Fahrradstreife in Ansbach: Zwischen Verwarnungen und Verkehrserziehung
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„Halt! Bitte absteigen!“, fordert Achim Lindner eine junge Radfahrerin auf. „Wissen Sie, was dieses Verkehrszeichen bedeutet?“, fragt er und zeigt auf ein rundes Schild mit einem Fahrrad innerhalb eines roten Kreises. Die Frau habe gedacht, dass hier Fahrradfahren erlaubt wäre. „Rot heißt immer verboten, blau heißt erlaubt“, erklärt der Polizeibeamte. 25 Euro Verwarngeld muss die Radlerin für diesen Verstoß bezahlen. Aber sie zeigt sich verständnisvoll.
Fahrradfahren verboten:
Polizei kontrolliert Gefahrenstelle
Der Durchgang in der Ansbacher Innenstadt wurde als Gefahrenstelle deklariert. In der kurzen Passage befinden sich Geschäfte, aus denen jederzeit Fußgänger heraustreten könnten. „Wenn etwas passiert, hat der Radfahrer in der Regel Schuld, weil die Fußgänger Vorrang haben“, erklärt Lindner, der an diesem Tag mit seinem Kollegen Tim Budaker auf Fahrradstreife ist. Es sei eine schwierige Stelle, da vor und nach dem Durchgang wieder Fahrrad gefahren werden dürfe. Ein Radler nach dem anderen wird von den beiden Beamten angehalten, aufgeklärt und verwarnt. Manche springen noch rechtzeitig ab, als sie die Polizisten mit ihrer auffälligen Fahrraduniform sehen. „Jawohl“, sagt Lindner und lacht, „da wird Geld gespart.“ Manchmal müsse man es einfach mit Humor nehmen.
Auch eine Schülerin fährt durch die Passage und steigt schnell noch ab, bevor Lindner sie anhält: „Du darfst hier nicht fahren.“ Aber sie hat Glück gehabt, mit 13 Jahren ist sie noch nicht strafmündig. Dennoch erklärt ihr der Polizist die Verkehrsregeln und die besondere Gefahr an dieser Stelle. Sie ist nicht die Letzte an diesem Tag …
Fahrradpolizei in Ansbach:
Schnell und wendig unterwegs
Drei Beamte gehören in Ansbach zur Fahrradgruppe, die mehrmals im Monat auf Streife geht, aber auch bei Fußballspielen und Demonstrationen unterstützt. „Wir sind eine super Entlastung für die Kollegen. Zudem sind wir mit unseren Fahrrädern in der Innenstadt viel wendiger als mit dem BMW“, sagt Tim Budaker. Sie würden mit viel Fingerspitzengefühl arbeiten. In der Ansbacher Fußgängerzone sei Fahrradfahren erlaubt – aber eigentlich nur mit Schrittgeschwindigkeit. Das einzuschätzen liegt natürlich im Ermessen der Beamten. Durch die Einkaufsstraßen führen Lindner und Budaker ihren Streifzug fort. Hier ein Gruß, dort ein freundliches Nicken. Die beiden sind bekannte Gesichter. „Da fühle ich mich gleich sicherer!“, ruft ein Mann ihnen hinterher, der gerade in einem Straßencafé sitzt. „Je öfter wir unterwegs sind, desto besser wird es auch“, erklärt Budaker.
E-Scooter in Ansbach:
Polizei ahndet Verkehrsverstöße
Gerade abends sei hier viel los. Zu zweit, zu dritt auf dem E-Scooter, die im Übrigen auch nicht durch den vorher kontrollierten Durchgang fahren dürften, sei keine Seltenheit. „E-Scooter sind ein echter Hype hier in Westmittelfranken, aber es hat locker zwei Jahre gedauert, bis sie zu uns kamen. Jetzt ist es ein echtes Problem“, meint Lindner. Die drei Beamten der Fahrradgruppe sind auch als Verkehrserzieher in den Schulen unterwegs. „Die Schüler sehen uns eigentlich jedes Jahr“, sagt Budaker. In der neunten Klasse sei das Thema E-Scooter dran.
Zu zweit auf dem E-Scooter:
Gleich zwei Verstöße
An der nächsten Stelle haben die Polizisten sich noch nicht einmal positioniert, da fährt ihnen schon ein Pärchen in die Arme – zu zweit auf dem E-Scooter, entgegen der Einbahnstraße. „Das sind gleich zwei Verstöße“, macht Lindner den beiden Jugendlichen deutlich. „Einen zahlt ihr.“ Die zehn Euro seien nicht das Problem. „Aber wenn ihr stürzt, wer kommt dann dafür auf?“, fragt der Polizist. Er kenne zig Beispiele, wo Achtklässler 2.000 Euro zahlen mussten. „Die zehn Euro sind ein Witz im Vergleich zu dem, was euch passieren kann.“ Das Pärchen ist sichtlich zerknirscht. „Ihr seid Schüler, ihr habt eh keine Kohle. Aber ihr müsst es verstehen, dann haben wir es geschafft“, sagt Lindner. Einsichtig und bedröppelt schieben die beiden Rollerfahrer ihr Gefährt weiter. Budaker und Lindner sind sich sicher, dass die Verwarnung in diesem Fall gefruchtet hat und die beiden nicht an der nächsten Ecke weiterfahren.
Verkehrserziehung:
Polizei setzt auf Aufklärung
„Wir Verkehrserzieher haben einen guten Draht zu den Leuten. Viele kennen uns schon und wir können pädagogisch auf sie eingehen“, erklärt Budaker, bevor er sich wieder aufs Pedelec schwingt und die Streife auf zwei Rädern mit seinem Kollegen fortsetzt.
„Ich fand es gut, wie die Polizisten auf die Leute eingegangen sind. Eine Fahrradstreife wäre sicher in jeder Stadt sinnvoll.“
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