Unbeschwerte Auszeit: Sicher reisen mit Babybauch

Urlaub am Meer tut gut. Zu viel Hitze und Sonne sollten es aber in der Schwangerschaft nicht sein. Foto: stock.adobe.com/© dubova

Vor der Geburt des Kindes noch mal Zeit zu zweit genießen – diesen Wunsch hegen viele Paare. Im Prinzip spricht auch nichts gegen eine Reise in der Schwangerschaft, wenn die werdende Mutter sich wohl fühlt. Dennoch gibt es einige Dinge zu beachten.

Grundsätzlich gilt: Bei Frauen, deren Schwangerschaft problemlos verläuft, ist gegen eine Reise nichts einzuwenden. Die Urlaubspläne sollten aber rechtzeitig mit dem Gynäkologen oder der Gynäkologin abgesprochen werden, um die Vorsorgetermine darauf abzustimmen und Wissenswertes, z. B. zu den Themen Ernährung und Hygiene, zu klären. Bei Risikoschwangerschaften oder bestehenden Beschwerden wie Bluthochdruck ist das vorherige Gespräch mit Arzt oder Ärztin besonders wichtig.

 

Richtig vorbereitet

Schwangere sollten auf Reisen stets ihren Mutterpass in Original und Kopie dabeihaben. Ein vorheriger Check, ob es in der Nähe des Urlaubsortes ein Krankenhaus mit gynäkologischer Versorgung gibt, sorgt für zusätzliche Sicherheit bei unerwarteten Entwicklungen.
Dazu trägt auch der richtige Versicherungsschutz bei: Eine Rücktrittskostenversicherung ist empfehlenswert, weil sie die Stornokosten erstattet, falls die Reise aufgrund plötzlicher Schwangerschaftskomplikationen nicht angetreten werden kann. Wird sie in Kombination mit einer Abbruchversicherung abgeschlossen, ist die werdende Mutter auch geschützt, wenn sie den Urlaub aus gesundheitlichen Gründen abbrechen muss.
Erfordert die Art der Komplikationen eine Behandlung am Urlaubsort oder kommt es dort zu einer Früh- bzw. Fehlgeburt, ist bei Auslandszielen eine Reisekrankenversicherung wichtig, die für die Kosten der ärztlichen Behandlung aufkommt. Doch Vorsicht, dies ist nicht bei jedem Tarif der Fall! Schwangere sollten deshalb noch zu Hause ihren bestehenden Versicherungsschutz prüfen oder bei einem Neuabschluss auf die entsprechenden Vertragsklauseln achten.

 

Ein Arztgespräch vor der geplanten Urlaubsreise empfiehlt sich für jede Schwangere. Foto: stock.adobe.com/© WavebreakMediaMicro

Wann und wohin?

Die ärztliche Empfehlung für den besten Reisezeitraum liegt zwischen der 14. und 27. Woche, also im zweiten Drittel der Schwangerschaft. Das sehen auch die meisten werdenden Mütter so, denn in dieser Phase ist die hormonelle Umstellung gemeinhin überwunden. Übelkeit und Müdigkeit haben sich gelegt, und der Babybauch schränkt noch nicht zu sehr ein. Im ersten Drittel besteht dagegen eine erhöhte Gefahr für Fehlgeburten und Blutungen, im letzten Drittel nimmt das Risiko für Frühgeburten zu.
Als Reiseziel empfehlen sich gut erreichbare Urlaubsländer mit gemäßigtem Klima. Starke Sonneneinstrahlung und gro-ße Hitze sind für Schwangere ebenso ungeeignet wie extreme Höhenlagen. Aktivurlaub ist bei entsprechender Kondition unproblematisch, von übertriebenem Leistungssport sollte aber abgesehen werden. Für Wellness-Fans haben in den letzten Jahren verschiedene Hotels der gehobenen Kategorie – vorrangig in Deutschland und Österreich – spezielle Angebote konzipiert. Beim „Baby-Moon“ wird die Schwangere etwa mit besonderen Massagen und Bädern verwöhnt; auch das Paarerlebnis wird beim romantischen Dinner oder maßgeschneiderten Ausflugspaket zelebriert.
Fernziele sind für die letzte große Auszeit vor der Geburt zwar verlockend, aber auch riskant: Das feucht-schwüle Klima in tropischen Regionen belastet den Kreislauf, wichtige Medikamente und Impfungen, etwa gegen Malaria oder Gelbfieber, sind mit Rücksicht auf das ungeborene Kind tabu. Auch exotische Speisen und mangelnde Hygienestandards können Schwangeren gefährlich werden und z. B. Durchfallerkrankungen auslösen.

 

Foto: Leichte Wanderungen sind für Schwangere im Urlaub ideal, um fit und beweglich zu bleiben.Foto: stock.adobe.com/© Alexander Rochau

Tipps für die Anreise

Ein weiteres Argument spricht dafür, als werdende Mutter lieber auf Ziele in Deutschland und den Nachbarländern zu setzen: die Dauer der An- und Abreise. Denn langes Sitzen erhöht das Thrombose-Risiko und reduziert die Blutzirkulation im Beckenbereich. Deshalb sollten Schwangere regelmäßig aufstehen und sich die Beine vertreten. Das geht bei Zugfahrten sehr gut und kann bei Autoreisen durch regelmäßige Pausen selbst gesteuert werden. Bei Flügen sorgen dagegen häufig Enge, Turbulenzen oder der Bordservice-Betrieb für Einschränkungen der Bewegungsfreiheit.
Wichtig bei der Planung von Flugreisen: Jede Airline hat ihre individuellen Bestimmungen zur Beförderung werdender Mütter. Schwangere sollten sich deshalb vorab bei der Fluggesellschaft erkundigen, ob einer Buchung nichts im Wege steht. Oft wird z. B. ab der 28. Schwangerschaftswoche ein ärztliches Attest verlangt, dass keine Gefahr einer Frühgeburt besteht. Ab der 35., bei Mehrlingen oft schon ab der 32. Woche, verweigern die meisten Airlines dann generell die Beförderung. Lohnend kann auch ein Blick auf die Einreisebestimmungen sein. Denn manche Staaten lassen Schwangere nicht mehr ins Land, wenn der Einreisetermin zu nah am Geburtstermin liegt. Das gilt zum Beispiel für die USA, denn ein dort geborenes Baby würde automatisch die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten.

Bei der Auto-Anreise sind regelmäßige Pausen wichtig. Foto: stock.adobe.com/© Evgeniya Grande
Notruf
Ihre ARCD Notfall Rufnummer:

Aus dem Inland:

0 98 41 / 4 09 49

Aus dem Ausland:

+49 98 41 / 4 09 49

24 Stunden erreichbar.

Für Sie erreichbar

Für alle Fragen rund um die ARCD Mitgliedschaft steht Ihnen unser Service-Team in der ARCD Clubzentrale (Montag bis Freitag von 08.00 bis 19.00 Uhr und an Samstagen von 09.00 bis 14.00 Uhr) gerne zur Verfügung.

0 98 41 / 4 09 500

Fax: 0 98 41 / 4 09 264
E-Mail: info@arcd.de