Vom Trend zur Notwendigkeit: Neue Projekte für nachhaltiges Reisen

Es gilt, unseren Kindern einen lebenswerten Planeten zu überlassen. Daher spielt Nachhaltigkeit in allen Bereichen des Lebens eine immer bedeutendere Rolle – auch im Tourismus. Foto: stock.adobe.com/rangizzz

Die Energiekrise im Sommer 2022 macht einmal mehr deutlich: Nachhaltigkeit ist keine Modeerscheinung, sondern eine grundlegende Strategie in vielen Lebensbereichen – auch im Tourismus. Wir stellen spannende Ideen aus aller Welt vor.

Raus aus der Öko-Ecke | Faircations

Mit ihrem Reiseportal wollen Stefan Seibel und Sonja Karl (Foto) nachhaltigen Urlaub einem breiten Publikum schmackhaft machen. Seit Februar 2022 steht Faircations für „grüne“ Pauschal- und Individualreisen, die sich unkompliziert auf einer Plattform buchen lassen. Nutzer finden hier Unterkünfte, die mit einem unabhängigen Nachhaltigkeitssiegel oder vom Global Sustainable Tourism Council zertifiziert sind. Flugreisen können sie über Atmosfair kompensieren und dabei den Betrag selbst anpassen. Ein Prozent des Reisepreises jeder Buchung spendet Faircations an Sozial-, Natur- oder Umweltschutzprojekte. Auch hier haben die Kunden die Möglichkeit, selbst das gewünschte Projekt auszuwählen. www.faircations.de

Foto: Faircations

Hilfe zur Selbsthilfe | Gebeco und Futouris

Seit 2013 setzt sich Gebeco gemeinsam mit der Nachhaltigkeitsinitiative Futouris für eine Khwe-Gemeinde nahe des Bwabwata-Nationalparks in Namibia ein. Sie wird dabei unterstützt, ihre Lebensbedingungen durch Generierung von stabilen Einkünften zu verbessern und gleichzeitig ihr reiches traditionelles Wissen zu bewahren. Das Projekt gewann den Preis in der Kategorie „Menschenrechte & Partizipation“ beim diesjährigen Fairwärts-Wettbewerb von TourCert und KATE Umwelt & Entwicklung. Die Jury überzeugte vor allem das langfristige Engagement, das auch durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen touristischen Einnahmeausfälle nicht ausgebremst wurde. Stattdessen organisierte die örtliche Projektkoordinatorin Lebensmittellieferungen und Schutzimpfungen gegen das Virus für die Gemeinde. www.tourcert.org/projects/fairwaerts

Foto: Living Culture Foundation Namibia

Kommunal goes global | St. Peter-Ording

Die Gemeindevertretung des Urlaubsorts an der Nordseeküste hat im März 2022 einstimmig die Teilnahme an dem Projekt „Global Nachhaltige Kommune“ beschlossen. Dieses basiert auf den 17 global gültigen Nachhaltigkeitszielen, welche die Vereinten Nationen 2015 in der Agenda 2030 verabschiedet haben. Im Moment läuft in St. Peter-Ording eine Bestandsaufnahme, um den eigenen Status quo in Bezug auf die Ziele zu ermitteln. Erste konkrete Maßnahmen sind das entstehende Verkehrskonzept mit dem Fokus auf nachhaltige Mobilität, die Ende April 2022 erhaltene Auszeichnung zur Fairtrade-Town und die Gründung des Netzwerks Energieeffizienz SPO, das sich mit der Energieberatung für touristische Betriebe beschäftigt. www.st-peter-ording.de

Foto: SPO/Martin Elsen

Heizen mit Speiseresten | Landal Green Parks

Mit Speiseresten das Badewasser im Schwimmbad beheizen: Das geht neuerdings im Ferienpark Landal Landgoed 't Loo, Gelderland in den Niederlanden. Ein sogenannter Bioklärer wandelt dort Lebensmittelabfälle und andere organische Stoffe in Biogas und Pflanzennahrung um. Auch Urlaubsgäste können ihre Speisereste in einem speziellen Container abgeben. Jährlich produziert die Biogasanlage 5.500 Kubikmeter Biogas, was dem Verbrauch von vier Familien entspricht. Außerdem entstehen 18.000 Liter Pflanzennahrung – mehr als der Park für den Eigenbedarf benötigt. Landal betreibt insgesamt 100 Ferienparks in neun europäischen Ländern, die mit dem „Green Key“, dem internationalen Gütesiegel für nachhaltig arbeitende Unternehmen der Tourismusbranche, zertifiziert sind. www.landal.de

 

Foto: Landal Green Parks GmbH

Bachelor in Klimafragen | Prince Edward Island

Bis 2040 will Prince Edward Island (PEI) als erste Provinz Kanadas Netto-Null-Emissionen erreichen. Im Zuge dieses Nachhaltigkeitsziels wurde auf der ostkanadischen Insel 2021 ein Klimaforschungszentrum eröffnet. Das Canadian Centre for Climate Change and Adaptation ist ein Netto-Null-Energie-Gebäude und Teil der Universität von PEI. Studenten können hier einen Bachelor of Science in Klimawandel und Klimaanpassung erwerben. Das Zentrum soll auch als lebendes Labor dienen und uneingeschränkten Zugang zu den nahe gelegenen Feuchtgebieten, Wäldern und Küstenlebensräumen bieten, die direkt vom Klimawandel betroffen sind. www.upei.ca/school-of-climate-change-and-adaptation

Foto: Tourism PEI/Brian McInnis

Ausgezeichnetes Dorf | Kaunertal

Zum Best Tourism Village by UNWTO 2021 wurde das Kaunertal im vergangenen Dezember gekürt. Die Welttourismusorganisation (UNWTO), eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, steht für die Förderung eines verantwortungsvollen, nachhaltigen und für alle zugänglichen Tourismus. Hier konnte das Tiroler Tal in mehrfacher Hinsicht überzeugen: So hat es schon vor über 20 Jahren das erste Rollstuhlhotel der Alpen eröffnet und seine barrierefreien Angebote seitdem kontinuierlich ausgebaut. Mit der Initiative „Raus aus Öl“ unterstützt das Kaunertal außerdem Tourismusbetriebe bei der Umstellung auf erneuerbare Energien. Erst 2021 wurde das Schutzgebiet des Naturparks erweitert und ein Elektro-Shuttle (Foto) zum Naturparkhaus Kaunergrat eingerichtet. www.kaunertal.com

Foto: TVB Tiroler Oberland Kaunertal/Severin Wegener

10-Jahres-Bike-Plan | Pittsburgh

Mobilitätswende in den autoverrückten USA? Ja, vor allem Großstädte setzen zunehmend auf alternative Verkehrsmittel. So auch Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania, wo 2021 ein ambitionierter Plan ausgerufen wurde. Binnen zehn Jahren sollen insgesamt knapp 200 Kilometer an eigenständigen, abgetrennten Fahrradwegen und nochmals 43 Kilometer Fahrradspuren auf den Straßen neu geschaffen werden. Schon jetzt sind die knapp 40 Kilometer Radwege allein entlang der Flüsse bei Besuchern und Pendlern beliebt. Ein Vorbild ist sich Pittsburgh selbst: Der letzte 10-Jahres-Bike-Plan von 1999 weitete die Fahrradinfrastruktur von anfänglich nur 17 auf 150 Kilometer Wegenetz aus. www.visitpittsburgh.com/willkommen

Foto: Visit Pittsburgh/JP Diroll Photography
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