Safety Trophy 2018: In der Ruhe liegt die Kraft

Philipp Zadrazil präsentiert stolz die Urkunde zum Sieg bei der Safety Trophy. Fotos: Daniela Loof

Fahrspaß und Fahrsicherheit, das passte zusammen bei der Safety Trophy 2018, veranstaltet von der AUTO ZEITUNG sowie ihren Partnern ARCD, ­Continental und Mercedes-Benz. Einen Tag lang stellten sich 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer den sechs Prüfungen auf dem Contidrom. Und einer freute sich am Ende ganz besonders.

Das hätte sich ARCD-Mitglied Philipp Zadrazil nicht träumen lassen, als wir ihn in seinem Norwegen-Urlaub am Telefon erreichten: An einem sonnigen Augustwochenende hier auf dem Contidrom, dem Testgelände von Continental, zu stehen und den Applaus der Umstehenden aufzusaugen. Wie Hunderte andere Club­mitglieder auch, war der 29-Jährige unserem Aufruf in der Juli/August-Ausgabe von Auto&Reise gefolgt, hatte unsere sechs Verkehrssicherheitsfragen richtig gelöst und dann den ausgefüllten Coupon an uns zurückgeschickt. Am Ende hatte er die nötige Portion Glück, um bei der Safety Trophy 2018 dabei zu sein.  

18 Meter. Das ist der Abstand, in dem Markus Schönfeld die gestreiften Pylonen der Slalom-Übung aufgestellt hat. Ohne eine davon umzuwerfen, müssen acht Tore „am besten flüssig“ durchfahren werden, wie der Instruktor rät. „Ein Tempo halten, nicht schalten oder bremsen. Der beste von zwei Läufen zählt.“ Am Ende äußert sich Philipp Zadrazil ­zufrieden mit seinem Durchgang: „Anfangs bin ich etwas langsamer und flüssig, beim zweiten Mal voll auf Risiko gefahren.“ Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: Bei der Schlussabrechnung wird er in der großen S-Klasse-Limousine die höchste Punktzahl aller Teilnehmer erreicht haben. Sein Geheimtipp für Slalomfahrer: „Ich habe extra den Sitz hochgestellt, damit ich die Pylonen gut sehen kann.“

Reibungsloser Ablauf  

Damit alle sechs Prüfungen der Safety Trophy ohne allzu lange Zwischenpausen vonstatten gehen, wurden die Teilnehmer zu Beginn des Tages in fünf Vierergruppen aufgeteilt. Für Philipp Zadrazils Gruppe steht als zweite Station das Nasshandling an. Auf einem künstlich beregneten, kurvigen Kurs heißt es, ebenfalls auf Zeit zu fahren und dabei das Auto sicher auf der Strecke zu halten. Instruktor Michael Godde lässt unser Clubmitglied zunächst auf dem Beifahrersitz Platz nehmen und führt auf zwei Runden vor, worum es geht. Schließlich sitzt Philipp Zadrazil selbst am Steuer des roten C300 Coupés und treibt den Mercedes geschickt über die Strecke. Ob er am Ende dabei auch etwas für die Fahrsicherheit im Alltag gelernt hat? „Ja“, sagt Zadrazil,  „langsamer reinzufahren, sauber durch die Kurve durchzukommen und erst am Ausgang wieder zu beschleunigen.“ Und natürlich hat er auch erlebt, welche wertvollen Dienste ein System wie ESP auf rutschiger Fahrbahn leistet.   

Bei der dritten Station beschreibt Sascha Wanjura die nächste, durch Pylonengassen vorgezeichnete Aufgabe in einfachen Worten: „Reinfahren, nach links, durchfahren, nach rechts.“ Ganz klar: Jetzt steht Ausweichen auf dem Programm. Was sich einfach anhört, nötigt Philipp Zadrazil Respekt ab: „Das ist wirklich Millimeterarbeit.“ Selbstverständlich verraten die jeweiligen Instruktoren nicht, welche Zeiten oder Zwischenergebnisse die einzelnen Teilnehmer erzielt haben. Schließlich soll die Endabrechnung mit Preisvergabe ein Überraschungsmoment für alle werden. Doch wer Philipp Zadrazil zuschaut, merkt schnell: Hier sitzt jemand am Steuer, der auch in kritischen Situationen die nötige Ruhe behält. Und das, obwohl bei jeder Übung die Herausforderung mitspielt, sich in kurzer Zeit auf neue Fahrzeuge einzustellen. Von der weich gefederten S-Klasse über schnittige Coupés bis zur A-Klasse mit knackig-straffem Fahrwerk.

Schwere Bedingungen

Apropos Coupé: Ein solches mit vier Türen steht bei Station vier bereit, dem Einparken.  Wer einmal hinter dem Lenkrad des CLS 450 saß, weiß, dass gefühlt 90 Prozent der Autos eine bessere Übersicht nach hinten bieten. Erschwerend hinzu kommt, dass Instruktorin Claudia Rommelrath keine anderen Fahrhilfen als die Rückfahrkamera zulässt. „Die habe ich gar nicht gebraucht“, verrät Philipp Zadrazil selbstbewusst, nachdem er den großen Mercedes locker und flott in die abgekegelte Lücke manövriert hat. „Ich habe nur die Spiegel benutzt, der Rest ist Gefühl. Mit Einparkhilfen dauert es zu lange, so etwas bräuchte mein Auto nicht.“ Offenbar kommt der junge Mann mit Mercedes-Modellen bestens zurecht, obwohl er als Kommunikationselektroniker beruflich ausschließlich mit Fahrzeugen von BMW zu tun hat. Dort hat er sich als Fachmann auf die Reparatur von Hybriden, Plug-in-Hybriden und Elektrofahrzeugen spezialisiert.

Vielleicht erklärt dieser berufliche Hintergrund auch seinen wachen Blick für Fehler am Fahrzeug. Die müssen an Station fünf entdeckt werden. Sieben sind es an der Zahl. Hier ist wieder Claudia Rommelrath zur Stelle und hält in ihrer Liste fest, wer innerhalb von drei Minuten alle Fehler findet. Eine machbare Aufgabe, die den meisten gelingt, auch Philipp Zadrazil. Der zu niedrige Luftdruck am linken Vorderrad, die ungültige HU-Plakette, der nicht richtig verschlossene Tankeinfüllstutzen und ein verknoteter Sicherheitsgurt sind schnell entdeckt, ebenso dass Warnwesten, Warndreieck und Verbandkasten fehlen.

Große Überraschung

„Ich will den Büffeltritt sehen.“ Instruktor Carsten van Zanten scheut nicht die drastischen Worte, wenn es in der abschließenden Übung um die Notbremsung geht. Denn viele Fahrer begehen in Notsituationen den Fehler, zu zaghaft auf das Bremspedal zu treten oder gar kurz vor dem Stillstand den Bremsdruck wieder zu lösen. Dass keine wertvollen Meter verschenkt werden dürfen, ist Ziel dieser Übung, bei der aus 80 km/h auf möglichst kurzer Strecke das Auto zum Stehen gebracht werden soll.

Wie alle Aufgaben zuvor bewältigt Philipp Zadrazil auch diese mit Bravour, was ihn zu seiner eigenen großen Überrachung schließlich mit deutlichem Abstand zum Gesamtsieger macht. „Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet“, gesteht er mit einem strahlenden Lächeln und freut sich über ein Fahrertraining von Mercedes, einen Satz Continental-Reifen, und vor allem über viele bleibende Eindrücke. Sein Fazit: „Ein rundum gelungenes Wochenende.“

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