Eine Familie wartet am Flughafen-Terminal mit Gepäckwagen auf den Check-in.

Impfungen und Malaria-Risikogebiete: Diese 5 Dinge sind bei Reisen mit Kindern unerlässlich

3 min

03.04.2026Jessica Blank

Der richtige Impfschutz ist bei Reisen mit Kindern wichtig. Warum Eltern mit Kleinkindern Reisen in Malaria-Gebiete unbedingt vermeiden sollten und wieso Unfallschutz eine große Rolle spielt – die große Urlaubs-Checkliste für Familien. 
 

Längere Reisen sind bei jungen Eltern beliebt: Gerne wird die Elternzeit für eine Fernreise genutzt. Doch gerade bei Reisen mit Säuglingen und kleinen Kindern sollte man ein paar Dinge beachten:

1. Reisemedizinische Beratung einholen

Wer mit seinem Nachwuchs eine Fernreise plant, sollte sich rechtzeitig reisemedizinisch beraten lassen. Bei längeren Auszeiten rücken Ziele in den Fokus, die mit einer weiteren Anreise verbunden sind. „Je exotischer das Reiseziel und je jünger das Kind, desto früher sollte eine qualifizierte reisemedizinische Beratung erfolgen – idealerweise noch vor der Buchung“, sagt Dr. Mathias Wagner, niedergelassener Kinderarzt in Berlin, anlässlich des Forums für Reisen und Gesundheit des CRM Centrum für Reisemedizin in Berlin. 

Denn Kinder seien auf Reisen besonderen Risiken ausgesetzt. Internationale Auswertungen zeigen: Bei erkrankten Kindern nach Auslandsreisen entfallen 28 Prozent der Diagnosen auf Durchfallerkrankungen, 25 Prozent auf Hauterkrankungen und 23 Prozent auf fieberhafte Erkrankungen. Im Vergleich zu Erwachsenen leiden Kinder etwa dreimal häufiger an akuter Gastroenteritis, sind viermal häufiger von Tierbissen betroffen und erkranken knapp zweimal häufiger an Hauterkrankungen.

2. Impfungen rechtzeitig planen

Impfungen sind ein zentrales Element der Prävention. Zuerst sollte geprüft werden, ob die Standardimpfungen entsprechend des Alters vollständig sind. Je nach Reiseziel wird entschieden, welche zusätzlichen Impfungen notwendig oder sinnvoll sind. Reiseimpfungen könnten gegen Gelbfieber, Hepatitis A, Typhus, Tollwut oder Japanische Enzephalitis nötig sein. „Gerade bei kleinen Kindern sollten Eltern einen Vorlauf von einem, besser drei Monaten einplanen. Last-Minute-Reisen sind problematisch, da Impfserien Zeit benötigen und Infekte Impfpläne verzögern können“, erklärt Wagner. 

3. In Malaria-Gebieten besondere Gegebenheiten beachten 

Wer länger Zeit zum Reisen hat, schweift oft in die Ferne zu exotischen Zielen. „Gerade Traumziele in den Tropen oder Subtropen sind jedoch häufig zugleich Malaria-Gebiete“, sagte Dr. Markus Frühwein, Allgemeinarzt, Tropen- und Reisemediziner aus München. Hauptverbreitungsgebiet der bekanntesten Tropenkrankheit ist Subsahara-Afrika. Darunter fallen auch beliebte Tourismusziele wie Kenia und Tansania – aber auch äquatornahe Regionen Asiens und Südamerikas sind betroffen. Insgesamt sind es rund 100 Länder in den sub-/tropischen Bereichen aller Kontinente mit Ausnahme Australiens, in denen die Malaria heimisch ist. „Weltweit erkranken jährlich etwa 280 Millionen Menschen an einer Malaria“, sagt Frühwein. Dabei fordere die Erkrankung 600.000 Tote pro Jahr, drei Viertel davon seien Kinder unter fünf Jahren. 

Die Malaria wird von einzelligen Parasiten der Gattung Plasmodium verursacht, die durch den Stich der Anopheles-Mücke auf den Menschen übertragen werden. „Babys und Kleinkinder unter fünf Jahren sind besonders häufig von schweren Verläufen betroffen“, sagt Frühwein. Entscheidend dafür, einen schweren Krankheitsverlauf abzuwenden, sei eine frühzeitige Diagnostik und Therapie. Gerade bei Kindern äußere sich die Malaria jedoch oft sehr unspezifisch: Neben Kopf- und Gliederschmerzen entwickelten sie häufig auch Bauchschmerzen und Durchfälle, die nicht zuvorderst an eine Malaria denken ließen. „Bei Kindern sollte deshalb grundsätzlich jeder fieberhafte Infekt nach einem Aufenthalt in Malaria-Gebieten im Labor abgeklärt werden.“

Auch die Prophylaxe gestaltet sich bei sehr kleinen Kindern schwierig. Die wichtigsten Maßnahmen sind der Schutz vor den dämmerungs- und nachtaktiven Anopheles-Mücken sowie die medikamentöse Malaria-Prophylaxe. Die Medikamente sind jedoch erst ab einem Körpergewicht von elf Kilogramm zugelassen und auch mit Insektiziden imprägnierte Kleidung ist je nach Repellent erst ab sechs Monaten oder zwei Jahren geeignet. Eine Malaria-Impfung steht bislang nicht zur Verfügung. 

4. Höhenlagen und abgelegene Regionen meiden 

Von Aufenthalten in Schlafhöhen von über 2.500 Metern wird bei Kindern unter fünf Jahren abgeraten, da die Symptome einer Höhenkrankheit schwer zu erkennen sind. Zudem sind Reisen in abgelegene Regionen mit fehlender pädiatrischer Versorgungsstruktur für Kinder aller Altersstufen kritisch zu bewerten. Innerhalb von 48 Stunden sollte eine kindgerechte medizinische Einrichtung erreichbar sein. 

5. Unfall-, Mücken- und Sonnenschutz einpacken

Unfallprävention spielt neben Infektionsschutz eine zentrale Rolle bei der Reisevorbereitung, denn Verkehrsunfälle sind die häufigste Todesursache bei reisenden Kindern, gefolgt von Ertrinkungsunfällen. Sichere und geeignete Rückhaltesystem im Auto sind genauso unerlässlich wie konsequente Aufsicht am Wasser. 

Viele Erkrankungen im Ausland werden über Mücken übertragen. Effektiver Schutz beruht auf der Kombination mehrerer Maßnahmen: Repellentien, körperbedeckende, ggf. imprägnierte Kleidung, imprägnierte Moskitonetze und – bei entsprechender Indikation – eine medikamentöse Malaria-Prophylaxe. 

Essenziell ist auch ein konsequenter Sonnenschutz, da Kinderhaut besonders empfindlich ist. „Erwachsene müssen darauf achten, dass Kinder direkte Sonneneinstrahlung möglichst meiden und schützende Kleidung tragen. Auch Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor sollte regelmäßig aufgetragen werden“, sagt Wagner. 

Sonnenschutz und Repellentien gehören ebenso in die Reiseapotheke wie Fieberthermometer, Elektrolytlösungen und Wundmaterial. „Reisen mit Kindern sind sehr gut möglich – aber sie brauchen Planung“, fasst Wagner zusammen. „Prävention ist der wichtigste Begleiter.“

Checkliste: Sicheres Reisen mit Kindern

  • Reisemedizinische Beratung vereinbaren 

  • Malaria-Risiko und Höhenprofil prüfen 

  • Reiseplanung am jüngsten Kind ausrichten 

1–3 Monate vor Abreise: 

  • Impfstatus überprüfen (Standardimpfungen vollständig?) 

  • Individuelle Reiseimpfungen planen 

  • Reiseapotheke zusammenstellen (u. a. Fieberthermometer, Elektrolytlösungen, Wundmaterial, Sonnenschutz, Repellentien) 

Am Reiseziel:

  • Kindersicherung im Straßenverkehr gewährleisten 

  • Kinder nie unbeaufsichtigt am Wasser lassen 

  • Konsequenter Mücken- und Sonnenschutz 

  • Fieber während oder nach einem Aufenthalt in einem Malaria-Risikogebiet sofort ärztlich abklären 

  • Medizinische Infrastruktur vor Ort kennen (Versorgung innerhalb von 48 Stunden erreichbar?) 

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