Vignetten: Nicht das Pickerl vergessen

Wer keine hohen Strafen riskieren möchte, kauft Vignetten für Österreich und die Schweiz besser frühzeitig. Foto: stock.adobe.com/photo 5000

Kaum eine Autobahn in den Nachbarländern, die kostenlos genutzt werden darf. Tipps, worauf bei der Vignettenpflicht in Österreich und der Schweiz zu achten ist.

Die deutsche Maut für Pkw und Zweiräder startet ab Oktober 2020. Währenddessen hat Österreich die Preise für die gelbe Vignette 2019, die seit 1. Dezember 2018 gilt, leicht erhöht. Sie kostet jetzt für Pkw im Jahr 89,20 Euro, für zwei Monate 26,80 Euro und für zehn Tage 9,20 Euro. Für Motorräder werden in den entsprechenden Zeiträumen 35,50 Euro, 13,40 Euro und 5,30 Euro fällig. Das kirschrote Pickerl gilt noch bis Ende Januar 2019 auf allen Autobahnen und Schnellstraßen in Österreich. Auch im Nachbarland Tschechien haben sich die Preise der Vignetten für Pkw leicht nach oben korrigiert: Sie kostet jetzt für Pkw im Jahr 59,50 Euro, für einen Monat 17,50 Euro und für zehn Tage 12,50 Euro. Anders als in der Schweiz benötigen Anhänger oder von einem Pkw gezogene Wohnwagen in Österreich und Tschechien keine extra Vignette. In der Schweiz kostet die blaue Autobahnvignette pro Pkw, Anhänger und Motorräder weiterhin 36,50 Euro. Neue Preise gelten dafür bei der Digitalen Streckenmaut (Videomaut) seit 1. Januar 2019: So kostet das Befahren der Tauernautobahn einfach 12 Euro, für den Karawankentunnel werden einfach für die Hinfahrt 7,40 Euro aufgerufen.

Um möglichst entspannt in den Urlaub zu starten, können Mitglieder ihre Vignetten für Österreich, Tschechien und die Schweiz vorab beim ARCD kaufen. Ansonsten sind sie auch an den Tankstellen in Grenznähe erhältlich. 

Korrektes Anbringen

Werden Mautpreller in Österreich von Polizei oder ASFINAG erwischt, zahlen sie vor Ort eine Ersatzmaut in Höhe von 120 Euro (Pkw) bzw. 65 Euro (Motorrad). Wer sich weigert, wird angezeigt und muss mit einer Strafe von bis zu 3.000 Euro rechnen. In der Schweiz kann ein Bußgeld in Höhe von 200 Schweizer Franken fällig werden. Dazu kommt der Preis für die nachzulösende Vignette. 

Bei Manipulation oder missbräuchlicher Verwendung wird die Bundesanwaltschaft eingeschaltet, wodurch es noch teurer werden kann. Selbst das falsche Anbringen der Vignette kann ein Bußgeld zur Folge haben. Autofahrer müssen deshalb darauf achten, sie korrekt aufzukleben: gut sichtbar innen an der Windschutzscheibe links oben oder im Bereich des Rückspiegels, keinesfalls auf dem Tönungsstreifen. Bei Motorrädern ist vorgeschrieben, sie auf ein nicht leicht auswechselbares Teil wie Tankdeckel oder Gabelholm zu kleben. Einmal angebracht, darf man die Vignette nicht wieder herunterreißen, um sie anders festzukleben, denn dabei wird sie ungültig. Am besten hält die Vignette auf einer sauberen, trockenen Stelle. Die Scheibentemperatur sollte beim Aufkleben nicht weniger als fünf Grad Celsius betragen, sonst kann sich der Kleber lösen.

Ersatzvignette

Eine kaputte Windschutzscheibe kann die Folge von Wildschäden, Steinschlag oder anderen Unfällen sein. In solch einem Fall können Fahrzeughalter in beiden Nachbarländern eine Ersatzvignette für die Jahresvignette oder Kostenersatz beantragen – vorausgesetzt, die Ersatzkosten sind nicht durch eine Versicherung oder Ähnliches abgedeckt. Die Trägerfolie mit der Seriennummer gilt hier als Kaufnachweis. Zusätzlich sind unter anderem eine Austauschrechnung der Windschutzscheibe und die alte Vignette bzw. Reste davon vorzulegen. In der Schweiz sind die Zollstellen für Ersatzvignetten zuständig, in Österreich geht das etwa bei der ASFINAG oder an der Autobahn Tank- und Rastanlage Inntal an der Grenze Kiefersfelden. In Tschechien können Jahresvignetten an über 250 berechtigten Postämtern umgetauscht werden – gegen Vorlage der Originalvignette bzw. ihrer Einzelteile, des Quittungsabschnitts und des Kaufbelegs.

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