Volvo XC60 B5 Mild-Hybrid AWD: Milde Sorte

Der Volvo XC60 ist zwar ein echtes SUV, aber zum Beispiel nicht höher und nur 16 Zentimeter länger als der Familienauto-Klassiker VW Touran. Fotos: Thomas Schreiner

Es tagt die Strafkammer des Gewissensgerichts. Auf der Anklagebank: die SUV. In den Zeugenstand gerufen: der Volvo XC60 B5 Mild-Hybrid AWD R-Design mit 173 kW/235 PS starkem Diesel und serienmäßiger Achtgang-Automatik in Bursting Blue Metallic. Er bittet um Milde.

Worum geht es? SUV erobern seit Langem die Zulassungsstatistiken, stehen aber in der Kritik als viel zu große und zu viel Sprit schluckende Vehikel. Nun macht Volvo mit einem Mild-Hybrid-System im XC60 einen Vorschlag, wie dem etwas entgegenzusetzen wäre.

Im XC60 wird der erwähnte, mit 480 Newtonmetern kräftige und bei Leistungsabforderung etwas knurrig laufende Vierzylinder-Turbodiesel ergänzt durch einen kleinen Elektromotor, eine 48-Volt-Batterie und einen DC/DC-Wandler. Beim Bremsen arbeitet der E-Motor als Generator, um Bremsenergie zurückzugewinnen, die in der Batterie zwischengespeichert wird. Diese Energie nutzt wiederum der E-Motor, um mit zusätzlichen 10 kW/14 PS und 40 New­ton­­metern Drehmoment den Verbrenner in bestimmten Fahrsituationen zu entlasten, etwa beim Starten oder Anfahren. Alleine antreiben kann er den Volvo nicht. Zum Einsatz kommt das System neben dem serienmäßig allradgetriebenen B5-Diesel unseres Tests auch im etwas schwächeren B4 mit 245 kW/197 PS (ab 51.100 Euro).

Tatsächlich relativ sparsam

Der Hersteller verspricht durch die Technik eine Reduzierung von Verbrauch und Emissionen um bis zu 15 Prozent. Mangels vergleichbarem Diesel ohne Mild-Hybrid ist das schwer zu überprüfen. Was wir aber festgestellt haben: Ohne besondere Verhaltensregeln zu beachten, verbrauchte unser prall ausgestatteter, knapp zwei Tonnen schwerer Test-B5 im Alltag mit Eco-Modus nur 7,8 Liter Diesel. Das ist zwar erkennbar mehr als die 6,7 Liter aus dem WLTP-Zyklus, in Relation zum automobilen Gegenwert aber in Ordnung.

Für mildernder Umstände plädieren kann der XC60 auch, weil er als Vollwert-SUV kaum größer ist als ein klassischer Familien-Van und dabei viel Reisekomfort bietet. Selbst im Eco-Modus, bei dem das Fahrwerk leicht abgesenkt wird. Dann hält sich auch die Wankneigung auf kurvenreichen Strecken in Grenzen.

Unser Testwagen kam auf einen Gesamtpreis von 83.920 Euro, wobei viel Verzichtbares wie etwa die R-Design-Ausstattung oder große 21-Zoll-Räder drinsteckte. Empfehlenswert aber ist das Paket Intellisafe Pro für 1.750 Euro mit Toter-Winkel-Assistent und Querverkehrwarnung. Und es geht preislich deutlich milder: Der von uns gefahrene Antrieb ist ab 55.650 Euro erhältlich, inklusiv sanft schaltender Automatik und Allrad.

Daten Volvo XC60 B5 Mild-Hybrid AWD R-Design

Motor: 2,0-l-Vierzylinder-Turbodiesel, 173 kW/235 PS, 480 Nm bei 1.750–2.250/min + E-Motor 10 kW/14 PS, 40 Nm

Antrieb, Getriebe: Allrad, Achtgang automatisch

0–100 km/h, Spitze: 7,1 s, 220 km/h

Norm-/Testverbrauch: 6,7/7,8 l D

CO2-Ausstoß Norm/Test: 174/207 g/km

Länge x Breite x Höhe: 4,69 x 1,90/2,12 x 1,66 m

Radstand, Wendekreis: 2,87 m, 11,8 m

Kofferraum: 483–1.410 l

Leergewicht, Zuladung: 1.950 kg, 600 kg

Anhängelast: 2.400 kg

Stützlast, Dachlast: 100 kg, 100 kg

Tankinhalt: 71 l

Typklassen KH/VK/TK: 18/23/21

Grund-, Testwagenpreis: 55.650 Euro / 83.920 Euro

Modell verfügbar ab: 45.100 Euro

Auswahl Basis-Serienausstattung: Sechs Airbags, Aufmerksamkeitswarner, Bergabfahr-/Berganfahrassistent, City-Safety-Notbremssystem inkl. Kreuzungsbremsassistent und Lenkunterstützung bei Gegenverkehr, Geschwindigkeitsregelanlage, aktiver Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung, Einparkhilfe hinten, LED-Scheinwerfer mit Fernlichtassistent, Außenspiegel elektrisch einstell- und beheizbar

Die Heckklappe öffnet weit, macht durch den Knick aber Probleme in niedrigen Garagen. Foto: Thomas Schreiner
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