Wie die ARCD-Ortsclubs die Corona-Krise meistern

Der OC Aller-Weser konnte im Sommer sogar ein Pkw-Sicherheitstraining durchführen. Foto: Georg Rolink

Für Ehrenamtliche war und ist die Corona-Krise eine harte Zeit. Keine persönlichen Treffen, keine Veranstaltungen, keine Gemeinschaft. Dennoch haben es die Mitglieder der ARCD-Ortsclubs geschafft, den Kontakt aufrecht zu erhalten und zusammen – wenn auch getrennt – durch diese Phase zu ­gehen. Wir haben mit sechs Vertretern der Landesverbände gesprochen, wie sie 2020 erlebt haben.

Clubabende, Ausflüge und Fahrten, Vorträge zur Verkehrssicherheit, DEKRA-Prüfaktionen – all das und noch viel mehr gehört zum Leben der ARCD-Ortsclubs. Das Jahr 2020 lief allerdings auch dort nicht normal ab – wegen der Corona-Pandemie. Die ARCD-Ehrenamtlichen haben sich jedoch vieles einfallen lassen, um das Gemeinschaftsgefühl zu erhalten. Und im November wurden sie erneut von Kontaktbeschränkungen und „Lockdown light“ aufgehalten.

Angefangen hat es bei der Kommunikation. Die lief – und läuft jetzt wieder – in den meisten Fällen schriftlich ab. „Wir haben die OC-Mitteilungen auf sechs Seiten erhöht“, erzählt Helmut Ernst, Landesverbandsvorsitzender für Nordrhein-Westfalen. Mit dabei seien immer „Schmunzelwitze“ gewesen, um die Stimmung aufzulockern. „Das wurde auch gelesen und gut angenommen“, sagt Ernst. Auch Dr. Christian Jensen, Landesverbandsvorsitzender für Berlin und Brandenburg, setzte auf Print. Seit 32 Jahren bringt er das Mitteilungsblatt „Zündkontakt“ heraus. Aber: „Das Persönliche fehlt schon“, berichtet Dr. Jensen. Man sei ausgebremst worden. „Da besteht die Gefahr, dass man den Kontakt zu den OC-Mitgliedern verliert.“ Andere haben, als man wieder durfte, kleine, private Treffen im eigenen Garten organisiert. „Die Stimmung war gut, weil wir uns draußen untereinander besucht haben“, erzählt Christian Feder, Mitglied des Landesverbandsvorstandes Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Vom Lockdown überrascht

In den Ortsclubs in Sachsen und Thüringen sei man auch froh gewesen, als man wieder aktiv sein durfte und Erfahrungen austauschen konnte, berichtet Landesverbandsvorsitzender Dieter Kutschenreuther. „Geruht hat nichts, wir hatten trotzdem zu tun“, sagt er. Auch in Bayern wurden die ARCD-Ehrenamtlichen „vom ersten Lockdown voll erwischt“, erzählt Landesverbandsvorsitzender Anton Pöllath. Man habe die gesamte Jahresplanung absagen müssen. „Anfangs gab es darüber teilweise Unverständnis, aber es hat sich ja dann bewahrheitet.“

Der Landesverbandsvorstand Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland gab den Ortsclubs und deren Mitgliedern zu verstehen, dass er für sie da ist. „Wir müssen den Zusammenhalt mit den Mitgliedern fördern. Nur Schreiben reicht nicht“, erklärt LV-Vorsitzender Jürgen Jeuck.

Kaum Veranstaltungen

Nicht nur die beliebten Clubabende, die man sich ein bisschen wie einen Stammtisch mit Gesprächen über verkehrstechnische Themen vorstellen kann, fielen zum Großteil aus. Ebenso mussten die aufwendig geplanten Veranstaltungen abgesagt werden. In Berlin und Brandenburg fand der Multimedia-Vortrag zur Jahreseröffnung noch statt, „bei der zweiten Veranstaltung war dann klar, dass es die letzte sein könnte“, erzählt Dr. Jensen. Den OC-Vorsitzenden in Bayern habe man geraten,

Veranstaltungen abzusagen, wenn man sich nicht sicher sein könne, sagt Pöllath. Helmut Ernst gab in NRW gleich die Devise durch, dass auf Veranstaltungen verzichtet werden solle. „Die Leute im OC sind in der Risikogruppe, weil es ältere Leute sind. Da müssen wir vorsichtig sein“, sagt Ernst. Die Veranstaltungen des OC Wiesbaden fanden im Freien statt, weshalb sie problemlos durchgeführt werden konnten, berichtet Jeuck. Für den November habe man alles absagen müssen, auch die Weihnachtsfeier sei ausgefallen.

Weniger Prüfaktionen

Die beliebten DEKRA-Prüfaktionen konnten 2020 auch nicht überall wie geplant durchgeführt werden. Eigentlich sind diese Termine immer eine gute Gelegenheit für die ARCD-Ehrenamtlichen, mit den Mitgliedern in ihrer Region ins Gespräch zu kommen. Doch diesmal nicht. Teilweise musste es ganz unpersönlich ablaufen: Auto abgeben, warten, weiterfahren. Kein Kaffee, kein Plausch. Mancherorts sagte DEKRA die Termine von sich aus ab. Gut lief es bei den Ortsclubs im Norden. Sie konnten die Prüfaktionen teils über eine ganze Woche ziehen und so seien immer einzelne Vertreter der OCs da gewesen, um mit den Leuten zu reden, wie Feder erzählt. Beim OC Mühlheim sollte ein DEKRA-Prüfer für seine langjährige Arbeit mit der ARCD-Ehrenplakette ausgezeichnet werden, das sei nicht gegangen, so Ernst.

Jahresplanung 2021?

Wie es 2021 weitergehen soll, das weiß keiner so genau. Aber die Ehrenamtlichen des ARCD geben nicht auf und haben zum Teil trotzdem Jahresplanungen erstellt. „Wir planen weiter, der Plan muss stehen“, sagt Kutschenreuther. Ein verschobenes Pilotprojekt in Bayern soll 2021 endlich anlaufen. Pöllath und seine Kollegen wollen Ehrungen für langjährige ARCD-Mitgliedschaften persönlich vornehmen und so das Ortsclub-Leben näherbringen.

Dr. Jensen überlegt, den Vortrag zu Jahresbeginn diesmal online zu machen: „Ich weiß aber nicht, wen man damit erreicht. Der Charme liegt ja darin, dass ein Referent live da ist und Fragen beantwortet.“ Feder und seine Kollegen sind zuversichtlich. Sie haben bereits die ersten Termine für Wirtschaftsschauen mit dem ARCD-Fahrsimulator ausgemacht. Auch dabei soll es Veränderungen geben. „Wir überlegen, wie wir uns anders präsentieren können“, erzählt Feder. Was bis dahin passiert, kann keiner absehen. Aber: „Den Kopp in den Sand stecken, bringt nichts“, sagt Kutschenreuter. Weitermachen und Kreativität zeigen – das  ist das Motto bei den Ehrenamtlichen des ARCD. Und vielleicht noch ein paar ARCD-Masken nähen…

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