach dem Vorbild des Champs-Élysées angelegt wurde, mit Bäumen, Cafés und Restaurants. 
 

Blick auf eine Markthalle mit verschiedenen Ständen und einer Glas-Stahl-Konstruktion als Dach
Die 1889 eröffneten Saluhallen sind ein beliebter Treffpunkt für Fans schwedischer und weltweiter Feinkost. Foto: Martina Katz

Ein paar Parallelstraßen weiter nördlich chillen die Göteborger auf dem zentralen Gustaf-Adolf-Platz. Man sitzt am Kanal, beobachtet das Treiben und genießt die Aussicht auf die Statue des Stadtgründers und die historischen Gebäude. 

Freitags und samstags treffen sich die Provinzstädter in den Saluhallen. Die architektonisch schicke Markthalle südlich der Königsstraße, in der schon Ende des 19. Jahrhunderts über 90 Stände Fleisch, Butter und Käse feilboten, ist heute ein Feinkost-Paradies. Frische Garnelen, Eis in Herzform und westschwedische Fleischspezialitäten finden hier ihre Abnehmer. Glücklich schätzen können sich diejenigen, die zur Mittagszeit einen der Außentische des Restaurants Kajutan ergattern und dort frisches Krabbenbrot oder Fischbällchen genießen.

Quell der Überraschungen: 
Wissenschaftsmuseum Universeum

Direkt neben dem bekannten Freizeitpark Liseberg liegt das Universeum Science Centre. Dort erforscht das Team um Håkan Sigurdsson die Welt mithilfe von Wissenschaft, Technologie und Mathematik. Es geht um kleinste Atome, künstliche Intelligenz, Ökosysteme und gewaltige Galaxien. 
 

Besucher schauen auf ein nostalgisches Kettenkarussell in Fahrt, im Hintergrund eine Achterbahn
Im Freizeitpark Liseberg bieten nostalgische Karussells und supermoderne Fahrgeschäfte einen spannenden Mix. Foto: Martina Katz

„Wir haben den modernsten Visualisierungsdom der Welt. Sieben Projektoren à 250 Kilogramm werfen mit 8K-Auflösung Tausende Sterne an die Decke“, sagt der wissenschaftliche Direktor stolz. Die Wisdome-Show, bei der sich die Besucher wie in einem Raumschiff fühlen und auf das All schauen, zieht auch diejenigen in ihren Bann, die nichts mit dem Raumschiff Enterprise am Hut haben. 

Dass die Ausstellung ein Quell der Überraschungen ist, demonstriert Håkan nur zu gerne. Er spaziert über eine Hängebrücke des hauseigenen Regenwalds, der das komplexe Ökosystem erklärt, testet seinen Reflex beim interaktiven Angriff einer Königskobra und lässt sein Alter und seine Gemütsstimmung von einem KI-Monitor bestimmen. „Das Ergebnis ist erstaunlich, aber wir arbeiten ja auch mit der neuesten KI-Technik“, sagt der 64-Jährige und lacht.
 

Blick auf eine kopfsteingepflasterte Gasse mit alten Gebäuden und Gastronomie mit Außenplätzen
Für die Fika, die schwedische Kaffeepause, empfiehlt sich ein Besuch im idyllischen Altstadtviertel Haga. Foto: Martina Katz

Liseberg, Fika und Craft Beer: 
Göteborgs entspannte Lebensart

Außerhalb der Museen zeigt sich Göteborg genauso zukunftsweisend. Läden und Cafés sind cashfree, nehmen Zahlungen nur per Karte entgegen. Zudem betreibt die Stadt den Liseberg-Vergnügungspark, von dessen Einnahmen sie ein Fünftel in städtische Krankenhäuser investiert. 

Er gilt als Schwedens größter Freizeitpark mit ultramodernen Fahrgeschäften und traditionellem Kettenkarussell. Das übrigens gut ins Altstadt-Viertel Haga mit seinen Kopfsteinpflastergassen passen würde. Dort laden noch die traditionellen Holzhäuser zum Bummel ein. Darin kleine Läden und Cafés, in denen die Fika, die schwedische Kaffeepause, inklusive Zimtschnecke Usus ist. 

Mann mit Basecap und T-Shirt steht hinter bunten Bierdosen an einem Tresen.
Pontus Henryz von der Mikrobrauerei „Två Feta Grisar“ trägt zur Biervielfalt in Göteborg bei. Foto: Martina Katz

Hipper geht’s am anderen Ufer des Göta Älv in Ringön zu. Seit der Gründung Göteborgs vor mehr als 400 Jahren gilt die Stadt als Brauerei-Mekka. Heute verteilen sich mehr als ein Dutzend vornehmlich kleine Brauereien auf die paar Quadratkilometer des ehemaligen Industriegebiets. 

Betriebe wie „Vega“ oder „Två Feta Grisar“, übersetzt Zwei fette Schweine, bieten am Wochenende Bierproben und deftige Speisen an. Wenn dazu Livemusik kommt, sind die Göteborger in ihrem Element und Zugereiste herzlich willkommen.

Kostenloses Hafenbad in Göteborg: 
Sommerflair am Göta Älv

„Bei uns kann man den Alkohol wieder ausschwitzen“, sagt Amelie Sandow und grinst. Die blonde 48-Jährige ist Projektmanagerin des Hafenbads im Jubileumsparken in Frihamnen, einem ehemaligen Hafengebiet. 
 

Blick auf eine Plattform mit Stegen und Badegästen am Wasser
Das kostenlose Hafenbad in Frihamnen zieht Einheimische und Touristen in der Sommerzeit gleichermaßen an. Foto: Martina Katz

Das kostenlose Freibad ist Ergebnis einer Befragung der Anwohner, die sich mehr Nähe zum Wasser, mehr Grünflächen und mehr Plätze zum Abhängen wünschten. Entstanden ist ein hübsches Ensemble aus blühendem Park, zwei Salzwasserpools im Fluss Göta Älv, einem darin integrierten Süßwasserbecken und einer futuristisch anmutenden Sauna aus wiederverwendeten Wellblechplatten. 

„Sauberes Salzwasser wird durch Schläuche aus sechs Metern Tiefe heraufgepumpt, genutztes Süßwasser durch mehrere Schichten leichten Schotters gefiltert und zurück in den Pool geleitet“, erklärt Amelie die Technik. „Und gegen neugierige Seelöwen sind die Badegäste durch unterirdische Netze geschützt.“ Die Göteborger wissen einfach, wie sie Einwohner und Besucher bei Laune halten.

ARCD-Reiseservice Göteborg 

Anreise

  • Ab Stuttgart fliegt z. B. Eurowings nach Göteborg (ab ca. 386 € für Hin- und Rückflug).

Unterkunft

  • Liseberg Grand Curiosa, stilvolles Familienhotel mit asiatisch gestylten Zimmern und Blick auf den Vergnügungspark

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Weitere Infos:

Martina Katz.

„Ich habe mit Göteborg eine neue Liebe entdeckt. Die Lage am Wasser und das tolle Freizeitangebot empfand ich als Urlaubsflair pur.“

Martina Katz

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