Tesla Model 3 Long Range Dual Motor: Macht vieles anders

Die Ladebuchse steckt unter einer Klappe im Gehäuse der linken Heckleuchte. An der Wallbox sind 11 kW möglich, am Schnelllader bis 250 kW. Foto: Thomas Schreiner

In Architektur und Produktdesign gibt es den Leitsatz „Die Form folgt der Funktion“. Der besagt nichts anderes, als dass sich die Gestaltung eines Gegenstandes aus seiner Funktion ergeben sollte. Wer auf den bequemen Sitzen im Tesla Model 3 Platz nimmt, könnte sich ernsthaft fragen: Welchen Zweck verfolgt der Gegenstand, in dem ich sitze?

Radikal andersartig

Am ehesten deutet das Lenkrad darauf hin, dass es sich um ein Auto handelt. Der Rest sieht nach Wohnzimmer aus, mit Holzvertäfelung, großem Fernseher und Ledersesseln. Der vermeintliche Fernseher ist natürlich keiner, sondern ein 15 Zoll großer Zentralmonitor, der hier die wichtigste Bedieneinheit für fast alles ist. Schalter und Tasten sind im gesamten Innenraum kaum zu finden. Zwei auf dem Lenkrad, dazu noch welche in den Türen, um diese elektrisch zu öffnen oder die Fensterheber zu bedienen. Schon um nur ins Handschuhfach zu greifen, ist eine der vielfältigen Schaltflächen auf dem riesigen Touchscreen zu betätigen. Der spielt seine Möglichkeiten gekonnt aus, etwa wenn sich nur per Fingerzeig Stärke und Richtung des Heizluftstroms stufenlos dirigieren lassen. Alle, die ihr iPad versiert bedienen, fühlen sich hier zu Hause.

Zumindest solange das Auto steht. Denn auch die aktuelle Geschwindigkeit sowie andere Fahrdaten müssen auf dem mittigen Bildschirm abgelesen und viele Fahrzeugfunktionen dort gesteuert werden. Mit Sinnhaftigkeit und Gesetzeskonformität eines solchen Bedienkonzepts während der Fahrt beschäftigen wir uns in der Januar-Ausgabe. Auf das Fahren kommt es schließlich am meisten an bei einem Auto.

Schnelles Smartphone

Teslas Model 3 mit 324 kW/441 PS, der mittleren von drei Leistungsvarianten, eröffnet eine Erlebniswelt, die mit spielerisch und atemberaubend treffend beschrieben ist. Spielerisch, weil die reine Fortbewegung mit Beschleunigen und rekuperierend Verzögern über das Fahrpedal unkompliziert funktioniert. Atemberaubend, weil das Auto mit zwei Motoren an Vorder- und Hinterachse beim kräftigen Tritt aufs Pedal brachial nach vorne stürmt. Solches Verhalten konterkariert den Modellnamen-Zusatz des Testwagens. Long Range steht für maximale Reichweite von 560 Kilometern nach WLTP. Ein hoher theoretischer Wert, von dem bei einem Testverbrauch ohne Tempo-Orgien von 22,5 kW/h im Alltag immer noch viel übrig bleibt. 496 Kilometer prognostizierte der Bordcomputer bei vollem Akku.

Neben dem Bedienkonzept erinnert beim Model 3 auch die Ausstattungspolitik an Smart­phones: Farbe und Felgen sind wählbar, dazu eine Anhängerkupplung (1.087 Euro) und erweiterte automatisierte Fahrfunktionen (7.694 Euro), sonst ist schon alles drin

Daten Tesla Model 3 Long Range Dual Motor

Motoren: zwei Elektromotoren, 324 kW/441 PS, 493 Nm

Antrieb, Getriebe: Allrad, Eingang automatisch

0–100 km/h, Spitze: 4,6 s, 233 km/h

Norm-/Testverbrauch: 16,0 (WLTP)/22,5 kWh

CO2-Ausstoß Norm/Test: 0 (WLTP) (lokal)/90 g/km (lt. deutschem Strommix)

Länge x Breite x Höhe: 4,69 x 1,96/2,09 x 1,44 m

Radstand, Wendekreis: 2,88 m, k. A.

Kofferraum: 542–k. A. l

Leergewicht, Zuladung: 1980 kg, 374 kg

Anhängelast: 1.000 kg

Stützlast, Dachlast: k. A., k. A.

Akkukapazität: 79 kWh

Typklassen KH/VK/TK: 21/28/27

Grund-, Testwagenpreis: 53.345 €, 55.427 €

Modell verfügbar ab: 44.010 €

Auswahl Basis-Serienausstattung: Sechs Airbags, Vordersitze elektrisch ­verstellbar, Sitzheizung vorne und hinten, Glasdach, Außenspiegel elektrisch anklapp- und beheizbar, 15-Zoll-Monitor in der Mittelkonsole, ­Navigationssystem, WLAN-Hotspot, digitale Instrumente, Rückfahrkamera, adaptiver Tempomat, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Notbremsassistent, Spurhalteassistent, Nebelscheinwerfer, Parksensoren vorne/hinten, LED-Scheinwerfer

Das extrem reduzierte Cockpit mit großem Touchscreen ist weitgehend frei von Schaltern. Fotos: Thomas Schreiner/Wolfgang Sievernich
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