09.07.2024 Thomas Schreiner

 

Lange Lieferfristen für Reisepässe von bis zu acht Wochen

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Beim Ausstellen von Reisepässen kommt es jetzt zum Beginn der Reisesaison zu erheblichen Verzögerungen. Bis zu acht Wochen könne es dauern, bis ein beantragter Reisepass geliefert werde, bemängelte Anfang Juli der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Den Ärger der Bürgerinnen und Bürger müssten demnach die kommunalen Pass- und Ausweisstellen abfangen, obwohl sie die Verzögerungen nicht zu verantworten und auch keinen Einfluss auf die Lieferzeiten hätten. „In den Pass- und Ausweisstellen der Städte rumort es“, sagte Dedy weiter. „Viele Bürgerinnen und Bürger werden kurz vor der Ferienzeit kalt davon erwischt, dass ihre beantragten Reisepässe nicht pünktlich vor ihrem Urlaub ankommen. Der Grund dafür sind Lieferschwierigkeiten bei der Bundesdruckerei.“ Normalerweise liege die Wartezeit auf einen neuen Reisepass bei nur etwa zwei Wochen.

Der Städtetag fordert von der Bundesdruckerei nun eine bessere Organisation und mehr Kulanz. Denn Dedy zufolge sorgen die aktuellen Lieferschwierigkeiten für doppelten Ärger durch finanzielle Belastungen in der Bevölkerung: „Wenn der neue Reisepass nicht mehr pünktlich ankommt, entscheiden sich viele Bürger für den zweiten Antrag mit Expressbearbeitung. Das funktioniert, aber die Bürgerinnen und Bürger bleiben auf den doppelten Kosten sitzen. Der neue Reisepass und die Expressbearbeitung kosten zusammen über 100 Euro – zusätzlich zu den Kosten für den im ersten Anlauf bestellten Reisepass.“ Der erste Antrag lasse sich bei der Bundesdruckerei nicht stornieren und auch die städtischen Mitarbeitenden könnten den Gesamtablauf und damit die entstehenden Kosten nicht beeinflussen. Die Forderung des Städtetags lautet daher, dass die Bundesdruckerei flexibler reagieren müsse. Bei der Bestellung eines zweiten Reisepasses per Expressbearbeitung sollte der Auftrag für den ersten Reisepass storniert werden. Außerdem würden stornierte Aufträge den Produktionsprozess insgesamt entlasten. Die Zuständigkeit für die Umsetzung dieser Maßnahme sieht der Städtetag beim Bundesinnenministerium.

Bereits seit Mai 2024 wird über außergewöhnlich hohe Bestelleingänge bei der Bundesdruckerei berichtet, die für die Herstellung von Pässen und Ausweisen verantwortlich ist. Insbesondere die Anträge für Reisepässe sind Medienberichten zufolge seit Jahresbeginn enorm gestiegen. Als möglicher Grund dafür werden Nachwirkungen der Corona-Pandemie ausgemacht. Da Fernreisen in dieser Zeit teils erheblich eingeschränkt oder sogar unmöglich waren, könnte der Reisepass bei vielen Menschen aus dem Fokus geraten und möglicherweise abgelaufen sein. Die neue Lust auf Fernziele in der Reisesaison 2024 machten dann für viele einen Reisepass wieder erforderlich.


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