Fragen und Antworten rund ums E-Campen

Aufgrund des geringen Luftwiderstands wird der Eriba Touring gerne an E-Autos, hier einen Polestar 2, angehängt. Foto: Katja Hüther

Noch steckt E-Camping in den Kinderschuhen, doch das Campen mit E-Auto und Wohnwagen oder Dachzelt wird beliebter. Wir klären wichtige Fragen und Antworten.

Welche E-Autos können Wohnwagen ziehen?
Waren es vor ein paar Jahren nur sehr wenige E-Autos im gehobenen Preissegment mit ausreichend Anhängelast, um einen Wohnwagen zu ziehen, kommen nun immer mehr Modelle hinzu. Darunter auch erste Mittelklasse-Fahrzeuge. Hier ein Überblick:

Elektroautos ab 1500 kg Anhängelast, die ab Werk mit einer Anhängekupplung erhältlich sind:

Aiways U5: 1500 kg
Audi E-tron (Sportback): 1800 kg
BMW i4: 1600 kg
BMW iX: 2500 kg
Hyundai Ioniq 5 Long Range: 1600 kg
Kia EV6 (77,4 kWh): 1600 kg
Mercedes EQA 4Matic: 1800 kg
Mercedes EQC: 1800 kg
Mercedes EQS: 1800 kg
Polestar 2: 1500 kg
Tesla Model X: 2268 kg
Tesla Model Y: 1600 kg
Volvo C40 Recharge: 1500 bis 1800 kg
Volvo XC40 Recharge: 1500 bis 1800 kg

 

Worauf muss man beim E-Auto-Kauf achten, wenn man einen Wohnwagen ziehen will?
Ist die Frage geklärt, ob die Anhängelast für den Wohnwagen ausreicht, spielt auch das Thema Reichweite eine Rolle. Hier kommt es darauf an, welche Distanzen man während der Reisen zurücklegen möchte. Mindestens genauso wichtig sind Ladedauer, -geschwindigkeit und -leistung, denn je schneller der Akku wieder voll ist, desto weniger stört eine geringere Reichweite. Auch das Thema Effizienz sollte berücksichtigt werden, sprich: Wie viel Energie benötigt das Fahrzeug für 100 Kilometer?

Welcher Wohnwagen eignet sich besonders gut zum E-Campen?
Prinzipiell jeder, denn je nach Anhängelast des E-Autos können leichtere oder schwerere Wohnwagen angehängt werden. Um möglichst wenig Reichweite zu verlieren, eignen sich kleine und leichte Wohnwagen mit einer guten Aerodynamik besonders, die mittlerweile fast jeder Wohnwagenhersteller im Programm hat. Nur 800 Kilo zulässiges Gesamtgewicht bringt beispielsweise der TAB 320 von Knaus Tabbert (www.tabme.de) auf die Waage. Aufgrund des geringen Luftwiderstands wird der Eriba Touring mit einer zulässigen Gesamtmasse ab 900 Kilo gerne an E-Autos angehängt.

Wie beeinflusst ein Hänger die Assistenzsysteme des E-Autos?
Je nach Größe und Gewicht verhält sich jeder Anhänger unterschiedlich, was Auswirkungen auf die Assistenzsysteme des Zugfahrzeugs haben kann. „Der Eingriff in das Gespann ist so groß, dass es zu Unfällen kommen kann“, warnt Markus Emmert, Vorstandsmitglied beim Bundesverband eMobilität. „Wenn das Zugfahrzeug die Informationen vom Trailer nicht hat, ist es besser, Assistenzsysteme zu deaktivieren und die Kontrolle dem Fahrzeugführer zu überlassen“, rät er.

Nur 800 Kilo zulässiges Gesamtgewicht bringt beispielsweise der TAB 320 von Knaus Tabbert auf die Waage. Foto: Knaus Tabbert

Um wie viel verringert sich die Reichweite, wenn ein Wohnwagen am E-Auto hängt?
Die Reichweite eines E-Autos beeinflussen viele Faktoren, darunter auch Geschwindigkeit, Streckenprofil und Witterungsverhältnisse. Hängt ein Wohnwagen am E-Auto, kommen weitere Punkte ins Spiel wie Anhängergröße, -volumen und Bauform. Markus Emmert, Vorstandsmitglied beim Bundesverband eMobilität, spricht von 40 bis 70 Prozent Reichweiteneinbußen beim Zugfahrzeug, wenn ein Wohnwagen angehängt ist.

Was muss ich beachten, wenn ich das E-Auto mit Wohnwagen laden möchte?
Zu Themen wie Ladegeschwindigkeit, passende Ladekarten und -stecker sowie Lademöglichkeiten am Campingplatz kommt hinzu, dass die meisten Ladestationen als Sackgassenlader konzipiert sind. Hier müssen E-Camper den Wohnwagen vor dem Laden erst abhängen. Mittlerweile werden auch Durchfahrladestationen gebaut, an denen man wie an einer Tankstelle mit Hänger Platz hat. Ein Verzeichnis solcher Ladestationen gibt es noch nicht. Erfahrungsberichte in den sozialen Netzwerken können bei der Suche helfen.

Worauf kommt es an, wenn man auf einem E-Auto ein Dachzelt anbringen möchte?
Um mit E-Auto und Dachzelt campen zu gehen, benötigt das E-Auto eine zulässige Dachlast zwischen 50 und 75 Kilo. Das ist für die meisten Dachzelte ausreichend. Bei vielen E-Autos ist das der Fall, jedoch nicht bei allen. Der ID.3 von VW hat beispielsweise überhaupt keine Dachlast eingetragen. „Wir haben das Dachzelt GT Roof Mini Flat auf dem Hyundai Ioniq 5 mehrere tausend Kilometer ausprobiert und kamen auf einen Reichweitenverlust von im Schnitt nur zehn Prozent“, erzählt Gernot Rammer, Geschäftsführer des Dachzeltherstellers Gentletent. Wichtig sei ein geringes Packmaß und Gewicht des Dachzelts wie beim GT Roof, das zusammengepackt sehr flach ist und 31 Kilo wiegt.

Welche Tipps gibt es für die Planung vor der Reise in Bezug auf E-Camping?
Die Fragen, welche Lademöglichkeiten es am Zielort und am Campingplatz gibt, sollten E-Camper vorab klären. Spezielle Routenplaner wie „A Better Routeplanner“ helfen, Ladestopps nicht nur nach Entfernung, sondern auch Verbrauch und während der Fahrt nach Wetter und Verkehr zu planen. Außerdem sollten sich Reisende vorab über nötige Stecker und Ladekarten informieren, um ohne Schwierigkeiten bis zum Urlaubsort zu kommen.

Das Dachzelt GT Roof auf dem Hyundai Ionic 5. Foto: Gentletent
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