Autokauf: Schnäppchen oder Kostenfalle

Autofahrer sollten sich nicht von günstigen Anschaffungspreisen blenden lassen. Hohe Folgekosten können aus einem vermeintlichen Preishammer schnell ein Groschengrab machen. Wer sich für ein neues Fahrzeug interessiert, dem sei empfohlen, sich vorab über fixe und variable Kostentreiber zu erkundigen. Foto:stock.adobe.com/© Wellnhofer Designs

Wertverlust, Tanken, Laden, Kfz-Steuer, Versicherung und Wartung können ins Geld gehen. Autofahrer sollten beim Kauf eines neuen Fahrzeugs deshalb nicht nur die Anschaffungskosten im Blick behalten.

Wer sein Augenmerk beim Autokauf nur auf den Anschaffungspreis richtet und die Unterhaltskosten ausblendet, den kann es finanziell eiskalt erwischen. Eine gemeinsame Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung, der Universität Mannheim und der Yale University kam im Jahr 2020 zu dem Schluss, dass deutsche Autobesitzer die Gesamtkosten ihres Pkw um bis zu 50 Prozent unterschätzen. Während die Kraftstoffkosten von den meisten Befragten korrekt wiedergegeben wurden, verklärte das Gros die Aufwendungen für Wertverlust, Kfz-Steuer, Versicherung, Wartung und Reparaturen.

Einer aktuellen Erhebung von Autoscout24 zufolge liegen die durchschnittlichen Unterhaltskosten eines Autos zwischen 330 und 1600 Euro im Monat. Während Autofahrer für Kleinwagen und günstige Fabrikate in der Regel weniger Geld ausgeben, sind Modelle der Mittel- und oberen Mittelklasse sowie der Oberklasse erfahrungsgemäß teurer im Unterhalt. Finanzexperten raten, dass Autofahrer für ein Fahrzeug monatlich nicht mehr als ein Viertel ihres Nettoeinkommens ausgeben sollten. Dazu gehören Fixkosten für Versicherungen und Steuern; Betriebskosten für Kraftstoff und Autopflege; Werkstattkosten wie Ölwechsel, Inspektionen und Reparaturen und schließlich noch der Wertverlust aufgrund von Alter, Zustand und Laufleistung des Fahrzeugs. Letzterer wird erst beim Verkauf relevant, ratsam ist bereits frühzeitig auf einen gleichwertigen Nachfolger anzusparen.

Betriebe vergleichen

Eine wesentliche Rolle spielen die Werkstattkosten. Je nach Marke, Modell und Antriebsform sind große Preisunterschiede möglich (siehe Tabelle unten). Wer mit seinem Fahrzeug zum Service in die Markenwerkstatt des Vertragshändlers fährt, muss meist mit höheren Stunden-Verrechnungssätzen rechnen als in einer freien Werkstatt. Höhere Standortkosten in Ballungsräumen werden zudem oft auf die Kunden abgewälzt. Tipp: Auf Service-Standorte in ländliche Gegenden ausweichen. Sparen lässt sich überdies bei der Wahl der Ersatzteile, gerade für ältere Autos. Originalteile vom Hersteller sind in der Regel hochpreisiger als  qualitativ gleichwertige Ersatzteile aus dem Zubehörhandel (siehe
Artikel S. 26). Verfügt das Wunschauto über Breitreifen, so fällt Ersatz häufig kostspielig aus. Sofern zugelassen, lässt sich mit schmaleren Reifenbreiten Geld sparen, aufgrund des geringeren Rollwiderstands sinkt zudem auch der Kraftstoffverbrauch.

Wer vor dem Autokauf einen Anhaltspunkt haben will, mit welchen Wartungs- und Reparaturkosten im Laufe der Haltedauer zu rechnen sein könnte, dem sei die Reparaturkosten-Kalkulation der Deutschen Automobil Treuhand GmbH (DAT) empfohlen. Richtwerte erteilt auch das Kfz-Gewerbe.

Klassen beachten

Anders als modellspezifische Wartungs- und Reparaturkosten lassen sich laufende Fixkosten wie Versicherungsprämien exakt bestimmen. Wesentlich für die Kalkulation sind verschiedene Faktoren: Die Höhe der Schadenfreiheitsklasse, die von der Anzahl unfallfreier Jahre bestimmt wird. Je höher die Zahl, desto günstiger ist die Kfz-Versicherung. Mit der Regionalklasse ermitteln Versicherer zudem die regionale Unfallhäufigkeit. Da es in Großstädten eher kracht, müssen dort auch höhere Prämien gezahlt werden. Und schlussendlich kann mit der Typklasse die statistische Schadenbilanz eines Automodells bewertet werden. Günstig eingestuft sind meist ältere Gebraucht- und Kleinwagen, während große und leistungsstarke Autos tendenziell kostspieliger sind.

Fahranfänger zahlen übrigens deutlich mehr, da infolge der Unerfahrenheit von einem höheren Unfallrisiko ausgegangen werden kann. Sparen lässt sich durch Übertragung des Schadenfreiheitsrabatts, etwa von einem Elternteil, Eintrag einer höheren Selbstbeteiligung oder das Versichern des Fahrzeugs als Zweitwagen.

Gesetzlich vorgeschrieben ist nur die Kfz-Haftpflichtversicherung. Sie übernimmt Schäden, die durch den Betrieb des eigenen Fahrzeugs entstanden sind, etwa Reparaturkosten des Unfallgegners. Freiwillig sind Teil- und Vollkaskoversicherung. Während die Teilkaskoversicherung die gängigsten Schäden abdeckt, zahlt die Vollkaskoversicherung auch für  selbst verursachte Unfallschäden am eigenen Auto. Dafür fallen die zu zahlenden Versicherungsprämien aber meist höher aus.  

CO2-Emission relevant

Weiterhin zählt die jährlich anfallende Kfz-Steuer zu den Fixkosten. Die Höhe der zu zahlenden Summe  variiert nach Zulassungsjahr, Hubraum, CO2-Emissionen, Betriebs- und Antriebsart. Während bei E-Autos die Kfz-Steuer in den ersten zehn Jahren nach Erstzulassung komplett entfällt, fahren Halter von Erdgasfahrzeugen noch bis 2026 steuerbegünstigt. Achtung; Für neuzugelassene Pkw mit einem CO2-Ausstoß oberhalb von 95 g/km gilt seit 2021 eine höhere Kfz-Steuer. Vor allem PS-starke Fahrzeuge steigen beträchtlich in der Steuer. Das soll Autofahrer dazu ermuntern, Pkw mit sparsameren Antrieben zu kaufen. Die Besteuerung der bis 2021 erstzugelassenen Pkw ändert sich durch diese Regelung aber nicht.

Nicht anders als andere Produkte büßen auch Autos sukzessive an Wert ein. Neuwagen können dabei bereits im ersten Jahr nach Erstzulassung ein Viertel an Wert verlieren. Rechnerisch verlieren sie in jedem weiteren Jahr rund fünf Prozent. Hochwertige Autos sind generell preisstabiler als billige und auch deutsche Fabrikate schneiden oft besser ab.

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