So verlieren Tunnel, Staus und Baustellen ihren Schrecken

Nach der Einfahrt in einen Tunnel ändern sich die Lichtverhältnisse schlagartig. Vorher muss die Sonnenbrille von der Nase und das Abblendlicht eingeschaltet werden. Foto: stock.adobe.com/©bright

Nicht für jeden, der im Auto verreist, beginnt die Urlaubserholung schon mit der Fahrt. Viele Menschen sind froh, wenn sie ihr Ziel endlich erreicht haben. Der ARCD gibt Tipps, wie sich einige Stress-Situationen auf dem Weg dorthin am besten meistern lassen.

Herausforderung: Tunnel

Vor allem auf dem direkten Weg in Richtung Süden lassen sich Tunnel, oftmals lange, kaum vermeiden. Karawankentunnel (7,9 km), Arlbergtunnel (14 km ohne Galerien) oder Gotthardtunnel, mit 16,9 Kilometern der längste Straßentunnel der Alpen, sind nur einige Beispiele. Obwohl die Sicherheitsvorkehrungen inzwischen besonders hoch sind, machen die dunklen Röhren manchen Autoreisenden nach wie vor Angst, wenn sie unter Umständen gegen ein beklemmendes Enge-Gefühl anzukämpfen haben. Außerdem gilt es, sich im Tunnel auf neue Sichtverhältnisse einzustellen. Deshalb sollte vor der Einfahrt in den Stollen die Sonnenbrille abgenommen und das Abblendlicht eingeschaltet werden.

Verkehrszeichen oder Ampeln können zusätzliche Hinweise geben, womit der Fahrer im Tunnel zu rechnen hat und ob ihn Gefahrenstellen erwarten, die seine besondere Aufmerksamkeit erfordern. Ausreichender Sicherheitsabstand und der regelmäßige Blick auf den Tacho sind besonders wichtig, da in den eintönigen Röhren das Gefühl für die tatsächliche Geschwindigkeit schneller verloren geht als draußen. Die Umluftschaltung der Lüftung sorgt außerdem für bessere Luft im Fahrzeuginnenraum.

Verantwortungsbewusste Fahrer, die mit Tunneldurchfahrten starkes Unwohlsein verbinden, gehen offen damit um. In Einzelfällen kann es sogar zu Panikattacken kommen. Wenn möglich, ist für solche Menschen ein rechtzeitiger Fahrerwechsel ratsam, bevor die Tunnelstrecke beginnt. Auf dem Beifahrersitz können sich die positiven Erlebnisse, dass im Tunnel doch alles gut geht, verfestigen und auf Dauer Ängste vermeiden helfen.

Herausforderung: Stau

Das Ende eines Staus ist eine kritische Stelle. Der Grund liegt in der erheblichen Geschwindigkeitsdifferenz zwischen dem stehenden oder stockenden und dem von hinten heranrollenden Verkehr. Deshalb heißt es: rechtzeitig das Tempo drosseln, Warnblinkanlage einschalten und vorsichtig bremsend dem Stauende annähern. Besser ist es, wenn ein Stau gar nicht erst entsteht. Gerade bei höherem Verkehrsaufkommen hilft es, ein gleichmäßiges Tempo zu halten und das Rechtsfahrgebot zu beachten. Beim Einfädeln vor Engstellen können sich Autofahrer leichter, schneller und Rückstaus vermeidend einreihen, wenn alle konsequent das Reißverschlussverfahren anwenden – also bis zur Engstelle vorfahren (lassen). Ständige Lückenspringer verursachen unnötige Hektik, sie kommen auch nicht schneller voran als andere, verursachen scharfe Bremsmanöver und verstärken eher den Rückstau. Im schlimmsten Fall verstopfen sie die Rettungsgasse.

Die ist besonders wichtig: Wenn sich auf mehrspurigen Fahrbahnen ein Stau bildet oder auch nur der Verkehr ins Stocken gerät, muss in Deutschland auf Autobahnen sowie auf Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen eine freie Gasse für die Durchfahrt von Polizei- und Hilfsfahrzeugen gebildet werden. Und zwar hat dies zwischen dem äußerst linken und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Fahrstreifen für eine Richtung zu erfolgen. In Österreich gilt eine entsprechende Regelung. Für die Schweiz wird das deutsch-österreichische Verfahren empfohlen. In vielen weiteren klassischen Autoreiseländern Europas ist eine Rettungsgasse nicht explizit geregelt, sondern es muss lediglich den Einsatzfahrzeugen das Durchkommen ermöglicht werden. Es empfiehlt sich aber, sofern im Zusammenspiel mit den übrigen Verkehrsteilnehmern sinnvoll, die im deutschsprachigen Raum bewährte Regelung anzuwenden.

Um im Stau schneller voranzukommen, ist es tabu, die Rettungsgasse oder den Seitenstreifen zu missbrauchen. Dieser ist keine Abkürzung zum nächsten Rastplatz oder zu einer Ausfahrt.

Oftmals kostet es weniger Zeit, im Verkehr stehen zu bleiben, statt eine Umfahrungsroute zu wählen. Die Ausweichidee haben meist noch einige andere, weshalb auch Nebenstrecken im Staugebiet schnell überlastet sein können.

Wer frühzeitig über gravierende Verkehrsbehinderungen Bescheid weiß, für den kann sich aber eine großräumige Umfahrung lohnen. Hinzu kommt dann der psychologische Effekt, dass sich viele Menschen wohler fühlen, wenn sie – auch auf einer im Vergleich längeren Strecke – im Fahrzeug rollen als stillzustehen. Kurz vor oder in einem Stau aber ist es oft sinnvoller abzuwarten, bis es wieder weitergeht.

Wer kann, plant seine Fahrt lieber außerhalb der klassischen Wochenend-Stoßzeiten oder bezieht schon die Anreise auf Nebenstrecken und in Etappen in den Urlaub mit ein.

Herausforderung: Baustelle

Baustellen stiften mit ihrer häufig unübersichtlichen Beschilderung, geänderter Verkehrsführung und engen Fahrbahnen – oft mit ­direktem Gegenverkehr – immer wieder Verwirrung. Plötzlich entsteht so aus der vergleichsweise simplen Autobahnfahrt eine komplexe Situation.

Deshalb heißt es zunächst: runter mit dem Tempo. Wer das angegebene Limit überschreitet, fährt selbst in einer mehrere Kilometer langen Baustelle kaum einen messbaren Zeitvorteil heraus. Dafür steigen der Stresspegel und die Kollisionsgefahr beim Überholen. Zudem gilt überhöhte Geschwindigkeit als häufigste Unfallursache in Autobahnbaustellen.

Wo es eng wird, braucht jeder ausreichend Platz. Und in Baustellen geht es eng zu. Deshalb heißt es ausreichend Abstand halten, damit in den schmalen Fahrgassen alle genügend Sicherheits- und Reaktionsspielraum haben. Das gilt in Baustellenbereichen insbesondere an Ein- und Ausfahrten. Vor allem, wenn viele Lkw und Busse unterwegs sind, empfiehlt es sich, nicht direkt neben diesen, sondern versetzt zu fahren. Häufig wird dies durch eine entsprechende Beschilderung angezeigt (Foto oben). Wer sich beim Überholen deutlich langsamerer Fahrzeuge dennoch unsicher ist, sollte lieber auf der rechten Spur bleiben und sich etwas in Geduld üben. Bis jetzt hat jede Baustelle auch ein Ende gehabt. 

Notruf
Ihre ARCD Notfall Rufnummer:

Aus dem Inland:

0 98 41 / 4 09 49

Aus dem Ausland:

+49 98 41 / 4 09 49

24 Stunden erreichbar.

Für Sie erreichbar

Für alle Fragen rund um die ARCD Mitgliedschaft steht Ihnen unser Service-Team in der ARCD Clubzentrale (Montag bis Freitag von 08.00 bis 19.00 Uhr und an Samstagen von 09.00 bis 14.00 Uhr) gerne zur Verfügung.

0 98 41 / 4 09 500

Fax: 0 98 41 / 4 09 264
E-Mail: info@arcd.de