Kindersitz fürs Fahrrad: Schnell und unkompliziert

Vorne und hinten einen Kindersitz zu montieren, ist erlaubt, aber das Rad fährt sich schwieriger. Foto: Thule

Eine einfache Methode des Kindertransports auf dem Fahrrad sind Kindersitze. Diese lassen sich blitzschnell montieren, Kind reinsetzen und anschnallen – schon kann die Fahrt losgehen.

Sitze werden für Heck und Lenker angeboten. Vorne ­dürfen Kinder bis drei Jahre oder 15 Kilogramm Platz nehmen. Die Frontsitze werden direkt an der Lenkstange befestigt. Hinter dem Fahrer kann ein Kind bis maximal sieben Jahre oder 22 Kilogramm sitzen. Die Hecksitze werden entweder am Gepäckträger oder an der Sattelstange montiert. Sollte der Sattel ­Federn haben, müssen diese unbedingt umhüllt werden, damit sich die kleinen Passagiere nicht die Finger einklemmen. Egal ob Front oder Heck: ­Wichtig sind sichere Gurtverschlüsse, die sich nur mit zwei Händen öffnen lassen.

Für kippfreies Ein- und Aussteigen empfiehlt sich ein Zweibeinständer am Fahrrad. Zwei Sitze gleichzeitig sind erlaubt, das zulässige Gesamtgewicht des Fahrrades – meist 120 bis 150 Kilogramm – darf dabei aber nicht überschritten werden. In jedem Fall gilt für die jungen Mitfahrer Helmpflicht. Eine Aussparung an der Sitzlehne und ein abgeflachter Helm sorgen dafür, dass der Kopf nicht nach vorne gedrückt und der Nacken geschont wird.

Ungewohntes Fahrverhalten

Gewöhnungsbedürftig ist das Fahrverhalten bei Front- wie Hecksitz. Letztere können sich je nach Fahr­bewegung und Straßenzustand aufschaukeln. Diese Pendelwirkung ist vor allem im Fahrverhalten von Rädern mit tiefem Durchstieg zu spüren. Sicherheitstechnisch sind Kin­dersitze nicht ganz unbedenklich, da die ­Passagiere bei Stürzen eine große Fallhöhe und keinen zusätzlichen Schutz bei Kollisionen haben. Dafür sind Sitze im Vergleich günstig, leicht in der Handhabe und mit den meisten Fahrrädern kompatibel.

Thule Yepp Maxi: Rein und los

Trikotzupfen ist bei der Fahrt mit dem Hecksitz Yepp Maxi von Thule an der Tagesordnung. Der kleine Passagier sitzt so nah am Rücken des Fahrers, dass dieser ein willkommenes Spielzeug ist. Ansonsten ist Geradeaus-schauen aufgrund dessen eher langweilig. Doch links und rechts lässt sich herrlich die Welt entdecken.

Der Yepp Maxi wird wahlweise  für den Heckträger oder die Sattelstange geliefert und lässt sich somit entweder direkt oder am Adapter mit wenigen Handgriffen befestigen. Genauso unkompliziert ist das Einsteigen, Angurten und Einstellen der Fußrasten. Der Fünf-Punkt-Gurt lässt sich nur mit zwei Händen öffnen, was einerseits sehr sicher ist, aber mit einem Zweibeinständer einfacher wäre. Bei kleinen Rahmengrößen sitzt das Kind dicht hinter dem Fahrer, wodurch ein Pedal mit den Fußrasten kollidieren kann und mit einem hohen Einstieg ist auch das Auf- und Absteigen nicht ganz leicht.

Balance-Akt

Bei spontanen Manövern oder schnellem Anfahren ist es schwierig, die Balance zu halten. Dieses Problem wird mit zunehmendem Gewicht des Kindes sicher größer, denn der Yepp Maxi (119,95 Euro) kann bis sechs Jahre oder 22 Kilogramm benutzt werden.
Infos: www.thule.com

Der kleine Passagier sitzt im Hecksitz Yepp Maxi dicht bei der Fahrerin. Foto: Jessica Blank

Thule Yepp Mini: Voller Blick voraus

„Dring-Dring!“ – erst einmal die Klingel betätigen. Das gefällt dem Nachwuchs. Und dann noch diese großartige Aussicht. Der zweite Griff geht zum Haltebügel, der sofort als Lenker benutzt wird. Das erste Urteil der jungen Testerin für den Frontsitz Yepp Mini von  Thule fällt also schon mal positiv aus.
Die Montage des Kindersitzes ist wirklich simpel. Ein Adapter wird an der Lenkstange festgeschraubt und daran kann der Sitz mit zwei Handgriffen angebracht werden. Für Mountainbikes und Räder mit Ahead-Lenker ist allerdings ein gesonderter Adapter notwendig, der nicht im serienmäßigen Lieferumfang enthalten ist. Allerdings sollte man das Fahrverhalten bei Mountainbikes mit einem Frontsitz sowieso vorher ohne Passagier austesten.

Auch der Fünf-Punkt-Gurt, der sich einzeln einklicken lässt, und die Fußrasten sind einfach selbst an kleine Kinder anzupassen. Im Yepp Mini dürfen Kinder ab neun Monaten mitfahren – wenn sie bereits alleine sitzen können. Mit drei Jahren oder 15 Kilogramm ist allerdings Schluss, was die
Nutzungsdauer des 99,95 Euro teuren Sitzes recht kurz macht.

Beschützungsfaktor

Beim Frontsitz hat der Fahrer den kleinen Passagier immer im Blick und durch den umarmenden Griff zum Lenker ist der Beschützungsfaktor groß. Die Fahrweise muss er aber anpassen, da der Lenkradius durch die Fußstützen eingeschränkt ist. Das Auf- und Absteigen ist bei Rädern ohne tiefen Einstieg durch den begrenzten Platz eher schwierig. Bei Unfällen stürzt der Mitfahrer natürlich aus großer Höhe, wird aber durch Gurte und Fußrasten im Sitz gehalten und ist durch den obligatorischen Helm geschützt.
Infos: www.thule.com

Im Frontsitz Yepp Mini von Thule hat der Radler den kleinen Passagier immer im Blick. Foto: Jessica Blank
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