Opel Grandland X Plug-in-Hybrid: In Watte gepackt

In der höchsten Ausstattungs­stufe Ultimate glänzt die Motorhaube für zusätz­liche 300 Euro in Diamantschwarz. Fotos: Opel

Opel hat ein Herz für Pendler – genauer: Ab sofort schlagen auf Wunsch zwei Herzen unter der Karosserie des Grandland X Plug-in-Hybrid.

Es ist das erste Modell der Rüsselsheimer mit  kombiniertem Benzin-Elektro-Antrieb zum Einstöpseln an der Steckdose. Dabei hat man die Wahl zwischen dem frontgetriebenen Grandland X Hybrid und dem Allrad-Grandland-X Hybrid4. Letzterer bringt im Leerzustand 1.875 Kilo auf die Waage, er muss den zusätzlichen E-Antriebsstrang (370 kg) mitschleppen.

In jedem Fall zielen die Opel-Verkaufsstrategen auf Menschen, die täglich rund 50 Kilometer elektrisch bewältigen wollen. Für mehr ist der Benzinmotor zuständig. Wir waren auf ersten Testrouten im gemischten Stadt-Land-Autobahn-Verkehr samt Steigungen und Gefälle 200 Kilometer unterwegs. Dabei haben wir genau hingeschaut.

Theorie versus Praxis

Zu Beginn zeigt die Strom­standanzeige bei vier Plusgraden volle Ladung an. Interessant: Die elektrische Reichweite bei unserem Hybrid4 ­beträgt laut Vorhersage nur 32 Kilometer; exakt diesen Wert erreichten wir auch während unserer ersten Etappe. Dabei verkündet Opel vollmundig, dass der Allradler nach WLTP-Verbrauchsrechnung 59 elektrische Kilometer zurücklegen kann. Die Erklärung folgt prompt: Es wird der Prognose stets die vorherige Stromfahrt zugrunde gelegt.
 
Prinzipiell fährt der Hybrid4 im Elektrobetrieb an. Die Fahrprogramme Hybrid, Allrad und Sport sind manuell einzustellen. Bei leerem Akku schaltet das Fahrzeug automatisch auf Hybridbetrieb – rekuperiert wird ständig. Das heißt, sobald man vom Gaspedal geht, verlangsamt sich der Grandland und lädt die dabei gewonnene Energie in den Akku. Es ist aber auch in der höchsten Rückgewinnungsstufe B nicht wie bei einem rein batterieelektrischen Auto, das dann einen spürbaren Ruck ins Innere weitergibt und vergleichsweise rasch bis zum Stillstand kommt. Der Opel wird nur gemäßigt langsamer, man hat das Gefühl, sanft in einen Watteberg zu gleiten. Zum Stehen kommt er nicht; die Achtstufen-Automatik hält einen in Kriechfahrt.

Energie ist speicherbar

Alle Grandland-X-Modelle haben einen 1,6-Liter-Turbobenziner mit 133 kW/180 PS an Bord. In der 2WD-Version arbeitet ihm ein Elektromotor mit 81 kW/110 PS an der Vorderachse zu, beim 4WD-Modell noch einer mit 83 kW/113 PS an der Hinterachse. Die Gesamtsystemleistung beträgt im Allrad-Fall 221 kW/300 PS. Der Hybrid4 braucht nach der WLTP-Norm 1,4 Liter Super (32 g CO2/km) auf 100 Kilometer. Wir lasen auf dem Bordcomputer nach zurückhaltend absolvierter Tour 6,3 Liter im Durchschnitt ab. Nützlich ist es, im E-Save-Modus elektrische Reichweite für das Fahrtende, etwa in der Stadt, zu bunkern: 10 oder 20 Kilometer sowie die maximale Kapazität.  

Was uns die Stirn runzeln ließ: Der Elektroanschluss befindet sich auf der linken hinteren Fahrzeugseite. Wer längs der Straße parkt, um Strom zu schlürfen, muss das Kabel ums Heck legen. Obendrein ragt der „Tankrüssel“ in die Fahrbahn – man kann ihn ja nicht wie einen Spiegel wegklappen. Ein Manko betrifft den Kofferraum, der mit 390 Litern immerhin 124 Liter weniger Platz bietet als der Standard-Grandland-X.

Als Plug-in-Hybrid steht der Grandland X ab 44.190 Euro in der Preisliste, das Allrad-Modell kostet in einer höheren Ausstattung ab 51.165 Euro.

Daten Opel Grandland X Hybrid4

Motoren: 
Benziner: 1,6-l-Vierzylinder-Turbo, 133 kW/180 PS, 250 Nm;

Elektro: vorne 81 kW/110 PS, 320 Nm; hinten 83 kW/113 PS, 166 Nm

Systemleistung: 221 kW/300 PS, 520 Nm

Antrieb: Allrad

Getriebe: Achtgang automatisch

0–100 km/h: 6,1 s

Spitze: 235 km/h (135 km/h elektrisch)

Normverbrauch: 1,4–1,3 l S, 15,9–15,3 kWh, 32–29 g CO2/km/km

L x B x H: 4,47 x 1,85/2,09 x 1,60 m

Radstand: 2,67 m

Wendekreis: 11,0 m

Kofferraum: 390–1.528 l

Leergewicht: 1.875 kg

Zuladung: 475 kg

Anhängelast: 1.250 kg

Tankinhalt: 43 l

Batteriekapazität, Reichweite (WLTP): 13,2 kWh, 59–57 km

Preis: ab 51.165 Euro

Der E-Motor vorne überträgt die Kraft über eine Achtstufen-Automatik auf die Vorderräder. Der zweite E-Motor und das Differenzial für den Allradantrieb sind in die Hinterachse integriert. Foto: Opel
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