West-Nile-Fieber: Mückenschutz auf Reisen nach Süd- und Südosteuropa beachten

Reisemediziner beobachten schon seit längerer Zeit einen Anstieg von West-Nile-Infektionen in Süd- und Südosteuropa. Foto: jarun011

Seit Juni werden aus Süd- und Südosteuropa vermehrt Infektionen mit West-Nile-Fieber gemeldet. Wie das CRM Centrum für Reisemedizin berichtet, breitet sich dort die durch Mücken übertragene Virusinfektion in den letzten Jahren vermehrt aus. Das Fachinstitut rät Reisenden in die betroffenen Zielgebiete daher insbesondere nachts zu Mückenschutz.

Laut Informationen des CRM Centrum für Reisemedizin werden für Griechenland aus Mittelgriechenland, Zentralmakedonien, der Region Attika und Kreta seit Ende Juni insgesamt 153 Infektionen mit West-Nile-Fieber und 17 Todesfälle gemeldet. Italien verzeichnet in den Regionen Venetien, Emilia-Romagna, der Lombardei und dem Piemont sowie Sardinien 327 Fälle und 13 Todesfälle. Seit Anfang August ist auch Frankreich betroffen: Aus dem Departement Alpes-Maritimes, das zur Region Provence-Alpes-Côte d’Azur zählt, sind elf Erkrankungen bekannt. Neben Serbien und Slowenien kommen West-Nile-Infektionen derzeit auch in Österreich, nämlich in Wien und dem Waldviertel, vor. „West-Nile-Fieber tritt vorwiegend in den Tropen und Subtropen auf“, erläutert Professor Dr. med. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM. „Seit einigen Jahren breitet es sich aber auch in Nordamerika und Südosteuropa aus. Wir rechnen für den kommenden Herbst noch mit weiteren Infektionen und raten Reisenden in diese Gebiete zu konsequentem Mückenschutz.“ Da es in Europa seit den 1960-er Jahren immer wieder zu sporadischen Ausbrüchen kommt, wird diskutiert, dass Zugvögel im Frühjahr den West Nile-Virus aus den tropischen und subtropischen Endemiegebieten einschleppen und dann in Europa auf Mücken übertragen. Unter bestimmten Witterungsbedingungen können diese infizierten Mücken dann auch Menschen mit dem Virus anstecken.
 
Bei West-Nile-Fieber handelt es sich um eine akute, oft grippeähnliche Erkrankung, die von nachtaktiven Mücken übertragen wird. Hauptüberträger in Europa sind hauptsächlich die Mückenarten Culex pipiens bzw. Culenx modestus, die auch in Deutschland vorkommen. Die Krankheit bricht drei bis sechs Tage nach dem Stich durch eine infizierte Mücke aus. Fieber, Muskelschmerzen und angeschwollene Lymphknoten sind typische Symptome. Etwa ein Drittel der Erkrankten entwickelt an Brust, Rücken und Armen einen Hautausschlag, der jedoch ohne Schuppung abheilt. Bei einigen Patienten kommt es zu Hirn- oder Hirnhautentzündung. Vor allem bei älteren Menschen kann die Erkrankung tödlich verlaufen. „Ob sich ein Patient wirklich mit West-Nile-Fieber infiziert hat, wird durch einen spezifischen Antikörpertest oder Virusnachweis diagnostiziert“, erklärt Professor Jelinek. Eine spezifische Therapie für West-Nile-Fieber existiert derzeit nicht.
 
„Gegen das Virus gibt es keine Impfung“, so der Reisemediziner. „Daher ist ein konsequenter Mückenschutz, insbesondere in der Dämmerung und nachts, besonders wichtig.“ Bei Aufenthalten im Freien hilft körperbedeckende Kleidung aus möglichst hellen, luftdurchlässigen Stoffen. Durch die Imprägnierung mit einem Insektizid, beispielsweise mit Permethrin, kann die Schutzwirkung noch deutlich verbessert werden. Auf nicht bedeckte Hautstellen, wie Handgelenke, Kopf und Hals, sollte ein Mückenabwehrmittel aufgetragen werden. Repellents, die den Wirkstoff DEET (N,N-Diethyl-m-toluamid) in einer Konzentration von 30 bis 50 Prozent enthalten, gelten derzeit als das effektivste verfügbare Mittel. In den Innenräumen empfiehlt es sich zudem, Fenster und Schlafstätten mit Moskitonetzen abzudichten. Dabei sollten die Netze eine Lochgröße zwischen 1,2 und 1,5 Millimeter haben. Auch hier erhöht eine zusätzliche Imprägnierung mit dem Insektizid Permethrin die Effektivität. Ist eine Klimaanlage vorhanden, sollte sie zur Kühlung des Raumes genutzt werden.

Notruf
Ihre ARCD Notfall Rufnummer:

Aus dem Inland:

0 98 41 / 4 09 49

Aus dem Ausland:

+49 98 41 / 4 09 49

24 Stunden erreichbar.

Für Sie erreichbar

Für alle Fragen rund um die ARCD Mitgliedschaft steht Ihnen unser Service-Team in der ARCD Clubzentrale (Montag bis Freitag von 08.00 bis 19.00 Uhr und an Samstagen von 09.00 bis 14.00 Uhr) gerne zur Verfügung.

0 98 41 / 4 09 500

Fax: 0 98 41 / 4 09 264
E-Mail: info@arcd.de