Gut gerüstet für Schnee und Eis

Wie bereitet man das Fahrzeug für die Winterreise vor? Wo verstaut man Ski, Schuhe und Schlitten sicher? Und: Was sollte man mit dem Auto auf Schnee und Eis beachten? Tipps für die Tour in die Berge - vom Packen bis zur Fahrt durch die weiße Pracht.

"Am Freitog auf’d Nocht, montier’ i die Ski auf mei’ Auto...“ – was in Wolfgang Ambros Schlager „Skifoan“ so spontan klingt, sollte für eine sichere Fahrt in den Winterurlaub doch besser gut vorbereitet werden. Bevor die Ski aufs Auto kommen, muss das Fahrzeug wie vor jeder weiten Tour erst einmal gründlich durchgecheckt und Kühlflüssigkeit aufgefüllt, Scheibenwischerblätter, gegebenenfalls Reservereifen, Motoröl und alle Lichter überprüft werden. Im Winter besonders wichtig: die Kontrolle der Batterie und ggf. deren Austausch, denn gerade bei extremer Kälte in den Bergen macht diese schnell schlapp. Damit Salzwasser von Streudiensten dem Fahrer nicht die Sicht vernebelt, oder das Wischwasser gar an die Scheibe gefriert, füllt man den Behälter mit einem Frostschutzgemisch auf. Da neben sind saubere Außenspiegel und eine auch von innen blankgeputzte Scheibe unverzichtbar, genauso wie aufgezogene Winterreifen. Für den Fall, dass diese nicht ausreichen, ist es sinnvoll, Schneeketten mit auf die Reise zu nehmen. An einigen Stellen in den Alpen und Mittelgebirgen sind sie sogar vorgeschrieben.
Tipp: Einfach zu montierende Ringbügel-Modelle vermietet der ARCD ab drei Euro pro Tag (Tel.: 0 98 41/4 09 220 oder touristik@arcd.de).

Ohne Schlagseite in die Berge

Und dann ist da sicher noch so einiges, was mit auf die Reise soll. Wer nicht das Glück hat, einen Kleinbus zu besitzen, nutzt zum Beispiel eine Dachbox. Aber Achtung: Nur Leichtes darf nach oben, denn die maximal zulässige Dachlast ist meist schon bei 55 bis 75 Kilogramm erreicht (Angabe in der Bedienungsanleitung des Fahrzeugs). Und natürlich muss man auch die erlaubte Beladung der Box im Auge behalten. Beim Verstauen achtet man auf eine gleichmäßige Verteilung. Also: die Hälfte in der Mitte und je ein Viertel davor und dahinter. Empfindliche Gegenstände packt man zur Sicherheit in Plastiktüten, um sie vor Nässe zu schützen, auch wenn die meisten hochwertigen Modelle inzwischen wasserdicht sind. Im Auto gilt: Schweres nach unten direkt hinter die Rücksitzbank und Leichtes nach oben – und zwar möglichst gleichmäßig verteilt, damit das Auto keine Schlagseite bekommt, und so, dass nichts verrutschen kann und der Fahrer freie Sicht nach allen Seiten hat. Den zusätzlichen Stauraum eines Kombis kann nur nutzen, wer ein sicheres und stabiles Trennnetz oder -gitter angebracht hat. Sonst stapelt man das Gepäck nie höher als die Oberkante der Rücksitzlehne, damit Einzelteile nicht nach vorne in den Passagierraum fliegen. Auch die Kilos von Taschen, Ski & Co. muss man im Auge behalten, um das zulässige Gesamtgewicht nicht zu überschreiten.

Für den Notfall perfekt vorbereitet

Immer ein guter Begleiter für lange Fahrten im Winter sind Tee und warme Decken. Außerdem verstaut man Warndreieck, -weste und Verbandskasten so, dass sie für den Notfall griffbereit liegen, und passt die Leuchtweite des Abblendlichts an, um den Gegenverkehr nicht zu blenden. Bei Xenon-Scheinwerfern geht das übrigens automatisch. Zusätzlich erhöht man ggf. den Luftdruck und verringert dadurch nicht nur das Risiko, dass die Reifen heiß werden oder platzen, sondern spart auch noch Sprit. Bei der Fahrt zur Tankstelle kann man sich dann gleich an das veränderte Fahrverhalten gewöhnen.

Sicher durch Tunnels

Das Passieren von Tunnels gehört zur Fahrt in die Berge meist dazu – für viele keine alltägliche Situation. Wichtig hierbei: Höchstgeschwindigkeit und vergrößerten Sicherheitsabstand einhalten sowie Abblendlicht und Radio für Durchsagen einschalten. Um Abgase zu vermeiden, stellt man bei Stau den Motor ab, schließt die Fenster, macht die Lüftung aus oder stellt auf Umluft. Bei einer Panne oder einem Unfall hält man, wenn möglich, in einer Pannenbucht und verständigt die Rettungskräfte über die Notrufstationen, die alle 150 Meter aufgestellt sind. So kennen die Einsatzkräfte sofort den exakten Standort. Was viele nicht wissen: Verlässt man das Auto, lässt man den Schlüssel stecken, damit Rettungskräfte bei Gefahr das Auto bewegen können. Tipps für das Fahren auf Schnee oder Eis können Urlauber spätestens am Ziel sicher gut gebrauchen. Und dann läuft auf irgendeiner Hütte bestimmt auch „Skifoan“ zum Mitträllern ...

Unterwegs in der Winterlandschaft

Anfahren: Das gefühlvolle Anfahren im zweiten Gang kann auf glattem Untergrund helfen. Im tiefen Neuschnee setzt man ein paar Mal vor und zurück, um sich eine Spur festzuwalzen.

Fahren und Bremsen: Immer vorausschauend mit genügend Sicherheitsabstand. Denken Sie daran: Schon ab einer Außentemperatur von vier Grad Celsius muss man auf Glätte gefasst sein, vor allem an Waldschneisen, auf Brücken und in Senken. Bremsen Sie vorsichtig und rechnen Sie den verlängerten Bremsweg mit ein!

In Kurven: Langsam, gleichmäßig und gefühlvoll ist das A und O beim Kurvenfahren im Winter. Verliert das Fahrzeug an Grip, geht man vom Gas oder bremst vorsichtig.

Tipp: Eis weg ohne Kratzer

Am besten reinigt man die Scheibe mit der Scheibenwaschanlage, sobald man das Auto parkt. Außerdem kratzt man das Eis immer nur in eine Richtung ab, denn so wird der Schmutz auf der Scheibe nicht hin- und hergerieben, was Kratzer auf dem Glas verursachen kann. Eine Abdeckfolie auf der Windschutzscheibe verhindert lästiges Kratzen vollständig.

 

Bilder: AudiGP, Asfinag - Simlinger, Kungs