Als Fluggast haben Sie besondere Rechte

Die Welt ist schön. Aber auch groß. Deshalb treten allein in Deutschland jedes Jahr über 22 Mio. Urlauber ihre Reise mit dem Flugzeug an. Bequem und sicher lassen sich so auch die entlegensten Traumziele in kurzer Zeit erreichen. Dies schafft die Möglichkeit, fremde Länder und Kulturen kennenzulernen - oder unwirtlichem Wetter zu entfliehen.

Doch ein Flugzeug ist kein alltägliches Verkehrsmittel. Flüge können sich verspäten, überbucht sein oder gestrichen werden. Dies birgt Unannehmlichkeiten für den Fluggast und verursacht häufig unliebsame Folgekosten. 

Annullierung, Nichtbeförderung oder Verspätung

Seit dem 17. Februar 2005 haben Flugreisende in der Europäischen Union weitreichende Rechte. Diese können sie bei einer Beeinträchtigung der Reise gegenüber den Fluggesellschaften geltend machen. Dies gilt für Linienflüge ebenso, wie für Nichtlinienflüge und Flüge im Rahmen einer Pauschalreise. Geregelt werden diese Ansprüche durch die Verordnung (EG) Nr. 261/2004.

Erste Anlaufstelle

In Deutschland ist das Luftfahrt-Bundesamt die offizielle Durchsetzungs- und Beschwerdestelle für Fluggäste. Diese bietet erste Auskünfte und Informationen.

Bürgertelefon: 0531 2355 115

E-Mail: fluggastrechte@lba.de

Das Bürgertelefon ist Montag bis Donnerstag von 10.00 bis 13.00 Uhr besetzt.

Flugreisende können Ansprüche gegen ihre Airline geltend machen, wenn diese eine inakzeptable Beförderungsleistung erbringt. Dies ist der Fall bei

  • Nichtbeförderung
  • Annullierung
  • Verspätung
  • Höherstufung
  • Herabstufung

Notwendige Ausgleichs- und Unterstützungsleistungen richten sich nach der Schwere der Situation. Luftfahrtunternehmen sind verpflichtet, Flugreisende über ihre Fluggastrechte zu informieren.

Rechte durchsetzen

Sollten Sie von einer inakzeptablen Beförderungsleistung betroffen sein, ist Ihre erste Anlaufstelle die gebuchte Fluggesellschaft. Am besten wenden Sie sich noch vor Ort am Flughafen an entsprechendes Personal. Sollte dies nicht möglich sein – etwa, weil nach verspäteter Ankauft bereits alle Schalter geschlossen sind – empfehlen wir in den Folgetagen eine Konataktaufnahme.

Anzeige

Sollten Ihnen die Fluggesellschaft keine aus Ihrer Sicht akzeptable Entschädigung anbieten, gilt es den Rechtsweg zu beschreiten. Erster Schritt ist hier eine Anzeige des Vorfalls beim Luftfahrt-Bundesamt. Das Luftfahrt-Bundesamt verhängt im Rahmen eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens bei nachgewiesenen Verstößen Sanktionen gegen die Airline. Das Formblatt zur Erstattung einer Anzeige finden Sie hier: Anzeigeformular Fluggastrechte

Das Luftfahrt-Bundesamt unterstützt Sie jedoch nicht bei der Durchsetzung einer Ausgleichsleistung und bietet keine rechtliche Beratung.

Verfahren

Ist Ihre Flugreise inakzeptabel erbracht worden, haben Sie Anspruch auf Ausgleichsleitungen. Werden diese durch die Airline nicht einvernehmlich erbracht, können Sie Ihre Ansprüche zivilrechtlich geltend machen. Handelt es sich um Mängel an einer privaten Flugreise, stehen Ihnen seit November 2013 zwei Rechtswege zur Wahl.

So kommen Sie zu Ihrem Recht:

Zivilklage

Am bequemsten können Sie Ihr Recht durchsetzen, indem Sie einen Anwalt mit der Durchsetzung Ihrer zivilrechtlichen Ansprüche beauftragen. Dieser ist in der Regel mit dem Verfahrensablauf vertraut und übernimmt alle Formalitäten für Sie.

Allerdings liegt in diesem Fall das Kostenrisiko bei Ihnen.

Aus diesem Grund sollten die Erfolgsaussichten vor Erteilung eines Mandats abgeklärt werden. Als ARCD-Mitglied können Sie dazu kostenlos den Partner-Anwalt des ARCD zurate ziehen. Den Kontakt stellt Ihre Mitglieder-Betreuung gerne her. Melden Sie sich bei uns:

Tel. 09841 / 409-500

Der ARCD empfiehlt den Abschluss einer Privat-Rechtsschutz-Versicherung. Diese übernimmt im Fall einer Zivilklage das gesamte Prozesskosten-Risiko. Nähre Informationen finden Sie unter Infothek: Reiseversicherungen.

Schlichtung im Luftverkehr

Als privater Fluggast haben Sie seit November 2013 die Möglichkeit, an einem Schlichtungsverfahren teilzunehmen. Der Vorteil eines Schlichtungsverfahrens liegt im Wesentlichen darin, dass es für Sie als Fluggast regelmäßig kostenlos ist.

Am Schlichtungsverfahren können Sie teilnehmen, wenn Ihre Forderungen zwischen 10,00 und 5.000 Euro.

Im Rahmen eines Schlichtungsverfahrens können Ansprüche geltend gemacht werden, die auf folgenden Ereignissen resultieren:

  • Nichtbeförderung, Verspätung oder Annullierung von Flügen
  • Zerstörung, Beschädigung, Verlust oder verspätete Beförderung von Reisegepäck
  • Zerstörung, Beschädigung oder Verlust von Sachen, die der Fluggast an sich trägt oder mit sich führt
  • Pflichtverletzungen bei Beförderung von behinderten oder mobilitätseingeschränkten Fluggästen.

 

Wer organisiert die Schlichtung?

Erste Anlaufstelle für die Aufnahme einer privatrechtlich organisierten Schlichtung ist derzeit die söp Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr e.V. Nähre Informationen zu Verfahrensablauf und Fristen finden Sie auch auf der Website des Luftfahrt-Bundesamtes: LBA informiert zur Schlichtung im Luftverkehr.

Das für den Anstoß einer Schlichtung notwendige Beschwerde-Formular finden Sie hier:

söp Schlichtungsantrag

Rechte für Flugreisende mit Mobilitätseinschränkung

Behinderte Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität sollen die gleichen Flugreisemöglichkeiten haben, wie andere Bürgerinnen und Bürger. Diese Teilhabe ist seit Juli 2008 in der Verordnung (EG) Nr. 1107/2006 geregelt. Die EU-Richtlinie regelt im wesentlichen drei Positionen:

Gleichbehandlung:

Fluggesellschaften dürfen bei Flügen ab einem Flughafen im Hoheitsgebiet eines Mitgliedsstaates der Europäischen Gemeinschaft die Buchung und Beförderung von Fluggästen aufgrund einer Behinderung oder eingeschränkter Mobilität nicht verweigern.

Verpflichtung von Flughafenbetreibern

Alle Airports der EU sind dazu verpflichtet, bestimmte Hilfeleistungen kostenlos anzubieten. Der Hilfebedarf muss mindestens 48 Stunden vor Abflug angemeldet werden.

Verpflichtung von Fluggesellschaften

Airlines sind bei Flügen, die in der EU beginnen, verpflichtet, bestimmte Hilfeleistungen kostenlos an Bord anzubieten. Der Hilfebedarf muss mindestens 48 Stunden vor Abflug angemeldet werden.

Detailierte Informationen rund um die besonderen Fluggastrechte von behinderten oder in der Mobilität eingeschränkten Menschen finden Sie in einem Info-Flyer des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung: "Neue Fluggastrechte für mobilitätseingeschränkte und behinderte Menschen"

Erste Anlaufstelle

In Deutschland ist das Luftfahrt-Bundesamt die offizielle Beschwerde- und Durchsetzungsstelle. Es ist zuständig für Vorkommnisse an deutschen Flughäfen, bei deutschen Luftfahrtunternehmen oder bei von deutschen Flughäfen abfliegenden Luftfahrtunternehmen eines nicht EU-Staates. Das Luftfahrt-Bundesamt ist wie folgt zu erreichen:

Bürgertelefon: 0531 2355 115

E-Mail: fluggastrechte@lba.de

Das Bürgertelefon ist Montag bis Donnerstag von 10.00 bis 13.00 Uhr besetzt.

Welche besonderen Rechte haben behinderte Flugreisende und Flugreisende mit eingeschränkter Mobilität? Antworten darauf liefert auch eine spezielle Informationsseite des Luftfahrt-Bundesamtes: FAQ "Rechte von behinderten Flugreisenden und Flugreisenden mit eingeschränkter Mobilität".

Anzeigen wegen Missachtung der Rechte für Flugreisende mit Behinderung oder Mobilitätseinschränkung sind schriftlich und direkt an das Luftfahrt-Bundesamt zu richten:

Luftfahrt-Bundesamt
Stichwort: Fluggastrechte
38144 Braunschweig

E-Mail: durchsetzungsstelle@lba.de

Fax: 0531 / 2355 2599

Verwenden Sie für Anzeigen bitte ausschließlich das: Anzeigeformular

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