Überall zu Hause: Camping und Corona

Auf Campingplätzen lassen sich Abstände zueinander leicht einhalten. Reisemobile sind mit Küche und Sanitärbereich gut gerüstet. Foto: stock.adobe.com/© travel3000

Keine Frage, Camping ist mehr, als mit dem Caravan oder Reisemobil unterwegs zu sein. Doch wer im Freizeitfahrzeug reist, lebt im Gefühl, immer sein Zuhause dabei zu haben. Das Motto der Corona-Krise „Wir bleiben daheim“ scheint sich dann überall umsetzen zu lassen. Ein Stimmungsbild zum Campingurlaub im Jahr 2020.

Innenminister Horst Seehofer gab sich Anfang Mai 2020 vorsichtig optimistisch und betonte vorausblickend auf die darauffolgenden Wochen, „dass wir dann ab Mitte Juni den freien Reiseverkehr in Europa wieder wollen“. Voraussetzung dafür sei jedoch ein weiterhin günstiger Verlauf des Corona-Infektionsgeschehens. Andernfalls müsse man wieder über neue Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung nachdenken.

Langfristig festlegen will sich niemand gerne, das ist im Gespräch mit Experten deutlich zu spüren. Zu viele Unwägbarkeiten birgt die gegenwärtige Pandemiephase, die verspätet einsetzende Reisesaison 2020 ist noch von fragiler Natur. Dennoch schöpft die Tourismusbranche neue Hoffnung.

Chancen für Camping

Ein Bereich sei in diesen Zeiten besonders dafür geeignet, Infektionsschutz und Reisen miteinander zu verbinden, sagt Daniel Onggowinarso, Geschäftsführer des Caravaning Industrie Verbands e. V.: „Beim Caravaning verreist man individuell und nur mit Personen des eigenen Hausstandes und ist durch eigene Koch- und Sanitäreinrichtungen praktisch überall zu Hause und dadurch weitestgehend autark.“ Camping erscheint damit aus aktuellem Anlass als Option, die auch Einsteiger interessieren könnte. Mit Thomas Bareiß habe zudem der Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung angekündigt, dass dieses Jahr Heimaturlaub angesagt sei, sagt Onggowinarso. „Da Caravaning eine der sichersten und ,Corona-gerechtesten‘ Urlaubsformen ist, erwarten wir in der Tat eine große Nachfrage nach Freizeitfahrzeugen und Campingplätzen in Deutschland.“ Die Menschen würden sich danach sehnen, „rauszukommen und etwas zu erleben“.

In seinem siebten Corona Consumer Report machte das Marktforschungsinstitut Appinio die Beobachtung, dass 68 Prozent der Befragten eine Reise generell in Deutschland als sicher ansehen. Die Heimat scheint als Urlaubsziel attraktiv zu sein, und das beinhaltet Chancen für den Campingtourismus in Deutschland.

Länder in der Pflicht

Anfang Mai hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungen der Bundesländer darüber verständigt, dass die Länder eigenverantwortlich und vor dem Hintergrund des jeweiligen Infektionsgeschehens sowie landesspezifischer Besonderheiten über eine schrittweise Wiedereröffnung in einzelnen Bereichen befinden dürfen. „Es entscheiden deshalb die einzelnen Länder und Kommunen darüber, unter welchen Voraussetzungen sie die Campingplätze wieder öffnen“, erklärt eine Sprecherin des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Gleichfalls seien die Länder zuständig, die Einhaltung der erforderlichen Hygiene- und Abstandskonzepte zu überwachen. „Sollte dies nicht gelingen, sind die Länder in der Pflicht, wieder nötige Verschärfungen zu garantieren.“ Tourismus solle in seiner Vielfalt eine Zukunftsperspektive bekommen. Wichtig sei aber immer „die Balance zwischen Rückkehr zum Geschäftsbetrieb und Gesundheitsschutz für die Bevölkerung, der bei allen Entscheidungen oberste Priorität hat“, heißt es vom BMWi.

Im Anschluss an die anfänglich strengen Lockdown-Maßnahmen, die gleichermaßen für alle galten, wurde also ein föderalistischer Flickenteppich ausgerollt. Nicht einfach, dabei den Überblick zu behalten, wer was wann und wie in die Wege leitet oder umsetzt. Auf der Website des Deutschen Tourismusverbands werden die Informationen zur Lage der touristischen Vermietungen in den einzelnen Bundesländern fortlaufend aktualisiert. Hier lässt sich die länderspezifische Situation zu den Campingplätzen einsehen.

Regeln zum Einhalten

Die Branchenverbände haben für den kontrollierten Wiedereinstieg umfangreiche Kataloge mit strengen Verhaltens- und Hygieneregeln entwickelt, um Infektionsrisiken auf dem Campingplatz zu minimieren. Eine, die sich schon frühzeitig Gedanken gemacht hat, um vorbereitet zu sein, ist Manuela Hoffmann mit ihrem Team vom Campingplatz Auensee in Joditz. Dort wurden Vorkehrungen bereits frühzeitig getroffen. „Dazu gehören Spuckschutz, zusätzliche Desinfektionsspender, Verringerung der Waschgelegenheiten, um den Abstand einhalten zu können”, nennt die Betreiberin des Platzes einige Beispiele. Auf Campingplätzen könne der Abstand sehr gut eingehalten werden, aber „natürlich müssen sich die Gäste auch an die Hygiene-Maßnahmen halten.“ Während CIVD-Geschäftsführer Onggowinarso mit großem Zuspruch rechnet, äußert sich Manuela Hoffmann verhalten: „Die Frage ist ja auch, wer sich Urlaub leisten kann, denn sehr viele Familien leben gerade nur von Kurzarbeitergeld.“

Wer in diesem Jahr Campingurlaub in Deutschland machen möchte, sollte sich jedenfalls rechtzeitig darum kümmern. Denn bei spontaner Anreise könnten die Tore möglicherweise verschlossen bleiben.

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