Bordsteinrempler und die Folgen

Unsanfte Begegnungen zwischen Reifen und Bordsteinkanten gehen selten gut aus. Wichtig ist, dass man die Schäden nicht ignoriert. Foto: Thomas Schreiner

Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, schon ist es geschehen: Der Reifen hat die Bord­steinkante geküsst. Wir erklären, was der Rempler im Pneu beschädigen kann und wann eine Reparatur oder ein Austausch nötig wird.

Wer schon einmal beim Einparken unsanft gegen eine Bordsteinkante gefahren ist, weiß, wie ärgerlich und groß der Schaden am Reifen sein kann. Besonders bei zu hoher Geschwindigkeit oder scharfkantigen Pflanzeneinfassungen kann das schnell das Aus für den Pneu bedeuten.

Offensichtliche Verletzungen sind Risse oder gar Schnitte an der Reifenflanke. Im schlechtesten Fall hat die Begegnung mit dem Bordstein oder Hindernis ein ganzes Stück Gummi herausgefetzt. Kleinere Schäden bis zu sechs Millimeter in der Fläche können vom Fachmann mit einem speziellen Verfahren repariert werden. Dabei ist es wichtig, dass auch das Innere des Reifens überprüft wird. Die Reparatur mit einem Stopfen ist deshalb nicht zu empfehlen. Bei der korrekten Reparatur wird ein Flicken aus Gummi an der Innenseite angebracht und das Loch mit einer Gummimischung verschlossen. Bei größeren Schäden sollte der Reifen unbedingt komplett ausgetauscht werden.

Stoßbruch erkennen

Nicht ganz so ersichtlich sind andere Schäden, die bei einem typischen Bordsteinrempler entstehen können. Oft zeigt eine Beule einen Stoßbruch an. Das heißt, dass die Karkasse – das Gerüst des Reifens – beschädigt wurde. Die Ausbeulung an der Seitenwand ist ein Hinweis auf beschädigte Kordfäden im Inneren der Karkasse.

So etwas passiert, wenn Autofahrer Hindernisse wie Bordsteinkanten oder Bodenschwellen zu schnell oder in einem ungünstigen Winkel überfahren. Das beansprucht die Karkasse übermäßig und einzelne Kordfäden können brechen. Wie groß der Schaden ist, hängt von der Geschwindigkeit, dem Winkel des Aufpralls und der Größe des Hindernisses ab.

Vermieden werden könnten solche Stoßbrüche durch vorsichtiges Fahren, außer wenn das Hindernis plötzlich auftaucht und der Fahrer nicht mehr ausweichen kann. Problematisch wird es, wenn ein Stoßbruch oder ein anderer Schaden ignoriert wird.

Schaden ernst nehmen

„Reifen haben ein Gedächtnis wie ein Elefant. Das heißt, solche Schäden verschwinden nicht einfach, sie können vielmehr zu einem späteren Zeitpunkt zum Risiko werden“, warnt Christian Koch, Reifensachverständiger beim ARCD-Partner DEKRA. Deshalb empfehlen die DEKRA-Experten, bei Verformungen oder Rissen unbedingt einen Sachverständigen aufzusuchen. Bei einem Stoßschaden kann es zum Beispiel zu einer Delaminierung der Lauffläche und Lagen oder einem Zerfall der Reifenseitenwand kommen.

Auch wer bei höherem Tempo mit einer Fahrbahnabgrenzung kollidiert ist, sollte abklären lassen, ob das Fahrwerk in Mitleidenschaft gezogen wurde. Zieht das Auto auf gerader, ebener Fahrbahn auf eine Seite, ist der Werkstattbesuch unabdingbar.

Sollte die Begegnung mit einer Bordsteinkante oder einem Hindernis unvermeidlich sein, gilt: möglichst langsam und unter einem rechten Winkel darüber fahren. So können Schäden bestenfalls vermieden werden.

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