Walking in Memphis: Ein Tag in der Hauptstadt des Blues
3 min
8:00 Uhr
GOOD MORNING!
Ideale Einstimmung: The Central Station Memphis in South Main. Das coole Hotel im Backstein-Look ist in einem über 100 Jahre alten Bahnhofsgebäude untergebracht. Auf dem Zimmer wird man mit Bluesmusik begrüßt, in der Bar legt abends ein DJ auf, die Wände der Lobby sind mit Lautsprecherboxen und LPs dekoriert.
9:00 Uhr
FRÜHSTÜCK
Gegenüber vom Hotel wartet das Arcade Restaurant mit einem deftigen Southern Breakfast: Eier und Speck gehören immer dazu, auch in Kombination mit Süßem wie Pancakes. Zusätzlich werden Hash Browns (Kartoffelpuffer), Grits (Maisgrütze) und Gravy (Bratensoße) serviert. 1919 gegründet, war Memphis’ ältestes Diner bei vielen Celebrities beliebt – darunter Elvis Presley, dem eine eigene Sitzecke gewidmet ist.
10:00 Uhr
INS MUSEUM
Gänsehaut im Lorraine Motel: Auf einem Balkon dieses Hotels wurde Martin Luther King am 4. April 1968 von einem Attentäter erschossen. Am Vortag hatte er an einem Protestmarsch in Memphis teilgenommen. Seit 1991 ist hier das National Civil Rights Museum untergebracht. Berührend und anschaulich erzählt es vom langen Kampf der schwarzen US-Bevölkerung um Gleichberechtigung – von der Zeit der Sklaverei bis heute.
13:00 Uhr
LUNCH
Hier darf mit den Fingern gegessen werden: Im Central BBQ gehen kross-würzige Rippchen und Hähnchenflügel über den Tresen; Kultstatus genießen die Sandwiches mit zartem Pulled Pork. In einer Stadt, die eine Weltmeisterschaft für Barbecue Cooking austrägt, diskutiert man leidenschaftlich über Würzung, Gardauer und -art von Fleisch. Memphis Style Barbecue eben
15:00 Uhr
NACHMITTAG FÜR SPORTLER
Die Beine vertreten und den Memphians bei ihren Freizeitaktivitäten zuschauen: Das geht super im neu gestalteten Tom Lee Park am Mississippi. Mit Blick auf die ikonische M-förmige Brücke und die Memphis Pyramid tummeln sich Jogger, Skater, Ballsportler und spielende Kinder. Ein viertelstündiger Spaziergang am Flussufer Richtung Süden führt zum Big River Crossing, der längsten Fußgängerbrücke über den Mississippi. Auf der knappen Meile hinüber überschreitet man die Staatengrenze nach Arkansas.
15:00 Uhr
NACHMITTAG FÜR BUMMLER
Im alternativen Stadtteil Cooper-Young warten Geschäfte jenseits des Mainstreams wie Burke’s Books oder Goner Records und einladende Restaurants wie The Beauty Shop. Gut zwei Meilen nördlich liegt die Overton Park Shell. Auf der Freilichtbühne im gleichnamigen Park gab nicht nur Elvis 1954 sein erstes bezahltes Konzert – der Reigen der Bands, die hier im Lauf der Jahrzehnte performten, spiegelt amerikanische Musikgeschichte. Einen Überblick gibt das liebevoll gestaltete Backstage-Museum, das bis zur Toilette mit Memorabilia vollgestopft ist.
18:00 Uhr
COCKTAILS & DINNER
Bummler und Sportler treffen sich abends im The Memphian Hotel. Vor dem Aufzug zur Skybar gibt es eine Stilkontrolle – Hoodie, Shorts und Basecap sind hier mal nicht erwünscht. Zu Recht, denn für das Refugium im Safaristil mit Blick auf den Overton Park kann man sich ruhig ein bisschen aufbrezeln, dann munden die Sternzeichen-Cocktails noch besser! Auf Hungrige wartet im Erdgeschoss des Hotels ein Restaurant mit Burgern, Pasta, Fisch und mehr.
21:00 Uhr
LATE NIGHT
Krönender Abschluss: die Beale Street. Als „Home of the Blues“ und Zentrum der schwarzen Musik der USA gefeiert, entwickelten hier Größen wie Louis Armstrong und B. B. King von den 1920er- bis in die 1940er-Jahre den Memphis Blues. Dem Feeling von damals kann man bei Livemusik etwa im B.B. King's Blues Club nachspüren – oder einfach unter den Leuchtreklamen im als „Historic District“ eingestuften Teil der Straße entlangspazieren.
„Ich war begeistert davon, wie die Memphians ihre musikalischen, kulturellen und kulinarischen Traditionen leben. Besonders gut hat mir gefallen, dass sich die Stadt bestens zu Fuß erkunden lässt – im Autofahrerland USA keine Selbstverständlichkeit.“
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