Kia Proceed 1.6 T-GDI: Sportlicher Reisebegleiter

Der sportlich gestaltete Proceed überzeugte im Test mit alltagstauglichem Platzangebot. Foto: Wolfgang Sievernich

"Kia Ceed“, freut sich meine Reisebegleitung, „aber hatten wir den Kombi nicht schon mal?“ Fast. Von vorne gleichen sich das Fließheckmodell Ceed, der Kombi SW (siehe Auto&Reise 11-12/2019) und der von uns frisch getestete Proceed 1.6 T-GDI als sogenannter Shootingbrake nahezu wie ein Ei dem anderen. Der Unterschied liegt im Detail, und zwar am Heck.

In der Seitenansicht gut zu erkennen, sorgt die tief nach hinten abfallende Dachlinie mit einer stark geneigten Heckscheibe für einen Aha-Effekt. Ein Kombi mit Coupé-Charakter – neben dem Mercedes CLA im Kompaktsegment einzigartig. Während sich die Form des Ceed SW (steht für Sportswagon) am Nutzwert orientiert, soll der Shootingbrake mit seiner dynamischen Linienführung auch den sportlichen Familienvater mit größerem Reisegepäck erreichen.

Eingeschränkte Sicht

Und davon passt in den Kofferraum mehr als gedacht. Mit 594 Litern Volumen fehlen ihm zum Ceed SW auf dem Papier nur noch 31 Liter, doch das fällt im vollgeladenen Zustand nicht auf. Zur Standardausstattung im Proceed gehören unter anderem ein einfach bedienbares Gepäckraumtrennsystem auf Schienenbasis sowie ein Gepäcknetz und Ablagefächer im Kofferraumboden zum Verstauen von Kleinteilen. In der höchsten Ausstattungsstufe GT (nur mit 150 kW/204 PS) wie bei unserem Testwagen, ist die elektrische Heckklappe serienmäßig vorhanden. Was aber durchaus als gewöhnungsbedürftig auffällt, ist das eingeschränkte Sichtfeld nach hinten durch das nach unten gezogene Dach. Hinterherfahrende Autos tauchen erst wenige Meter hinter dem Fahrzeug im Innenspiegel auf. Bei Nässe hält der Heckwischer zudem nur ein kleines Sichtfeld frei – ein Hoch auf die großen Außenspiegel. Auch die weit nach hinten gezogenen D-Säulen erschweren die Sicht, glücklicherweise hilft eine serienmäßige Rückfahrkamera beim Rangieren.

Einen Toast dürfen wir auf den 1,6-Liter-Turbobenziner ausbringen. Der stärkste Motor der Ceed-Baureihe hängt gut am Gas, ist drehzahlfreudig und lässt den Proceed zügig kurvige Landstraßen durchwieseln. Des einen Freud, des anderen Leid: Lange Autobahnetappen eignen sich aufgrund der deutlich vernehmbaren Geräuschkulisse nicht zum entspannten Fahren. Der Testverbrauch bleibt dagegen im Rahmen. Mit 8,1 Litern Super liegt der Proceed nicht allzu sehr über der WLTP-Werksangabe (6,8 Liter).

Sehen lassen kann sich die serienmäßige Sicherheitsausstattung des Basismodells der Ausstattung GT Line: Frontkollisionswarner mit Bremseingriff und Fußgängererkennung, aktiver Spurhalteassistent oder LED-Scheinwerfer mit Fernlichtassistent. Radio, Rückfahrkamera, Klimaautomatik und Stoff-/Ledersitze komplettieren das Paket ab 26.990 Euro, allerdings mit dem kleinsten Turbobenziner und 1,0 Liter Hubraum sowie 88 kW/120 PS. Damit bekommt man viel Auto fürs Geld. Ein paar Scheine mehr machen ihn sogar zum schicken Sprinter.

Daten Kia Proceed 1.6 T-GDI

Motor: 1,6-l-Vierzylinder-Turbobenziner, 150 kW/204 PS, 265 Nm bei 1500–4000/min

Antrieb, Getriebe: Front, Sechsgang manuell

0–100 km/h, Spitze: 7,6 s, 230 km/h

Norm-/Testverbrauch: 6,8/8,1 l S

CO2-Ausstoß Norm/Test: 155/192 g/km

Länge x Breite x Höhe: 4,60 x 1,80/2,03 x 1,42 m

Radstand, Wendekreis: 2,65 m, 10,6 m

Kofferraum: 594–1545 l

Leergewicht, Zuladung: 1545 kg, 325 kg

Anhängelast: 1410 kg

Stützlast, Dachlast: 75, 80 kg

Tankinhalt: 50 l

Typklassen KH/VK/TK: 13/23/25

Grund-, Testwagenpreis: 31.690 Euro / 33.360 Euro

Modell verfügbar ab: 26.990 Euro

Auswahl Basis-Serienausstattung: Sechs Airbags, LED-Abblendlicht, Fernlichtassistent, Rückfahrkamera, Querverkehrswarner, aktiver Spurhalteassistent, Spurwechselassistent, Tempomat, Müdigkeitswarner, beheiztes Lederlenkrad, Parksensoren hinten, Alufelgen, Klimaautomatik

Foto: Wolfgang Sievernich
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