Rundherum sicher auf zwei Rädern: Fahrradsicherheitstraining beim ARCD

ARCD-Mitarbeiter Christian Enz beim Fahrradsicherheitstraining in der Clubzentrale. Foto: Bettina Glaser

„Auf die Räder, fertig, los!“ hieß es beim Fahrradsicherheitstag des ARCD in der Clubzentrale in Bad Windsheim. Frank Levin, Moderator des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR), gab den Mitarbeitern des ARCD im Auftrag der Berufsgenossenschaft wertvolle Ratschläge – nicht nur für die dunkle Jahreszeit.

Sicher mit und ohne Helm

Als Moderator Frank Levin beim Fahrradsicherheitstraining einen völlig demolierten Helm präsentierte, staunte selbst der ein oder andere Mitarbeiter des ARCD, obwohl sich viele von ihnen täglich mit dem Thema Verkehrssicherheit befassen:  „Wie hätte wohl erst der Kopf des Fahrradfahrers ohne Helm aus­gesehen?”, fragte Frank Levin die ­Teilnehmer, die er in Kleingruppen schulte. Ein Helm schützt, da die punktuelle Belastung bei einem Sturz auf die gesamte Fläche verteilt wird. Dennoch zeigte er sich verständnisvoll für die­jenigen, die sich mit dem Tragen eines Fahrradhelms nicht anfreunden können. Für sie präsentierte er ­einen Kopfairbag, der wie eine Art Nackenkrause getragen wird, als Alternative. Ein Helm muss laut Frank Levin nicht unbedingt teuer sein, da die Schale auch bei günstigen Exemplaren geprüft sein muss. Die verschiedenen Varianten ­unterscheiden sich lediglich im Komfort. Worauf man dennoch achten sollte: auf einen verstellbaren Verschluss, herausnehmbare Polster zum Waschen und ein gut erreichbares Rädchen hinten zum Nachstellen. Auch für diejenigen, die ­bereits einen Helm besitzen, hatte Frank Levin wichtige Informationen dabei. So müsse ein Helm aufgrund von Materialermüdung alle fünf Jahre getauscht werden. Richtig angepasst wird er am Kinn (zwei Finger müssen zwischen ­Riemen und Kinn passen), an den Ohren und über das Rädchen am Hinterkopf. Selbst beim Nach-vorne-beugen muss er noch fest sitzen. Im Rahmen des Fahrradsicherheitstags startete auch die Aktion „Der ARCD trägt Helm”.

Besser gesehen werden

Gerade in der dunklen Jahreszeit wird ein Thema für un­geschützte Verkehrsteilnehmer besonders wichtig: Sichtbarkeit im Straßenverkehr. Moderator Frank Levin fasste die Problematik folgendermaßen zusammen: „Die meisten Unfälle passieren, weil Sie als Fahrradfahrer übersehen werden.” Man unterscheide den Wahrnehmungsbereich und den Scharfseh­bereich. Wahrgenommen werden können vor allem Bewegung und leuchtende Farben bis zu 170 Grad Blickwinkel. Er zeigte zahl­reiches Zubehör, das für mehr Sichtbarkeit im Straßenverkehr sorgt: von Reflektoren über Leuchtjacken bis hin zu Handschuhen mit einem blinkenden Licht am Finger, um das Handzeichen beim Abbiegen deutlicher zu machen. Frank Levin ­erklärte, dass Blinklichter am Fahrzeug verboten, an Personen im Straßenverkehr aber erlaubt seien. So helfen auch helle Helme mit (Blink)Licht, von anderen Verkehrsteil­nehmern bei Dunkelheit besser wahrgenommen zu werden.

Einmal durchchecken, bitte!

Bevor die ARCD-Mitarbeiter aufs Fahrrad stiegen, um im Parcours schwierige Fahrsituationen auszuprobieren und zu üben, wies Frank Levin noch auf einige wichtige Punkte hin, die es am Fahrrad zu überprüfen gilt. Zusätzlich klärte er auch bestehende Unsicherheiten auf, wie zum Beispiel: „Stecklichter sind erlaubt, müssen aber funktionieren.” Damit andere Verkehrsteilnehmer nicht geblendet werden, müsse man diese so einstellen, dass der Lichtkegel in einer Entfernung von fünf bis zehn Metern vor dem Fahrrad auf die Fahrbahn trifft. Auch einige Reflektoren seien Pflicht. Neben den zwei klassischen gelben Speichenreflektoren seien auch Reflexstreifen auf der Flanke und reflektierende Speichenclips an jeder Speiche erlaubt.
Auf Nummer sicher geht, wer in regelmäßigen Abständen sein Zweirad im Fachgeschäft überprüfen lässt. Rahmen und Vorderradgabel müssen dennoch vor jeder Fahrt auf mögliche Schäden und die Bremsen auf ihr Funktionieren hin überprüft werden. Apropos Bremsen: Welche Bremse wirkt auf welches Rad? Dessen sollte sich jeder Radler vor dem Losfahren bewusst sein, um nicht in hohem Bogen über den Lenker zu segeln. Zwar sei es häufig so, dass der rechte Bremshebel für das Hinterrad und der linke für das Vorderrad gelte. Verlassen könne man sich darauf allerdings nicht.

Kontrolliert durch schwierige Situationen

Eine enge Gasse aus zwei Seilen, eine schmale Acht und eine Schleife einhändig mit Hütchen in der Hand – beim Parcours, den Frank Levin auf dem Mitarbeiterparkplatz an der Clubzentrale aufgebaut hatte, kamen selbst die geübten Fahrradfahrer unter den ARCD-Mitarbeitern ins Schwitzen. Konnten sie beim ersten Durchlauf nur mit Mühe die Spur in der engen Gasse halten oder die versetzten Hütchen im Slalom umfahren, wurden sie von Mal zu Mal und dank der Tipps des Moderators sicherer.  „Es ist wichtig, weit vorausschauend zu fahren und sich den Fahrweg vorzuplanen”, sagte Frank Levin und erklärte die beiden Aufrichtmomente des Fahrrads: beim Bremsen und Beschleunigen. Und so bekamen viele mit leicht angezogener Hinterradbremse und einem weit nach vorne gerichteten Blick ein ganz neues Fahrgefühl mit einer wichtigen Erkenntnis für den Alltag als Fahrradfahrer im Straßenverkehr: Kontrolliert und langsam kann jeder auch schwierige Fahrsituationen meistern.

Aus einer engen Gasse aus zwei Seilen, einer schmalen Acht und einer Schleife, die einhändig mit Hütchen in der Hand durchfahren werden musste, bestand der Parcours am Fahrradsicherheitstag beim ARCD. Foto: Bettina Glaser
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