Auto: Fit für den Winter

Mit ein wenig Vorbereitung können Autofahrer sicher durch den Winter kommen. Foto: stock.adobe.com/© Shutter81

Im Winter setzen eisige Temperaturen Auto und Technik zu. Bevor schlechte Sicht den Durchblick gefährdet oder Kühl- und Wischwasserbehälter einfrieren, können sich Autofahrer mit einfachen Maßnahmen gegen unfreiwilligen Stillstand wappnen.

So wie das nächste Weihnachtsfest steht auch der Winter nicht urplötzlich vor unserer Tür. Bevor eisige Temperaturen den Aufenthalt im Freien ungemütlich machen, sollten Autofahrer die Gelegenheit nutzen, das Auto auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten.

Winterreifen aufziehen

Kennen Sie die O-bis-O-Regel? Von Oktober bis Ostern ist Winterreifenzeit. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimetern, der ARCD empfiehlt aus Sicherheitsgründen aber, bei Winterreifen vier Millimeter nicht zu unterschreiten. Die Reifen mit der größeren Profiltiefe gehören – paarweise getauscht – auf die Hinterachse. Wer seine Sommerreifen selbst einlagert, sollte darauf achten, Kompletträder (Reifen mit Felgen) liegend übereinander kühl, trocken und dunkel abzulegen. Hochkant stehen dürfen sie ohne Felgen. Der Luftdruck sollte generell vor dem Einlagern um 0,5 bar gegenüber der Herstellervorgabe erhöht werden, da auch ungenutzte Reifen Luft verlieren.

Durchblick behalten

Bei widrigen Wetterbedingungen wie Regen und Dunkelheit gefährden eingerissene Scheibenwischerblätter die ungetrübte Sicht auf Straße und Umgebung. Regen kann nicht rückstandsfrei entfernt werden, weswegen Experten raten, Scheibenwischerblätter regelmäßig zu prüfen und je nach Fahrleistung mindestens einmal im Jahr auszutauschen.

 

Eingerissene Scheibenwischerblätter verursachen Schlieren auf der Scheibe und sollten ausgetauscht werden. Foto: stock.adobe.com/© jittawit.21

Steht das Fahrzeug draußen, frieren Autoscheiben bei Temperaturen unter null Grad Celsius oft zu. Vorbeugend Schutz bieten Abdeckfolien für die Front- und vorderen Seitenscheiben oder Halb- und Vollgaragen, bei denen es sich um modellspezifisch zugeschnittene Abdeckplanen handelt. Auch Innenscheiben können gefrieren, wenn sich die Luftfeuchte daran niederschlägt. Autofahrer sollten dann die Klimaanlage einschalten, die Lüftung auf die Frontscheibe ausrichten und das Eis von innen vorsichtig mit einem Eiskratzer wegschaben. Auf keinen Fall sollte man im Innenraum chemische Enteiser verwenden, da die Inhaltsstoffe gesundheitsgefährdend sind. Heißluftgebläse oder offene Flammen verbieten sich, da die Scheibe durch die Hitzeeinwirkung reißen könnte.

Wer Türdichtungen mit einem Gummipflegestift behandelt, muss zudem nicht befürchten, aufgrund zugefrorener Türen ausgesperrt zu werden. Schmutz und Streusalz hinterlassen auf der Scheibe einen schmierigen Film, der mit viel Wischwasser beseitigt werden muss, sofern dieses mit Scheibenfrostschutz versehen ist.

Scheibenfrostschutz verhindert das Gefrieren des Wischwassers. Foto: stock.adobe.com/© Tricky Shark

An die Tankstelle oder in die Werkstatt sollte man fahren, wenn es um die Kontrolle des Kühlerfrostschutzes geht. Mit einem Messgerät lässt sich feststellen, bis zu wie viel Minusgraden das Kühlsystem geschützt ist. Für mitteleuropäische Länder sind Werte von -25 °C bis -40 °C empfehlenswert. Vorsicht ist beim Einfüllen geboten: Das Kühlsystem steht unter Druck. Der Deckel darf nur bei kaltem Motor geöffnet werden, sonst drohen durch die herausschießende heiße Flüssigkeit gefährliche Verbrennungen.

Mit einem Messgerät lässt sich feststellen, bis zu wie viel Minusgraden das Kühlsystem geschützt ist. Foto: stock.adobe.com/© Karin & Uwe Annas

Moderne Autos verfügen über eine Vielzahl elektrischer Verbraucher, die gerade im Winter häufig zum Einsatz kommen. Licht, Klimaanlage, Lüftung, Heckscheiben-, Sitz-  und Lenkradheizung benötigen eine Menge Strom, der von der Lichtmaschine nicht immer in ausreichendem Maße zur Verfügung gestellt werden kann. Besonders belastend ist der Kurzstreckenbetrieb, da die Distanz meist nicht ausreicht, die Batterie durch die Lichtmaschine wieder hinlänglich nachzuladen. Fallen die Temperaturen auf unter -20 °C, verringert sich die Kapazität der Batterie um die Hälfte. Um einer drohenden Tiefenentladung vorzubeugen, empfiehlt sich besonders Kurzstreckenfahrern der Einsatz eines Batterieladegerätes, das man an die heimische Steckdose anschließen kann. Die Spannung des Batterieladegerätes muss aber zu der zu ladenden Batterie passen: Die Bordspannung beträgt bei Pkw und Motorrädern in der Regel 12 Volt und bei Wohnmobilen 12 bis 24 Volt. Experten empfehlen, dass die Geräte einen Überlastungsschutz, eine Batterietest- und eine automatische Abschaltfunktion besitzen sollten. Ist die Batterie leer und kein Nachbar zur Starthilfe in Sicht, könnte ein mobiles Start­hilfegerät die missliche Lage entschärfen. Polzangen anschließen, Knopf drücken, Zündschlüssel drehen, starten, fertig. Da sich die Geräte bei Kälte aber schnell entladen, gehören sie nicht in den Kofferraum, sondern ins Warme, sonst sind sie im Ernstfall nutzlos.

Apropos Starthilfe: DEKRA-Experten warnen, bei Spender-Fahrzeugen mit Start-Stopp-Automatik oder Energierückgewinnung das schwarze Minus-Kabel nie an den Minuspol der Batterie anzuschließen. Die Hersteller haben dafür spezielle Anschlusspunkte im Motorraum vorgesehen. Das ist auch bei Autos der Fall, deren Batterie unter der Rücksitzbank oder im Kofferraum verbaut ist. Generell sollten sich die blanken Teile der Polzangen nicht berühren, da sonst Kurzschluss droht. Um Funkenbildung zu vermeiden, ist zudem darauf zu achten, dass die Kabel in der richtigen Reihenfolge und an den korrekten Polen angeschlossen werden.

Die Leistung mobiler Starthilfe­geräte reicht in der Regel aus, um auch großvolumige Benzin- und Dieselmotoren mehrfach zu starten. Foto: stock.adobe.com/© mipan

Batterie streikt: Richtig überbrücken

1. Blick in die Betriebsanleitung werfen, um Standort der Batterie und Platzierung der Anschlusspole herauszufinden.

2. Das rote Kabel mit dem Pluspol der Spenderbatterie und ­danach mit dem Pluspol der entladenen Batterie verbinden.

3. Das schwarze Kabel mit dem Minuspol der Spenderbatterie und danach mit dem Masseanschluss (blankes Metallteil) laut  Betriebsanleitung des entladenen Autos ­verbinden.

4. Zuerst das Spenderauto, danach das Pannenfahrzeug ­starten. Der Startversuch darf maximal 10 Sekunden dauern, vor dem nächsten Versuch eine ­Minute warten.

5. Springt der Motor an, Verbraucher wie Sitz- und Heckscheiben­heizung sowie Licht einschalten, um hohe Spannungsspitzen im Bordnetz zu vermeiden.

6. Kabel in umgekehrter Reihenfolge entfernen.

7. Unnötige elektrische Verbraucher beim Pannenfahrzeug ausschalten, Motor laufen lassen und mindestens 20 Minuten zügig ­fahren – Stadtverkehr vermeiden.

8. Startet das Fahrzeug nicht, besser den ARCD rufen.

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