Schaffhauser Land: Märchenhafte Vorweihnachtszeit

Zahlreiche Lichter verleihen dem Schaffhauser Land in der Schweiz einen vorweihnacht­lichen Glanz. Abseits des ­berühmten Rheinfalls gibt es in ­der Grenzregion zu Deutschland

Schaffhausen verbinden die meisten Menschen mit dem Rheinfall. Der ist ja auch über die Landesgrenzen hinweg berühmt. So berühmt, dass ihn jährlich 1,3 Millionen Menschen besuchen. Von dem Trubel der Sommermonate ist im Dezember dort wenig zu spüren, denn dann liegt der größte Wasserfall Europas in einer Art Winterschlaf. Die Ausflugsschiffe pausieren mit ihren Fahrten zur von Wasser umtosten Aussichtsplattform, und die dreißig bis vierzig Touristenbusse, die im Sommer täglich Menschenmassen zur Attraktion bringen, bleiben aus. „So ruhig wie jetzt erlebt man den Rheinfall selten“, erzählt ein Einheimischer. Ein paar Schweizer nutzen die Ruhe, wandern den halbstündigen Rundweg direkt am Ufer entlang (Achtung, nur bei gutem Wetter begehbar!), ein paar wenige Touristen schießen Erinnerungsfotos vor den feinen Wassertropfen, die bis zum Aussichtspunkt hochspritzen. Sie beobachten ungestört das Naturschauspiel, bei dem 250000 bis 600000 Liter Rheinwasser pro Sekunde auf 150 Meter Breite in die Tiefe stürzen.

171 Erker in Schaffhausen

Das ist nur einer der Gründe, warum sich ein Besuch des Schaffhauser Lands gerade in der Vorweihnachtszeit lohnt. Nur vier Kilometer weiter hat sich in Schaffhausen Weihnachtsstimmung breitgemacht. In den Gassen der mittelalter­lichen Stadt hängen Glühbirnen wie herab­fallende Schneeflocken. Fast jedes Haus hat hier einen Erker – wer sich die Mühe machen würde, sie zu zählen, würde auf insgesamt 171 kommen. „Die Erker sind aus Neugier der Frauen entstanden, denn sie waren den ganzen Tag eingesperrt und wollten etwas sehen“, erzählt Stadtführerin Heidemarlen Landmark. Einige sind opulent verziert, wie derjenige des ehemaligen Gasthauses  „Zum goldenen Ochsen“ von 1609. Mit fünf Jungfrauen sind hier die fünf Sinne dargestellt. „Ein Stadtrundgang, wenn es dunkel wird, ist besonders stimmungsvoll. Dann kann man durch die beleuchteten Erker die wunderschön verzierten Stuckdecken bestaunen“, verrät die Stadtführerin und zeigt prachtvolle Festsäle, die man da zum Beispiel durch die Fenster erblickt. Über der Stadt thront die Festung Munot, die mit einem Lichternetz geschmückt weihnachtlich leuchtet. Jeden Abend um 21 Uhr läutet der ­Munotwächter Christian Beck, der im Turm wohnt, das Glöckchen fünf Minuten lang von Hand – eine alte Tradition seit 1589. Zum Chlausmarkt Anfang Dezember reisen Händler aus der ganzen Schweiz an, bieten mit Handwerks- und Handarbeitskunst in der Altstadt von Schaffhausen schöne Ideen für Weihnachtsgeschenke. Den Grittibänz, ein für die Vorweihnachtszeit ­typisches Hefegebäck in Form einer Männer­figur, findet man ebenfalls an einigen Marktständen. Eine Woche später verwandelt sich der größte Kreuzgang der Schweiz vom Münster zu Allerheiligen für ein Wochenende in einen Weihnachtsmarkt mit besonderem Ambiente (vom 12. bis 13. Dezember).

Auf den Spuren von Geschichten

Ebenfalls weihnachtlich und noch dazu sehr märchenhaft geht es in Stein am Rhein zu. Die Kerzen eines riesigen Christbaums auf dem Marktplatz tauchen das mit der Stadtgeschichte aufwändig bemalte Rathaus in ein festliches Licht. An den Buden der so genannten Märlistadt (vom 4. bis 31. Dezember) kommen Einheimische und Touristen zusammen, genießen Glühwein an Feuerstellen. Für Kinder wird jährlich der ­Märliweg eingerichtet, auf dem ein Märchen oder eine Geschichte dargestellt wird – in diesem Jahr „Das tapfere Schneiderlein“.

Mehr als 450 Krippen

Selbst Besucher, die außerhalb der Vorweihnachtszeit kommen, können im ältesten noch erhaltenen Haus der Stadt von 1302 fast das ganze Jahr über (geöffnet von Mitte März bis Mitte Januar) ein Stück Weihnachten erleben. Hier haben Monika Amrein und Alfred Hartl nämlich die Krippenwelt eingerichtet: Kein Museum mit Krippen, die künstlerisch höchst wertvoll sind, sondern eins mit „Arme-Leute-Krippen“, wie Hartl die Exemplare in der Ausstellung nennt. Mehr als 450 Krippen aus über 80 Ländern haben die beiden schon gesammelt. Da gibt es zum Beispiel eine Krippe aus alten Zeitungen aus Manila, eine aus Maisblättern aus Mähren und mehrere aus Stanniolpapier aus Polen.  „Jedes Volk nimmt Jesus in Anspruch, als ob er bei ihm geboren wäre“, erzählt Hartl. Und so spiegeln die Krippen auch oft den Alltag der Besitzer wider. Ein Modell aus einem Lepradorf in Uganda zeigt beispielsweise Figuren ohne Gliedmaßen, zum Jesuskind in einer Urwaldkapelle im Amazonas kommen keine Schafe, sondern eine Schildkröte und ein Tiger. „Ich kann Ihnen zu jeder Krippe eine Geschichte erzählen“, sagt Hartl. Daran besteht kein Zweifel. Und nicht nur deshalb lohnt sich ein ausgiebiger Besuch des Schaffhauser Landes jenseits des Rheinfalls.   

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