Ein Cupra Raval fährt durch die Stadt.

Fahrbericht: Cupra Raval – So sportlich ist der neue Elektro-Kleinwagen

3 min

02.06.2026Gundel Jacobi

Der Cupra Raval startet als sportlicher Elektro-Kleinwagen mit moderner MEB+-Plattform, bis zu 440 km Reichweite und markantem Design.
 

Die Vier-Meter-Marke überspringt der neue Cupra Raval nur ganz knapp. Dabei leistet er sich eine auffällige Außenhaut, er bietet ein Leistungsspektrum zwischen 116 und 226 Pferdestärken und besticht durch einen bemerkenswerten Kofferraum.

Cupra Raval: Extravagantes Design trifft moderne Elektroplattform

Zackiger geht’s kaum: Haifisch-Haube mit ungewöhnlich gezeichneten Scheinwerfern, markante Sicken und Kanten sowie dreifarbige Felgen – der Cupra Raval darf sich im VW-Konzern gewisse Extravaganzen leisten. Dabei ist er technisch nicht arg anders als der nagelneue Vetter VW ID Polo, auch wenn sich der südländische Heißsporn wegen seines tiefergelegten Fahrwerks um 1,5 Zentimeter dichter auf die Straße duckt. In jedem Fall erscheint der Spanier im Sommer als erster und kann sich nicht zuletzt wegen seiner MEB+-Plattform, die er im VW-Konzern mit einem kleinen Vorlauf nutzt, einer gewissen Aufmerksamkeit sicher sein. 

Wer sich für einen Cupra entscheidet, tritt bewusst aus dem Allerwelts-Einerlei heraus und ist bereit, für seinen Geschmack der Jagd auf Schnäppchen-Preise zu entsagen. Tatsächlich verzeichnet die vor neun Jahren von Seat losgelöste Marke zunehmende Verkaufserfolge und ruckelt sich unterm VW-Dach zu einer etablierten Partner-Firma zurecht. Schaut man sich die schicken stromernden Wettbewerber à la Mini Aceman, Nissan Micra oder Renault R5 an, ahnt man indes, dass es ein Cupra Raval nicht einfach haben wird, sich in diesem Segment zu behaupten.

Versenkbare Türgriffe und neue MEB+-Technik im Fokus

Unweigerlich fallen die an sich stimmig aussehenden versenkbaren Türgriffe auf, von denen zu ahnen ist, dass sie die erste Modellpflege nicht überstehen werden. Dafür sind sie aus Sicherheitsgründen zu sehr in Verruf geraten und werden in China gar verboten

Was man auf den ersten Blick nicht sieht, jedoch bedeutende Fortschritte zur Folge hat, ist die weiterentwickelte Konzernplattform MEB+: Hier ist unter anderem der ursprüngliche Elektro-Heckantrieb nach vorne gewandert, es gibt leichtere Batterien mit höherer Energiedichte.
 

Cockpit-Instrument des Cupra Raval.
Die Informationen auf dem Display lassen sich sehr gut ablesen. Foto: Cupra

Innenraum des Cupra Raval: 
Bedienung, Komfort und digitale Features

Im Cockpit fällt eine wohltuende Mischung aus Tasten und Drehreglern am Lenkrad auf, das Bordinfo-Instrument hinterm Lenkrad besticht durch seine akkurate Ablesbarkeit. Rechts davon befindet sich der größenmäßig gut eingepasste Touchscreen zum Wischen und Tippen, der sich nach kurzer Eingewöhnung intuitiv bedienen lässt. Auch die Klimazentrale ist innerhalb des Bildschirms integriert, aber als eigene Einheit im unteren Monitorbereich. 

Übrigens: Auch wenn sich Cupra eines technisch wachen Konzepts verschrieben hat – ein Head-up-Display ist in dieser Kleinwagenklasse einfach nicht vorgesehen, was während der ersten Testfahrt durchaus vermisst wurde. Ganz anders gestaltete sich der Eindruck des Sitz-Seitenhalts: Hier bleibt nur ein Bravo-Ausruf!

 

Kofferraum des Cupra Raval.
Der Kofferraum des Cupra Raval ist für ein E-Auto dieser Größe geräumig. Foto: Cupra

Platzangebot und Kofferraum: 
Überraschend praktisch im Elektro-Kleinwagen

Eine Reihe weiter hinten im Fond wird es spannend, handelt es sich doch oft um die Achillesferse in einem rollenden Vier-Meter-Abteil. Die Kopffreiheit ist absolut okay, bei der Beinfreiheit fühlt es sich schon merklich begrenzt an, eben kleinwagentypisch. 

Cupra hat mehr auf das nächsthintere Stübchen gesetzt: Der Kofferraum bietet mit 441 Liter Fassungsvermögen richtig gut Platz. Obendrein gibt es noch einen Ladeboden, der drei unterschiedliche Fachgrößen ermöglicht; pfiffige Idee!

Innenraum des Cupra Raval vorne.
Die Sitze im Cupra Raval bieten sehr guten Seitenhalt und unterstützen dynamisches Fahren. Foto: Cupra

Fahrverhalten des Cupra Raval: 
Straff, agil und alltagstauglich

Mittels klassischem Lenkstockhebel wird die Fahrtrichtung angewiesen – bereit zur Abfahrt ist der Raval ohne weiteres Zutun, sobald man im Fahrzeug sitzt. Dies ermöglicht der so genannte digitale Fahrzeugschlüssel, sodass mittels Smartphone das Auto entriegelt und gestartet wird. 

Entsprechend der Cupra-Philosophie, die gerne die hochmotorisierten Versionen in den Vordergrund stellt, gab es zur Fahrvorstellung einzig die VZ-Spitzenausführung zu bewegen: Der Elektromotor stellt 166 kW/226 PS in Verbindung mit einer 52-kWh-Batterie (nutzbare Netto-Kapazität) bereit. Bei Bedarf kann es also losgehen wie Schmidts Katze, was jedoch nicht unbedingt ratsam ist – schließlich gilt es auch, die Reichweite vernünftig zu managen: Der VZ-Raval weist bis zu 440 Kilometer aus. 

Kleinwagen hin, Cupra her, der Raval ist ein echtes Wiesel, das sich in der Stadt genauso wohlfühlt wie über Land. Dafür bürgt ein tendenziell straff abgestimmtes Fahrwerk, das im Comfort-Modus gut mit holprigen Belägen umzugehen weiß. Der WLTP-Normverbrauch von 16,1 kWh/100 Kilometer wurde nach einer langen Testtour in gemischtem Stadt-Land-Gebiet einschließlich 130-km/h-Autobahnstrecke vom Bordcomputer mit durchschnittlich 16,8 kWh quittiert. Auffällig war allenfalls eine anschwellende Windgeräuschkulisse der Außenspiegel ab Tempo 120. 

Sehr praktisch gestaltete sich der wählbare One-Pedal-Betrieb in Ortschaften, um den Raval per nicht getretenem Gaspedal bis zum Stand zu verzögern.

Batterievarianten, Ladezeiten und Preise des Cupra Raval

Grundsätzlich stehen zwei Batteriegrößen in jeweils zwei Leistungen zur Verfügung. Der 37-kWh-LFP-Akku (netto) ist mit der 85 kW/116 PS-Basismotorisierung kombiniert, ebenso wie die nächste Stufe mit 99 kW/135 PS – bei beiden wird die WLTP-Reichweite mit 300 Kilometer angegeben. 

Ein größerer NMC-Akku mit 52 kWh wird gekoppelt mit 155 kW/211 PS oder 166 kW/226 PS Leistung. Hier beträgt die Reichweite rund 440 Kilometer. DC-Schnellladung gelingt je nach Ausführung mit 50, 88 oder 105 kW. Zwischen 33 und 23 Minuten Ladezeit von 10 auf 80 Prozent werden für die verschiedenen Varianten angegeben. 

Der Einstiegspreis für den Cupra Raval liegt bei 25.590 Euro, die VZ-Spitzenversion schlägt mit 46.525 Euro zu Buche.   

Technische Daten Cupra Raval

Motoren

Elektro: 
85 kW/116 PS, k. A. Nm; 
99 kW/135 PS, k. A. Nm; 
155 kW/211 PS, 290 Nm; 
166 kW/226 PS, 290 Nm

Normverbrauch

13,7–16,2 kWh, 0 g CO2/km (WLTP)

L x B x H

4,05 x 1,78/2,00 x 1,51 m

Kofferraum

441 l

Zuladung

475–550 kg

Anhängelast

k. A.–1.200 kg

Stützlast

75 kg

Akku-Kapazität

37 kWh und 52 kWh (netto)

Reichweite lt. Hersteller

300–445 km

Preis ab

25.590 €


Autorin Gundel Jacobi.

„Klein, aber oho – preislich und praktisch betrachtet bietet der Raval eine Bandbreite, bei der man sich deutlich zwischen Vernunft und Vergnügen entscheiden muss, also bei Reichweite, Schnellladefähigkeit, Leistung, Batteriegröße – und Kaufsumme.“

Gundel Jacobi


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