VW ID.3 Pro Performance: Der Menschfischer

Mit riesigen 20-Zoll-Rädern rollt der ID.3 auch im Comfort-Modus straff ab. Foto: Thomas Schreiner

Als „Wetten, dass..?“ 1981 erstmals im Fernsehen lief, rollte der kantige Golf I vom Band. Die TV-Show lebt noch, wie uns das Jahr 2021 gezeigt hat. Der Golf als Dauer(ver)brenner auch. In der Elektrowelt bietet VW mit dem ID.3 ein Auto vergleichbaren Zuschnitts an. Das kann offensichtlich andere von sich überzeugen und lockte bereits Zehntausende Kunden, die zuvor nicht bei VW gekauft hatten – ein Menschenfischer für die Wolfsburger.

Engpässe statt Vielfalt

Kenner der Marke werden allerdings von den schlichten Materialien im Innenraum überrascht. Viel Hartplastik findet sich im Cockpit und an den Türtafeln. Daran ändert auch die hochwertige Ausstattungsstufe „Max“ nichts, die wie einige andere Varianten aufgrund von Lieferengpässen vorübergehend nicht verfügbar war, als dieser Text im Dezember 2021 entstand.

Daher fürs Protokoll: Mit festem Glasdach, hervorragend ablesbarem Head-up-Display, adaptivem Fahrwerk, Zwei- Zonen-Klimaautomatik und vielem mehr ist unser Testwagen großzügig ausstaffiert. Als Leistungsvariante „Pro Performance“ mit 150 kW/204 PS und 58 Kilowattstunden (kWh) großem Akku kommen ohne Fördergelder rund 50.000 Euro Listenpreis zusammen. Üppig ist auch das Raumgefühl in dem knapp 4,3 Meter langen Kompaktwagen. Je nach Konfiguration dürfen vier oder wie bei uns fünf Personen auf bequemen Polstern unterwegs sein. Im Fond ist die Kopffreiheit aufgrund der höher positionierten Sitzflächen etwas eingeschränkt. Die Rückbanklehne lässt sich serienmäßig geteilt umklappen, sodass ein fast ebener Laderaumboden entsteht. 385 Liter fasst das Gepäckabteil bei aufgestellter Lehne, das ist Golf-Niveau. Für die ganz große Reise mit viel Gepäck taugt der ID.3 jedoch weniger. Eine Dachbox ist nicht montierbar, denn es ist nicht vorgesehen, einen Dachträger zu nutzen.

Fahrspaß gibt es auch

Zum Laden bringt der ID.3 von Haus aus ein Typ-2-Kabel und einen CCS-Ladeanschluss mit. Über den fließt Gleichstrom (DC) – in den 58-kWh-Akku mit bis zu 120 kW. Beim langsameren Wechselstromladen (AC) liegt die Maximal-Leistung bei 11 kW. Öffentliche Ladepunkte könnten oft mehr. Wer eine Wärmepumpe zur Beheizung des Innenraums will, um die Reichweite zu schonen, muss 990 Euro extra berappen. Bei einstelligen Temperaturen und viel Kurzstreckenverkehr lag der Verbrauch in unserem Alltagstest trotz vorausschauender Fahrweise im Schnitt bei 20,1 kWh. Zwei Fahrstufen dienen dem Vorwärtsdrang, wobei sich B mit stark bremsendem Rekuperationseffekt eignet, das wendige Auto gefühlvoll durch die Stadt zu dirigieren. D vermittelt eine Art Freilaufgefühl, auch ohne Fuß auf dem Fahrpedal rollt das Auto weit. Bei schnellerer Fahrt überzeugt der ID.3 mit hoher Kurvenstabilität und samtig-forscher Beschleunigung. Dann kommt richtig Fahrspaß auf.

Daten VW ID.3 Pro Performance

Motor: E-Motor, 150 kW/204 PS, 310 Nm

Antrieb, Getriebe: Heck, Eingang automatisch

0–100 km/h, Spitze: 7,3 s, 160 km/h

Norm-/Testverbrauch: 16,1 (WLTP)/20,1 kWh

CO2-Ausstoß Norm/Test: 0 (WLTP)/74 g/km (gemäß dt. Strommix 2020 geschätzt lt. Umweltbundesamt: 366 g CO2/kWh)

Länge x Breite x Höhe: 4,26 x 1,81/2,07 x 1,55 m

Radstand, Wendekreis:  2,77 m, 10,2 m

Kofferraum: 385–1.267 l

Leergewicht, Zuladung: 1.850 kg, 410 kg

Anhängelast: keine

Stützlast, Dachlast: k. A., 0 kg

Akkukapazität: 58 kWh

Typklassen KH/VK/TK: 14/16/16

Kfz-Steuer pro Jahr: 0 Euro

Grund-, Testwagenpreis: 36.960 Euro, 49.995 Euro

Modell verfügbar ab: 35.460 Euro

Auswahl Basis-Serienausstattung: Sieben Airbags, Digitalinstrumente, Zehn-Zoll-Display, Navigationssystem, Klimaanlage, Typ-2-Ladekabel, Notbremsassistent mit Fußgänger- und Radfahrererkennung, aktiver Spurhalteassistent, Verkehrszeichenassistent, Parksensoren vorne und hinten, Rückbanklehne geteilt umklappbar, LED-Scheinwerfer, Standklimatisierung, Multifunktionslenkrad mit Touchbedienung, Außenspiegel elektrisch einstell- und beheizbar

Rangieren ist unnötig mühsam. Für den Wechsel zwischen Vorwärts- und Rückwärtsgang ist ein griffungünstig platzierter Drehknopf zu bedienen. Fotos: Thomas Schreiner
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