Zwei Radfahrer fahren bergab auf einem Radweg im Wald.

Kombibremse für Fahrräder und Pedelecs: Mehr Sicherheit durch automatische Bremskraftverteilung

3 min

13.04.2026Thomas Schreiner

Ein Forschungsprojekt der Hochschule Pforzheim zeigt: Die Kombibremse könnte die Sicherheit von Fahrrädern und Pedelecs verbessern – durch automatische Bremskraftverteilung und intuitivere Bedienung. Es wäre ein wichtiger Fortschritt angesichts großer Wissenslücken bei vielen Radfahrenden.

 

Ein Forschungsprojekt unter Leitung von ARCD-Vizepräsident Prof. Jürgen Wrede am Institute for Smart Bicycle Technology (ISBT) der Hochschule Pforzheim untersucht die Kombibremse für Fahrräder und Pedelecs (wir berichteten). Dieses System verteilt die Bremskraft automatisch auf beide Räder, auch wenn nur ein Bremshebel betätigt wird. 
 

Ein Fahrrad steht in einem Flur.

Praxistest am S-Pedelec: Versuchsträger für Bremsen-Innovation

Unter anderem mit Unterstützung der gemeinnützigen ARCD-Verkehrssicherheits-GmbH wurde ein S-Pedelec-Versuchsträger (Foto) mit elektronischem Bremskraftverteiler aufgebaut. An diesem Versuchsträger lassen sich beliebige Bremshebelzuordnungen und Bremskraftverteilungen per Software einstellen, um unterschiedliche Konfigurationen zu testen. Bisherige Versuche hätten laut Prof. Wrede bereits gezeigt, dass sich mit der Kombibremse die Bremssicherheit bei Pedelecs und S-Pedelecs verbessern lasse.

 

Fahrradfahrende wissen oft zu wenig über Bremsen – Studie zeigt Wissenslücken

Warum sich diese Forschung lohnt? Eine aktuelle Studie des ISBT unter 1.000 Radfahrenden offenbarte deutliche Wissenslücken: Rund zwei Drittel der Befragten verfügen demnach über unzureichende oder falsche Kenntnisse zu Bremstechnik und Bremsverhalten. Viele nutzen nicht beide Bremshebel, selbst bei einer starken Bremsung. Zahlreiche Befragte können außerdem nicht sicher sagen, welcher Hebel welches Rad bremst. Auch unter Vielfahrenden ist die Unsicherheit groß. 

Vorteil der Kombibremse: Intuitive Bedienbarkeit erhöht Sicherheit im Straßenverkehr

Solche Fehleinschätzungen erhöhen das Unfallrisiko, insbesondere in Gefahrensituationen. Die Forschenden des ISBT folgern daraus: Bremssysteme sollten intuitiv funktionieren. ABS könne zum Beispiel das Blockieren verhindern. Prof. Wrede hat dem SWR zum Fahrrad-ABS ein Interview gegeben, das hier nachgehört werden kann

Zusätzlich zum ABS habe laut ISBT auch die Kombibremse das Potenzial, Fehlbedienungen auszugleichen und unabhängig von der Hebelbetätigung eine sichere maximale Verzögerung zu ermöglichen.

 

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