Suzuki Jimny 1.5 Allgrip Comfort+: Der Kleine mit dem großen Herz

Der Suzuki Jimny ist ein echtes Arbeitstier und nicht umsonst bei Landwirten, Förstern und Jägern beliebt. Foto: Wolfgang Sievernich

"Ist der knuffig", sagt die Frau am Straßenrand. Und sie hat recht, bereits auf den ersten Blick erinnert der 3,65 Meter kurze Suzuki Jimny mit seinen runden Kulleraugen an einen sympathisch dreinschauenden Teddybären unserer Kindheit. Das Kuscheltier musste praktisch überallhin mit. Glauben wir der Werbung, müsste uns der Suzuki Jimny dank zuschaltbarem Allradantrieb, Geländeuntersetzung und einer Bodenfreiheit von 205 Millimetern auch nahezu überall hinbringen.

Ein verschlammter Feldweg muss als Beweis vorerst reichen. Mit einem normalen Testwagen wie etwa einem SUV hätten wir diesen ganz sicher links liegen lassen, doch wenn man schon mal einen waschechten Geländewagen im Hause hat, kann einen die Aussicht auf eine Sonderschicht in der Waschanlage nicht schrecken. Gesagt, getan: Auf den ersten Metern wühlt sich der 1165 Kilogramm leichte Jimny noch per Hinterradantrieb durch den Morast, erst wenn gar nichts mehr geht, helfen der zuschaltbare Allradantrieb und die serienmäßige Geländeuntersetzung,  die Fahrt ungehindert wieder fortzusetzen. Auch wenn das Grinsen von Ohr zu Ohr reicht, teilen nicht alle Verkehrsteilnehmer unsere Freude: Der Dreck sitzt zentimeterdick in den Ritzen der Radkästen und verteilt sich Tage später noch auf der Fahrbahn – trotz der intensiven Behandlung mit einem Hochdruckreiniger.

Hübsches Arbeitstier

Mit einem weichgespülten SUV hat der hübsche Jimny übrigens nichts gemein. Auch wenn die einzige Ausstattungsstufe Comfort+ allerlei serienmäßige Annehmlichkeiten wie etwa eine Klimaautomatik, elektrische Fensterheber, Tempomat, Sitzheizung, LED-Scheinwerfer mit Fernlichtassistent, Bergan- und Bergabfahrhilfe, Spurverlassenswarner sowie Verkehrszeichen- und Müdigkeitserkennung bereithält, so ist der Jimny im Herzen doch ein Arbeitstier fürs Grobe. Mit einem Böschungswinkel von 36 Grad vorne, 48 Grad hinten sowie einen Rampenwinkel von 27 Grad lässt sich die Wildnis abseits der Straße erkunden. Nicht umsonst waren die Vorgänger-Modelle LJ, SJ und Samurai bei Förstern, Abenteurern und Naturburschen gleichermaßen beliebt.

Keine Einparkhilfe

Die kantige Form folgt beim Jimny aber nicht nur einer ­Tradition, sondern auch dem Zweck der besseren Übersicht. Und die kommt dem Fahrer ­sowohl beim Rangieren im Gelände als auch in engen Park­lücken zu Gute. Das dürfte auch der Grund sein, warum der Hersteller noch nicht mal gegen Aufpreis eine Einparkhilfe anbietet. Wer dennoch nicht auf Parkpiepser verzichten will, findet im Zubehörhandel entsprechende Nachrüstkits.

Weniger ist mehr, ­lautet ein geflügeltes Wort, doch das gilt nicht unbedingt für ­jedermann im Innenraum. Während sich klein gewachsene Personen auf dem vorderen Gestühl wohlfühlen, können groß gewachsene Fahrer schon fast mit den Knien lenken, so kurz fallen die Sitzschienen aus. Auch auf der Rückbank und im Kofferraum (85 Liter) ist nur wenig Platz. Erst wenn die Rückbanklehne (50:50) umgeklappt wird, erweitert sich das Gepäckraumvolumen dachhoch auf bis zu 830 Liter.

Leider ist der Jimny neu nicht mehr erhältlich, obwohl er erst im Oktober 2018 auf den Markt kam. Dafür soll der vergleichsweise hohe CO2-Ausstoß des einzig erhältlichen 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziners mit 75 kW/102 PS verantwortlich sein. Dieser emittiert mit 178 Gramm CO2 pro Kilometer (WLTP) deutlich mehr, als der EU-Grenzwert von 95 Gramm zulässt und treibt den Flottenverbrauch der Marke damit in die Höhe. Zur Freude der Fans folgt ab dem kommenden Frühjahr eine nahezu unveränderte Nutzfahrzeug­variante mit einem ebenen ­Ladeboden statt einer Rückbank und einem Trenngitter zur Fahrerkabine. Als Nutzfahrzeug wird der CO2-Grenzwert des Jimny auf 147 Gramm angehoben, was dem Flottenverbrauch entgegenkommt. Apropos Motor: Der ist lautstark und behäbig. Im Test verbrauchte der Geländezwerg in der Stadt, über Land und auf der Autobahn 7,3 Liter Super. Der Verbrauch lässt sich aber noch drücken, wenn man auf die Autobahnfahrten verzichtet, die aufgrund der seitenwindanfälligen Karosserie nur eingeschränkt zu empfehlen sind.

Neu kostete der Jimny zuletzt ab 20.900 Euro – doch Gebrauchte sind bereits teurer. Der Preis der Nutzfahrzeugvariante steht noch nicht fest.

Daten Suzuki Jimny 1.5 Allgrip Comfort+

Motor:  1,5-l-Vierzylinder-Benziner, 75 kW/102 PS, 130 Nm bei 4000/min

Antrieb, Getriebe: Heck, Allrad zuschaltbar, Fünfgang manuell

0–100 km/h, Spitze: k. A., 145 km/h

Norm-/Testverbrauch: 7,7 (WLTP)/7,3 l S

CO2-Ausstoß Norm/Test: 178 (WLTP)/169 g/km

Länge x Breite x Höhe: 3,65 x 1,65/1,87 x 1,71 m

Radstand, Wendekreis: 2,25 m, 9,8 m

Kofferraum: 85–377 l

Leergewicht, Zuladung: 1165 kg, 270 kg

Anhängelast: 1300 kg

Stützlast, Dachlast: 75 kg, k. A. kg

Tankinhalt: 40 l

Typklassen KH/VK/TK: 11/18/19

Grund-, Testwagenpreis: 20.900 € / 21.230 €

Modell verfügbar ab: 20.900 €

Auswahl Basis-Serienausstattung: Sechs Airbags, Radio/Navigation, Klimaautomatik, 15 Zoll Alufelgen, Notbrems-, Spurhalte-, Verkehrszeichenassistent, LED-Scheinwerfer, Sitzheizung, Tempomat

Foto: Wolfgang Sievernich
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