Sicherheitsmechanismen von Hochvoltakkus
3 min
Im Gespräch mit DEKRA klären wir, wie sicher Antriebsakkus von Hybrid- und E-Autos im Falle eines Crashs sind und wie die Brandgefahr einzuschätzen ist.
Mit dem Hochlauf der Elektromobilität rückt auch die Sicherheit von elektrisch angetriebenen Pkw vermehrt in den Fokus der Öffentlichkeit. Es stellt sich insbesondere die Frage, inwieweit Hochvoltakkus von E-Autos und Hybriden im Falle eines Unfalls für die Insassen eine Gefahr darstellen können?
Für Markus Egelhaaf, Unfallforscher bei DEKRA, ist die Antwort einfach: „Wir analysieren das Unfallgeschehen alternativ angetriebener Fahrzeuge seit Langem. In den Bereichen der aktiven und passiven Sicherheit sind die Fahrzeuge auf dem gleichen Stand wie konventionell angetriebene Pkw.“ Auf europäischer Ebene gebe es bezüglich der Hochvoltanlagen (HV) sehr hohe Anforderungen, gerade auch im Hinblick auf das Verhalten beim Unfall. So sei das Hochvoltsystem galvanisch vom restlichen Fahrzeug getrennt.
In den Bereichen der aktiven und passiven Sicherheit sind E-Autos und Hybride auf dem gleichen Stand wie konventionell angetriebene Fahrzeuge.“
– Markus Egelhaaf, DEKRA-Unfallforschung
„Zahlreiche Sicherheitseinrichtungen führen dazu, dass bei einem Unfall innerhalb weniger Sekunden alle HV-Systeme außerhalb der Batterie abgeschaltet und bis in einen ungefährlichen Bereich entladen werden. Die Karosserie ist, anders als beim 12-Volt-System, nicht in den Stromkreis eingebunden“, erklärt Egelhaaf. Zudem sei es ein potenzialfreies System. Das bedeute, wenn nur ein spannungsführendes Teil berührt werde, erfolge anders als im stationären Bereich wie bei einem Gebäude kein Abfluss über die Erde. Dass zwei offenliegende Pole angefasst würden, sei Egelhaaf zufolge dabei nahezu ausgeschlossen. Selbst Ersthelfer und Rettungskräfte müssten nach dem Unfall keine Verletzungen infolge eines elektrischen Schlags befürchten, solange sie nicht in eine offene Batterie greifen würden.
Kaum Brandrisiko
Das oft befürchtete Risiko eines Unfallfolgebrands konnte DEKRA in eigenen Front- und Seitencrashtests nicht bestätigen. Dabei fuhr man E-Autos mit einer Geschwindigkeit von 84 km/h gegen einen massiven Stahlmast. Trotz zahlreicher Sicherheitseinrichtungen lässt sich das Risiko einer Brandentstehung aber nicht gänzlich ausschließen. „Nicht außer Acht gelassen werden dürfen Brandrisiken, die aus dem 12-Volt-System resultieren sowie bei Hybriden die klassischen Brandrisiken des Verbrennungsmotors mit heißen Oberflächen und Kraftstoffen“, warnt der Unfallforscher. Eine US-Studie deute darauf hin, dass das Brandrisiko bei Hybridfahrzeugen am höchsten sei, gefolgt vom Verbrenner und rein batterieelektrischen Autos, sagt Egelhaaf. Aus heiterem Himmel könnten Hochvoltakkus aber nicht brennen, dazu müssten schon technische Defekte auf Zellebene vorliegen oder massive mechanische Belastungen auf einen Akku einwirken.
Ist ein Unfall geschehen, sollten die Insassen zuallererst unbedingt Ruhe bewahren, auf den Eigenschutz achten und beim Notruf den Helfern Hinweise auf Marke und Modell des Autos geben, zudem, ob es sich um ein Elektrofahrzeug oder einen Hybriden handelt. Diese Angaben sind spätestens für den Abschleppdienst relevant.
Das könnte Sie auch interessieren
-
Elektromobilität Motorrad Zero XE im Test: Leichtes E-Motorrad überzeugt mit Preis und Fahrspaß
E-Motorräder sind selten, bieten aber klare Vorteile im Alltag. Die leichte Zero XE zeigt im Test, wie wartungsarm, leise und praxisnah elektrisches Fahren in Stadt und Gelände sein kann – trotz begrenzter Reichweite.
-
Elektromobilität Auto E-Autos halten länger als gedacht – doch Reparaturen bleiben eine Herausforderung
E-Auto-Akkus können den Garantiezeitraum deutlich überstehen. Doch wenn andere Komponenten wie Motor, Ladeelektronik oder Steuergeräte ausfallen, fehlt es häufig an Ersatzteilen und Reparaturlösungen.
-
Elektromobilität Motorrad Honda CUV e: Elektroroller für die Stadt im Fahrbericht
Der Honda CUV e: ist ein kompakter Elektroroller für die Stadt. Wie alltagstauglich er wirklich ist, zeigt unser Fahrbericht – mit Details zu Reichweite, Fahrverhalten und Ladezeiten.
-
Club Elektromobilität Ratgeber Akku leer? So hilft der ARCD bei E-Auto-Pannen
Ein leerer Akku? Der ARCD hilft – mit kostenlosem Transport zur nächsten Ladesäule, rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr und in ganz Europa.
-
Mobilität Elektromobilität Auto E-Auto-Akku im Fokus: So robust ist er wirklich
Der Akku gilt als Schwachstelle und Sorgenkind im E-Auto. Doch die Bedenken zur Haltbarkeit des E-Auto-Akkus sind unbegründet, wie neue Studien zeigen.
-
Elektromobilität E-Mobilität: Sollte man E-Autos leasen oder kaufen?
Elektroauto-Leasing boomt – immer mehr Autofahrer setzen auf die Langzeitmiete.
ARCD-Newsletter
Bleiben Sie immer informiert!
Melden Sie sich für unseren Newsletter an und erhalten Sie informative Beiträge und hilfreiche Tipps rund um Mobilität und Reise direkt in Ihr Postfach.
Außerdem warten attraktive Aktionen und Gewinnspiele auf Sie.
Wir freuen uns darauf, Sie als Abonnenten willkommen zu heißen!